Wegen mehrfacher Nachfrage von verschiedenen Personen (mal mehr, mal weniger geduldig), hier endlich der Beitrag zum ersten Teil der Reise. Und diese begann für uns in Sri Lanka.
Alles begann mit dem Hinflug mit Vistara ab Frankfurt am Main, mit Zwischenstopp in Mumbai. So viel gibt es hier gar nicht zu erzählen, nur, dass ich am Flughafen sehr froh war, dass wir Premium Economy gebucht hatten und somit einen eigenen Schalter zum Einchecken hatten: die Schlange für die „normale“ Economy Class ging nämlich einmal durch das gesamte Terminal.
Der Flug mit Vistara hat mich wirklich überzeugt – leckeres Essen, tolles on board entertainment und (zumindest für mich) genug Beinfreiheit.
Der Zwischenstopp in Mumbai hatte noch ein paar Highlights zu bieten. Nicht nur einen Automaten, an dem man sich das Wifi-Passwort ziehen konnte, sondern auch die erste Kakerlake der Reise (yay) und einen Ausflug zu McDonalds, weil sich der kleine Hunger meldete. Und dort gab es tatsächlich einen Burger mit Paneer! Dieser musste natürlich probiert werden, denn… Paneer. Und, was soll ich sagen – er war spicy. Aber lecker. Aber spicy.
Die Ankunft in Colombo war dann doch nochmal ein Fest für alle Sinne. Es war nämlich warm und laut und irgendwie alles sehr viel. Zudem war der SIM-Karten-Kauf ein Erlebnis. Es gab vor der Immigration einen kleinen Counter mit ein paar fleißigen Damen, die die ganze Menschentraube abfertigten. Und das erstaunlich effizient. 30 GB Daten für 30 Tage kosteten hier 9 Dollar. Und man kann sagen, was man möchte, aber das Netz und die mobilen Daten funktionierten die gesamte Reise über sehr gut. (Sogar in eher abgelegenen Gebieten hatte ich besseres Internet als auf der Zugfahrt von Freiburg nach Basel. Was auch immer das aussagt…)
Nachdem wir dann auch gerafft hatten, dass wir noch eine Arrival Card für die Einreise ausfüllen müssen, ging die Immigration dann auch sehr einfach. Mit einem Stempel reicher im Pass ging es dann in die Ankunftshalle.
Während ich dann so dastand, weil meine Begleitung noch Bargeld am ATM abheben musste, quatschte mich ein Amerikaner an, der einen Wifi-Hotspot von mir haben wollte. Ich lehnte höflich ab (nicht nur, dass ich niemanden Zugriff auf mein Handy geben möchte, auch weil es Gratis-Wifi am Flughafen gab). Was dazu führte, dass er mich als „stupid bitch“ bezeichnete. Natürlich ein komplett normales Verhalten. Komischer Typ ey.
Eine Taxifahrt später checkten wir dann in unser Hotel ein – ins Granbell Hotel, direkt am Meer. Ein sehr schönes Hotel, mit einem kleinen Café in der Lobby, einem schönen großen Zimmer mit einem tollen Bad und einer Toilette mit Bidetfunktion, die für viel Erheiterung sorgte. Und einer Dusche mit ordentlich Druck auf der Wasserleitung – etwas, an das ich im Verlauf der Reise öfter zurückdenken würde…
Abends ging es dann ins hoteleigene japanische Restaurant, wo ich den wohl leckersten gebratenen Tofu aller Zeiten (serviert mit Teriyaki-Sauce) gegessen habe. Eine Flasche Lion Larger Beer und ein wunderschöner Sonnenuntergang rundete die Ankunft ab.



Am nächsten Tag beschloss der Jetlag, einfach hart bei mir zuzuschlagen, weswegen ich kaum aus dem Bett kam. Allerdings musste ich – denn um 9 Uhr hatten wir (via Tripadvisor) eine Stadtrundfahrt gebucht. Zum Glück gab es überraschend guten Kaffee.
Unser Fahrer (Romesh) erwies sich als wirklich netter Zeitgenosse, der uns in den nächsten vier Stunden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zeigte.
Unter anderem folgendes:
- Temple of Sri Kailawasanathan Swami Devasthanam Kovil
- Old Town Hall
- Independence Memorial Hall
- Kaymans Gate Belltower
- Colombo Fort
- Colombo Fort Railway Station (Hier half uns Romesh sogar noch, die online gekauften Tickets für den nächsten Tag in richtige Tickets umzutauschen. Etwas, das mir bereits ein wenig Sorgen bereitet hatte. Zwei Daumen hoch für diesen extra Service!)
Es gab noch einen kleinen Snack (mit Hühnchen gefüllte frittierte Bällchen – es roch sehr lecker, auch, wenn ich es nicht essen konnte) und ein Mittagessen.
Danach ging es zurück ins Hotel – erstmal duschen und dann wurde der Hotelpool auf dem Dach ausgiebig getestet.








Ein Abendessen später fiel ich dann auch schon wieder todmüde ins Bett. Etwas, das sich regelmäßig in den nächsten Tagen der Reise wiederholen sollte (Spoileralarm!).
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Aufbruchs. (Wow. Was für ein Satz. Tut mir leid, da hat mich meine dramatische Seite wohl kurz mitgerissen…)
Für uns ging heute weiter nach Kandy. Und zwar via Zug. Und zu dem mussten wir jetzt erstmal hinkommen – also buchten wir eine Fahrt über PickMe (dem srilankesischen Uber sozusagen). Leider cancelte der Fahrer die Fahrt spontan einfach wieder, was dazu führte, dass wir spontan auf ein Tuktuk umsatteln mussten.
Die vorher verhandelten 1500 LKR (umgerechnet ungefähr 5 Euro) wurden dann spontan auf 2500 erhöht… aber wir hatten ein wenig Zeitdruck und (ehrlich gesagt) keinen Bock auf Stress. Also zahlten wir es, wie die dummen Touristen, die wir nun mal sind 🙂
Der Zug war fast pünktlich (also pünktlicher als die Deutsche Bahn…) und die Fahrt war recht angenehm. Wir fuhren in der 1. Klasse mit reservierten Sitzplätzen und es gab sogar Klimaanlage. Man konnte Wasser und Snacks an Bord kaufen, wir hatten aber Cracker und trockene Schokocornflakes in weiser Voraussicht eingekauft. Zudem literweise Wasser. Ging auch ganz gut so.
Die Tuktuk-Fahrt vom Bahnhof zum Hotel war unspektakulär und recht günstig (aber meine Perspektive ist hier auch sehr einseitig geprägt, glaub ich – was ist schon günstig?) – 500 Rupien für 800 m.
Was ein großer Pluspunkt am Hotel war, war, dass wir direkt einchecken und das Zimmer beziehen konnten, obwohl wir viel zu früh dran waren. Das Zimmer war groß und halbwegs sauber. Leider durften die Fenster nicht geöffnet werden, weil sonst die Affen reinkommen könnten… da hab ich noch drüber gelacht. Wie naiv ich war…
Haben dann über unseren Tuktuk-Fahrer eine Stadtrundfahrt gebucht… und die erwies sich einfach als große Touristenfalle. Aber der Reihe nach.
Der erste Tempel (Big White Buddha) war super, auch wenn die Steinplatten sehr heiß waren (man zieht ja schließlich die Schuhe aus, bevor man einen Tempel oder eine Tempelanlage betritt). Aber es war sehr beeindruckend und der Blick war traumhaft. (Eintritt 300 Rupien pro Person)
Zurück beim Tuktuk bekamen wir eine Mangostane (die ein wenig aussieht wie eine Litschi), die erstaunlich lecker war.
Danach ging es zum Herb & Spice Garden. Wir wurden von einem ayurvedischen „Arzt“ in Empfang genommen, der uns durch den Park führte. Die Erklärungen hier waren ja noch ganz spannend und es war cool, zum Beispiel mal eine Currypflanze in echt zu sehen.
Der Garten gehört angeblich zur angebundenen Ayurveda-Schule und ist komplett gratis. Sie finanziert sich nur durch Spenden. (Angeblich. Wie gesagt – ob das stimmt konnten wir leider nicht nachprüfen.)
In der offenen Küche bekamen wir noch etwas typisch Sri Lankesisches zu essen (ein Brot aus 50% Kokosnussmehl & 50% Reismehl, mit kleingehackter Kokosnuss, Chili, Tomaten, Salz, Limette, Zwiebeln), was lecker war aber … also … hygienische Zubereitung sieht anders aus. Aber wir beschlossen, einfach nicht genau drüber nachzudenken und es einfach zu essen.
Danach gab es noch eine Massage, die ungefähr 20 Minuten dauerte und nicht direkt unangenehm, aber auch nicht wirklich angenehm war.
Anschließend wurde um Spenden „gebeten“ (also eigentlich wurde es erwartet) und es gab einen Ausflug in den Shop, wo komplett überteuerte Heilsalben angeboten wurden.
Spätestens hier begann meine Laune den Tiefflug anzutreten…
Wir versuchten uns gegenseitig noch zu motivieren – vielleicht war der Garten nur ein Ausrutscher gewesen. Die nächsten Stopps würden bestimmt besser werden.
Was waren wir naiv.
Die nächste Haltestelle war ein Gem „Museum“ (in großen Anführungszeichen), wo wir einen 9minütigen Film über den Juwelenabbau zu sehen bekamen (mit einer schwäbischen Sprecherin, was für ungewollte Heiterkeit sorgte). Der Film war tatsächlich sehr informativ und zeigte (wie ich fand) gut die Gefahren auf, die beim Edelsteinabbau so lauerten. Anschließend gab es noch eine kleine Führung durch die Herstellung, also dem Teil des Betriebes, in dem die Edelsteine geschliffen und in Schmuckstücke eingesetzt werden. Dieser Teil dauerte ungefähr vier Minuten und dann ging es – natürlich – in den Shop. Als wir kein wirkliches Interesse daran zeigten, etwas kaufen zu wollen, wurde mir noch berichtet, dass es auch tolle Anhänger für nur 12 bis 15 Dollar geben würde. Ich lehnte höflich, aber bestimmt ab, was den Verkäufer sichtlich verärgerte. Er begleitete uns nicht einmal mehr nach draußen, sondern machte praktisch auf dem Absatz kehrt und verschwand.
Danke für Nichts.
Danach ging es zum nächsten Highlight – einer Teefabrik. Natürlich mit – Trommelwirbel bitte – einem anschließenden Shop. Zwar war die kurze Führung durch die Teeherstellung wirklich spannend, aber es war einfach von Anfang an klar, dass es nur um den Verkauf ging. Meine Begleitung, der einfach ein zu guter Mensch ist, kaufte dann aus Gefälligkeit ein Beutelchen Tee für 5000 Rupien… und die Verkäuferin war auch noch angepisst, dass er nicht mehr genommen hatte.
Ab diesem Punkt hatte ich eigentlich WIRKLICH überhaupt keine Lust mehr.
Es ging durch den dichten Verkehr (und viele Abgase) zurück nach Kandy, denn die Teefabrik lag ungefähr 11 km außerhalb der Stadt, hin zum Kandy Viewpoint, einem Aussichtspunkt mit netten Blick über die Stadt. Mit besserer Laune wäre ich vermutlich wirklich begeistert gewesen – so war es jedoch nur ein Pflichtpunkt, den ich abhaken wollte.
Ich machte jedoch trotzdem pflichtschuldig ein paar Fotos. Der Tuktuk-Fahrer, dem meine Laune offenbar aufgefallen war, redete auch nur noch mit meiner Begleitung. Offenbar hatte er Angst, was ich sagen könnte, wenn ich nach meiner Meinung gefragt werden würde…
Danach ging es zu einem weiteren Tempel, auf den ich mich eigentlich gefreut hatte, den The Temple of the Sacred Tooth Relic, wo angeblich einer von Buddhas Zähnen aufbewahrt wird. Doch meine Laune war wirklich einfach am Tiefpunkt angelangt.
Man musste durch den Haupteingang und durch einen Metalldetektor. Zudem wurden die Taschen geröngt. Danach musste man die Schuhe abgeben (natürlich, es war ja noch immer eine heilige Stätte), was eigentlich gratis war, aber es wurde um Spenden gebeten. Hier hatte ich noch eine Begegnung mit einer Gruppe unfreundlicher, ein wenig rüpelhafter Russen… das half der Laune halt auch nicht.
Der Eintritt in den Tempel kostete dann nochmal 2000 Rupien Eintritt pro Person… man merkt, es läppert sich.
Und für das, was dann geboten wurde (sehr viele Menschen, keine Erklärungen, nichts) war es wirklich übertrieben. Mir hat es leider gar nicht gefallen. Und den Zahn hat man auch nicht zu Gesicht bekommen. Für mich persönlich eine große Enttäuschung.
Zurück beim Tuktuk brachte uns der Fahrer wieder ins Hotel. Dort wurde erstmal ausgiebig geduscht (seit der Massage im Herb Garden waren wir nämlich ölig und ziemlich verschwitzt). Anschließend machten wir eine kleine Lagebesprechung und tauschten uns über den Tag aus.
Zum Abendessen gab es ein leckeres Veggiesandwich, Pepsi und einen Chai Tee im „The Garage Café“ nur wenige Meter weiter.
Den Tag, der so viele unterschiedliche Gefühle in mir geweckt hatte, ließen wir dann mit einem Bier auf der Dachterrasse gemütlich ausklingen. So hatte der Tag doch noch etwas Gutes.









Am nächsten Tag war ausschlafen angesagt, das mit einem anschließenden Frühstück in unserem neuen Stammlokal „The Garage Café“ mit Spiegelei mit Toast gekrönt wurde. Leider war der Avocadotoast (den ich eigentlich haben wollte) und die Pancakes (die ich als zweite Wahl haben wollte) ausverkauft.
Dann ging es für uns weiter zum nächsten Stopp der Reise – und vermutlich der Stopp, auf den ich mich am meisten gefreut hatte. Es ging nach Kegalle, denn wir hatten eine Nacht im „Elephant Freedom Project“ gebucht.
Gegen 11 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt, einem jungen Burschen, der nur wenig Englisch sprach. Aber da weder meine Begleitung noch ich so wirklich gut im Smalltalk sind, war uns das eigentlich ganz recht.
Die Fahrt war recht unspektakulär – bis auf die letzten Meter. Es gab nämlich eine recht steile Anhöhe zum Anwesen des Elephant Freedom Projects… und die packte sein Auto einfach nicht. Also mussten wir (und unser Gepäck) aussteigen und er schaffte es (mit ein wenig Starthilfe von zwei weiteren Männern) dann doch noch nach oben.
Wir wurden sehr nett von den Mitarbeiterinnen des Projektes begrüßt und bekamen erstmal Tee serviert. Dann war auch schon recht schnell unser Zimmer für die Nacht fertig… was ein wenig ernüchternd war. Dass es nur eine kalte Dusche geben würde, hatte ich bereits im Vorfeld gewusst. Dass es aber auch keine Klimaanlage gab oder einen Ventilator, der wirklich etwas nutzte – das war neu. Und sollte die Nacht recht tropisch machen…
Dann gab es ein leckeres, hausgemachtes Mittagessen mit viel Reis und Curry. Anschließend gab es ein Informationsvideo über das Projekt – wie es gegründet wurde und warum sie es als notwendig erachtet hatten, so ein Projekt ins Leben zu rufen. Viele Elefanten auf Sri Linka werden in holzverarbeitenden Betrieben eingesetzt oder als Reittiere für Touristen. Beides „Berufszweige“, die mit harter Arbeit und nicht selten körperlichen Misshandlungen der Elefanten einhergehen. An manchen Orten werden die Elefanten auch so kurz angekettet, dass sie praktisch keinen Bewegungsspielraum haben. Es ist wohl keine Seltenheit traumatisierte, misshandelte Tiere anzutreffen.
Spannenderweise sind die beiden Elefanten, die im Projekt leben, nur gemietet – die Besitzer bekommen monatlich Geld vom Projekt, was auch der Grund ist, warum sie sie nicht verkaufen wollen. Sie wollen schlicht und ergreifend ihr festes Grundeinkommen nicht verlieren. Was aber auch bedeutet, dass ihr schönes Leben vorbei wäre, wenn das Projekt die monatliche Miete einmal nicht aufbringen könnte. (Und so ein Elefant ist nicht billig – mit Miete, Futter und medizinischer Versorgung sind es im Schnitt 3500 USD pro Monat, die pro Elefant aufgebracht werden muss. In einem Land wie Sri Lanka, wo der monatliche Verdienst ungefähr 300 USD sind (wenn meine Quellen stimmen) eine ungeheure Summe.)
Und danach ging es los zu den Elefanten: Manike und Kumari. Wir trafen die beiden am Fluss, wo sie schon dabei waren zu baden. Wir durften sie mit Kokosnussschalen abschrubben und sie auch streicheln. Und diese sogenannten Dickhäuter haben eine sehr sensible Haut… lässt sich wirklich schön anfassen.
Was ich noch sehr berührend fand, ist die Verbindung, die der Mahout Chooti mit Manike hat. Die beiden sind nämlich bereits seit über 30 Jahren ein unzertrennbares Gespann. Und egal, wo Chooti hingeht, Manike folgt ihm. Und zwar wortwörtlich.
Ich weiß nicht genau, was die beste Übersetzung für „Mahout“ ist – auf Englisch sagt man elephant keeper.
Nach dem Bad ging es dann auf einen kleinen Spaziergang. Wir durften die Elefanten noch mit Mangostücken füttern und bekamen noch viele spannende Fakten erzählt – nicht nur über Elefanten, sondern auch über die dort ansässige Flora und Fauna.
Zurück in der Unterkunft gab es erstmal eine kalte Dusche (und bei den Temperaturen war das tatsächlich ziemlich großartig) und Abendessen. (Und einem Tausendfüßler, der es sich bei uns im Bad bequem gemacht hatte…)
Und dann ging es hinein in eine (wie schon erwähnte) sehr, sehr tropische Nacht mit wenig Schlaf. Aber der großartige Tag mit den faszinierenden Tieren war es wert.










Der nächste Morgen begann erneut mit einer Dusche und Frühstück. Und schon ging es wieder zurück nach Kandy.
Nach einem kalten Getränk (natürlich im „The Garage Café“) ging es mit einem anderen Fahrer weiter nach Ella, das ungefähr drei Stunden entfernt im Landesinnere lag.
Unser Fahrer war ein sehr unterhaltsamer Zeitgenosse, der sehr (auch geschichtlich spannende) Dinge über Sri Lanka erzählen konnte. Leider konnte ich dem Gespräch nicht allzu lange folgen – wegen der kurvigen Straßen hatte ich Vomex eingeworfen, das mich immer sehr müde macht. Daher verschlief ich beinahe die ganze Fahrt und wurde nur passend zur Toilettenpause wach.
Unsere Unterkunft in Ella wirkte auf den ersten Blick sehr paradiesisch – etwas abseits der Hauptstraße mit einem schön angelegten Garten und einem Zimmer mit kleiner Terrasse und Liegemöglichkeiten. Auf den zweiten Blick bemerkten wir dann den leicht modrigen Geruch im Zimmer und die dampfige Luft. Auch die Dusche hatte bereits bessere Tage gesehen – von dem kaum vorhandenen Wasserstrahl mal abgesehen…
Aber nun gut – andere Länder, andere Sitten.
Der Tag verlief unspektakulär. Ich hatte mir in Kandy einen hartnäckigen Husten eingefangen, der immer schlimmer wurde. Also war das größte Highlight des Tages eigentlich das Abendessen. Ich wollte eigentlich den „besten Avocado-Toast der Insel“ (laut Google) probieren, doch der war leider ausverkauft. Also gab es Shakshuka, das überraschend gut war.
Den Abend verbrachte ich mit Netflix im Bett. Tat auch gut.
Am nächsten Morgen gab es ein leckeres, hausgemachtes Frühstück in der Unterkunft – allerdings viel zu viel. Und so lecker Schwarztee auch ist, so langsam machte sich Sehnsucht nach einer guten Tasse Kaffee in mir breit…
Mein Husten war schlimmer geworden und inzwischen hatte sich auch Schnupfen dazugesellt. Aber wir wollten trotzdem ein wenig was von der Gegend sehen, also beschlossen wir, den „Little Adams Peak“ zu besteigen.
Der Weg verlief am Anfang hübsch durch Teeplantagen und dann immer schön stetig zum Gipfel. Zudem konnte man sich nicht verlaufen – zum einen gab es Schilder, zum anderen musste man nur den Touristen folgen. Nach einem knapp einstündigen Spaziergang (vom Stadtzentrum aus gerechnet) waren wir dann am Gipfel. Und die Aussicht war wirklich sehr schön – dafür hatte sich der Anstieg gelohnt. Auch, wenn ich inzwischen keuchte wie so eine alte Dampflokomotive…
Beim Abstieg kamen wir am 98 Acres Resort & Spa vorbei, wo wir uns einen leckeren Mocktail bei einer wirklich spektakulären Aussicht gönnten. Zudem gab es dort eine süße Katze, die man nebenbei noch gratis streicheln konnte 🙂
Zurück in Ella gab es ein frühes Mittagessen und diesmal konnte ich tatsächlich den besten Avocadotoast der Insel ergattern. Und was soll ich sagen? Er war wirklich lecker.
Den Nachmittag verbrachte ich erneut mit Netflix im Bett, wo ich zwischendurch ein paar kleinere Nickerchen einschob. Denn am Abend wollte ich fit sein – wir hatten nämlich einen Kochkurs gebucht.
Meine Begleitung (die deutlich fitter war als ich) wanderte derweil zur Nine Arch Bridge, der wohl berühmtesten Brücke Sri Lankas. Wenn man das Glück hat an Zugtickets von Kandy nach Ella (immer wieder als eine der schönsten Bahnstrecken der Welt gekrönt) zu kommen, überquert man diese Brücke auch. Aber auch als Fußgänger offenbar ein sehr schöner Anblick.
Der Kochkurs im „Ella Spice Garden“ mit Chef Theeka war eine unglaublich tolle Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann.
Zuerst gab es eine Führung durch den Garten, wo uns mit viel Ironie und Witz die Fauna erklärt wurde. Dann ging es in die offene Outdoorküche.
Wir waren eine Gruppe von 10 Leuten (fast alles Deutsche, bis auf ein französisches Pärchen) und wurden in Zweiergruppen eingeteilt. Jede Gruppe durfte dann ein Gericht kochen. Wir waren Team Garlic Curry – und da, wo Garlic draufsteht, ist definitiv auch Garlic drin! In diesem Falle waren es ganze 100 Zehen – in Worten: einhundert. Ja, so haben wir auch geschaut.
Es gab verschiedene Gerichte:
- Reis mit verschiedenen Gewürzen
- Garlic Curry
- Coconut Rotti
- Dhal Curry
- Coconut Sambol
- Eggplant Pickle
- Papadam
Außerdem durfte jeder von uns mal ganz traditionell eine Kokosnuss raspeln. Dinge, die man im Leben einfach mal getan haben musste…
Theeka machte viele Fotos und Videos und teilte anschließend auch sein Kochbuch mit uns. Wirklich ein unglaublich sympathischer Zeitgenosse, mit dem an sicher auch Nächte durchquatschen könnte.
Das Essen schmeckte vorzüglich und wir wurden alle mehr als satt.
Glücklich und zufrieden kugelten wir nach Hause und fielen ins Bett.

















Der nächste Morgen war, mal wieder, geprägt von Aufstehen, Packen, fertigmachen. Oh, und natürlich Frühstück. Diesmal traditionell mit Dal – nicht ganz so meins zu so früher Stunde, aber meiner Begleitung schien es zu schmecken.
Dann ging es mit einem Fahrer zu unserem nächsten Stopp – Heriketiya, ungefähr wieder drei Stunden entfernt und direkt am Meer. Beliebt bei Touristen und vor allem bei Surfern. Die Fahrt verging wieder wie im Flug – Vomex sei Dank 🙂
Unsere Unterkunft lag ungefähr fünf Minuten Fußweg vom Strand entfernt, mitten im Dschungel und war wirklich toll – ein sehr großes Bett mit funktionierenden (!) Moskitonetzen und einem kleinen Balkon, von wo aus man direkt in die Natur sehen konnte. Obwohl ich ziemlich müde und erkältet war, wollte ich trotzdem direkt an den Strand. Am Meer ist einfach alles immer besser.
Und die wunderschöne Bucht ließ keine Wünsche offen. Feinporiger Sand, Wellen, warmes Wasser, Bars … was will man mehr? Wir ließen uns noch einen Mocktail in einer Hotelbar schmecken und gingen dann wieder zurück ins Zimmer, wo ich den Nachmittag damit verbrachte, meine Erkältung zu pflegen.
Am Abend schleppte ich mich dann aber doch nochmal raus, um bei Malu Poke (in zweiter Reihe vom Strand entfernt) eine sehr leckere Tofubowl mit Teriyaki-Sauce zu essen. Als Nachtisch gab es eine gefrorene Banane mit Schokoladenüberzug.
Damit ließ es sich gleich doppelt so gut schlafen…








Der nächste Morgen begann früh – und das nicht nur, weil ich die halbe Nacht mit Husten wachgelegen hatte. Denn eine Sache stand noch auf der imaginären ToDo-Liste: im Meer baden gehen. Und da wir am Mittag bereits zu unserem letzten Stopp weiterziehen mussten, musste das eben früh am Morgen sein.
Und wir wurden nicht enttäuscht.
Das Wasser hatte Badewannentemperatur und wir waren nicht die einzigen Menschen, die die Idee gehabt haben, baden (oder surfen) zu gehen. Und so konnten wir den Morgen perfekt beginnen. Danach gab es noch ein leckeres Frühstück mit Pancakes und Avocadotoast und eine kalte (aber sehr erfrischende) Dusche.
Meine Begleitung beschloss noch heldenhaft einen ATM suchen zu gehen, damit wir mit genügend Bargeld versorgt waren. Ich nutzte die Zeit, um schon mal zu packen. Während ich gerade meine Badekleidung auf dem Balkon zusammensammelte, war ich Zeugin, wie ein Affe einfach auf den Balkon sprang und zielsicher in unser Zimmer lief – direkt zum Mülleimer. Dort wühlte er erst einmal herum. Da wir jedoch nichts Spannendes dort hereingeworfen hatten, suchte er sich ein neues Ziel – und das schien mein Handy zu sein, das an der Steckdose zum Laden hing. Das fand ich wiederum nicht so lustig und ich versuchte ihn zu verscheuchen – was den kleinen Mistsack dazu veranlasste, mich mit Fauchen und Spucken anzugehen. Ich ließ eventuell einen kurzen Schrei los, was einen der Hotelangestellten auf den Plan rief. Gerade, als er mir zu Hilfe eilen wollte, beschloss der Affe abzuhauen.
Zum Glück.
Ich hatte wirklich einen Moment lang richtig Schiss vor dem Tier.
Mit diesem kleinen Adrenalinschub ging das Packen dann auch direkt viel schneller von der Hand.
Der letzte Stopp auf unserer Sri Lanka Reise war Galle. Ein schöner Ort im Süden, der vom Tsunami 2004 sehr schwer betroffen gewesen war.
Die Haupttouristenattraktion ist das Fort, ein Stadtteil, der sehr holländisch geprägt ist und in dem es sehr viele kleine Restaurant, Cafés und Geschäfte gibt. Unser Hotel lag ungefähr fünf Gehminuten von dort entfernt – und es war einfach das beste Hotel auf der gesamten Reise.
Ein sehr herzlicher Empfang, sehr schöne Ausstattung, italienischer Kaffee (die Besitzerin ist Italienerin) und ein großes Zimmer mit einem großartigen Badezimmer. Die Dusche war ein gottverdammter Traum und ich habe viel zu viel Zeit darunter verbracht. Einfach nur, weil ich es konnte.
Gegen Spätnachmittag schlenderten wir dann durch das Fort, aßen noch ein Eis und bestaunten die riesige Festungsanlage und den Leuchtturm. Unser Abendessen nahmen wir im Ocean Bistro By Starbeans im Old Dutch Hospital ein, wo wir nicht nur hervorragend speisten, sondern bei ein paar Mocktails und Livemusik auch noch gut unterhalten wurden.
Der Heimweg war dann für mich schon wieder ein wenig zu gruselig – aber zum Glück dauerte der ja nur kurz. Die Nacht war sehr angenehm (dank Klimaanlage), aber wurde bei mir durch den Husten immer wieder unterbrochen.
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Aufbruches – und diesmal wirklich und nicht aus dramaturgischen Zwecken. Da unser Flug kurz nach Mitternacht von Colombo aus abfliegen sollten, hatten wir uns dafür entschieden, erst spät in Galle loszumachen, um möglichst wenig Zeit am Flughafen verbringen zu müssen. (Spoiler: Schafften wir auch nur so semi.)
Also frühstückten wir erst gegen neun Uhr – und meine Güte, was für ein Frühstück! Es gab Toast mit Marmelade, Eier (entweder als Spiegelei, Rührei oder Omelette) und eine Waffel mit frischem Obst. Außerdem Cappuccino.
Es war ein Gedicht und ließ keine Wünsche offen.
Danach wurde die Dusche nochmal ausgenutzt und die Zeit damit verbracht, die Koffer und das Handgepäck bereits für den Flug strategisch klug zu packen. Die Zeit nach dem Check-out verbummelten wir in der Hotelbar, wo wir dann auch jeweils eine Gratiskokosnuss zum Trinken bekamen. Der Service in diesem Hotel war einfach toll!
Schließlich aßen wir noch eine Kleinigkeit im „Hungry Restaurant“, einer Lokalität, die ich ansonsten niemals betreten hätte. Sie sah nämlich aus wie ein Loch – entschuldigt bitte die Wortwahl, aber es war einfach so. Aber der Service war sehr aufmerksam und freundlich und das Essen war sehr lecker und günstig. Für zwei Getränke, eine riesige Portion Nudeln mit Gemüse und frittierten Bananen zahlten wir umgerechnet 8.50 Euro. Zwei Daumen hoch. Dort würde ich jederzeit wieder essen gehen.
Gegen 16 Uhr wurden wir dann von unserem Fahrer abgeholt. Die zweistündige Fahrt zum Flughafen war unspektakulär und wir vertrödelten sehr viel Zeit in der Abflughalle vor dem ersten Sicherheitscheck, denn der CheckIn für unseren Flug war noch nicht offen.
Zum Glück gab es Toiletten, einen kleinen Laden mit Snacks und Getränken, Wifi und Sitzplätze. Mehr gibt es eigentlich auch gar nicht zu erzählen – meine Laune war wegen der Müdigkeit ausbaufähig 🙂 Auch, dass es beim Burger King keine vegetarischen Optionen mehr gab und wir deswegen auf eine ekelhafte Pizza bei PizzaHut ausweichen mussten, half da nicht. Und auch nicht, dass es am Gate keine Toilette mehr gab…
Aber gut. Irgendwann saßen wir im Flugzeug von Singapore Airlines und flogen unserem nächsten Stopp entgegen.
Hier gibt es wohl keine großen Überraschungen, steckt es ja schon im Namen – für uns ging es weiter nach Singapur. Aber was wir da so alles erlebt haben, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag…











Mein Fazit zu Sri Lanka. Es ist eine wunderschöne Insel mit einer reichhaltigen Geschichte, faszinierender Natur, einer Artenvielzahl in Flora und Fauna, die man kaum glauben mag, und mit sehr vielen netten Menschen. Ich habe die Einheimischen in den meisten Fällen als sehr freundlich, interessiert und offen erlebt. Leider haben wir (gerade in Kandy) auch die andere Seite erlebt.
Für die Städte würde ich wohl nicht nochmal nach Sri Lanka kommen, aber für die Natur (und die Strände) auf jeden Fall wieder.
Ein faszinierendes Land mit vielen Facetten. Auf jeden Fall ein guter Start für diese Reise.


































