Kurzer Guide für New York City

Im Februar 2018 – damals, als man noch reisen konnte – war ich für ein paar Tage in New York City, um den 30. Geburtstag meiner besten Freundin zu feiern.

Ja, ich weiß – New York im Februar ist kalt. Sehr kalt. Aber auf der positiven Seite ist es dann auch nicht so übermäßig von Touristen (wie uns) überrannt. Die Flugpreise waren völlig okay und auch das Hotel war günstiger als in der Hauptsaison. Das nächste Mal wird es dann aber ein Besuch in der warmen Jahreszeit…

Ich will euch nicht damit langweilen, was wir Tag für Tag so getrieben haben (wenn ihr sowas wollt, schaut euch meine Berichte über meinen Kalifornien-Trip oder den Everest Base Camp Trek an), daher hier nur ein paar Empfehlungen … vor allem für Essen.

[Das hier ist alles unbezahlte Werbung. Ich wünschte, ich bekäme etwas dafür, aber dem ist leider nicht so.]

Westway Diner Westway Diner | Home

Als wir an unserem ersten Morgen schon sehr früh wach waren (danke Jetlag) beschlossen wir, schon einmal frühstücken zu gehen. Und wurden schließlich am Westway Diner fündig. Das Essen war reichlich und sehr lecker, der Kaffee war gut – so konnte der Tag wirklich gut beginnen.

Gregorys Coffee Welcome | Gregorys Coffee | See Coffee Differently™

Hier legten wir eine kurze Kaffee- und Teepause ein – und wurden nicht enttäuscht.

Mercato Mercato Trattoria (mercatonyc.com)

Wer gut und halbwegs preiswert italienisch essen gehen möchte, wird im Mercato fündig. Das Essen war sensationell lecker und die Kellner waren sehr aufmerksam.

Big Gay Ice Cream Big Gay Ice Cream | Ice Cream Shops in the Tri-State Area, US

Hier sind wir leider nur am frühen Morgen daran vorbeigelaufen, aber das Eis sieht wahnsinnig lecker aus. Probiert es aus und gebt mir Bescheid, ob es auch so schmeckt. Ansonsten teste ich es beim nächsten Besuch selbst…

Dominique Ansel Dominique Ansel Bakery Online – Dominique Ansel Online

Natürlich mussten wir auch Cronuts probieren. Sie waren lecker, aber sie sind jetzt nicht die Offenbarung, die einem angepriesen wird. Und man muss wirklich früh da sein. Alles in allem – eine Erfahrung wert.

Sugar Factory Home Page – Sugar Factory

Wenn man sich nicht vor vierstelligen Kalorienzahlen fürchtet, findet man hier seine Erfüllung. Die Milkshakes sind wahnsinnig kreativ verziert und auch die herzhaften Speisen waren sehr lecker. Nichts für jeden Tag, aber durchaus einen Besuch wert.

Piccolo Cafe Best Coffee 1938 – New York City (piccolocafe.us)

Dies war ebenfalls ein kurzer Kaffee- und Snackstopp. Der Kaffee war lecker und das Avocadosauerteigbrot zum niederknien!

Ellen’s Stardust Diner Broadway Singing | Ellen’s Stardust Diner | United States

Hier gibt es nicht nur Essen, sondern die Unterhaltung gratis dazu – die Kellnerinnen und Kellner singen nämlich Musicalnummern (und andere Lieder) und man darf nach Herzenslust mitsingen. Das Essen war jedoch nur mittelmäßig und die Toiletten waren allesamt kaputt und nicht zu benutzen – schade.

Crif Dogs Crif Dogs

Für den kleinen Snack zwischendurch gibt es hier Burger und Hotdogs. Und diese sogar vegetarisch! Und, was soll ich sagen, es war SO GUT! Ich würde jederzeit wieder welche essen dort – oder zwei, oder drei, oder vier…

The Crooked Tree The Crooked Tree (thecrookedtreenyc.com)

Nachdem wir unseren ersten Hunger bei den Hotdogs gestillt hatten, hatten wir noch Lust auf etwas Süßes – zum Glück war „The Crooked Tree“ nicht weit weg und wir konnten uns dort Crepes gönnen. Lecker!

Shake Shack Shake Shack – Serving Up Delicious Burgers & Shakes Since 2004

Dort machten wir einen kurzen Snack-Stopp und gönnten uns jeweils einen Burger. Der Mushroom Burger war sehr lecker – und innen mit Käse gefüllt. Ich habe noch immer wilde Träume davon.

Chelsea Market CHELSEA MARKET

Hier gönnten wir uns an einem Morgen ein sehr leckeres Frühstück – okay, eigentlich futterten wir uns durch sämtliche Läden und kauften auch noch einige Souvenirs für die Daheimgebliebenen ein. Ein tolles Erlebnis, sehr zu empfehlen!

Und weil wir ja nicht nur gefuttert haben, sondern auch noch ein paar andere Dinge gemacht haben … hier noch ein paar ausgewählte andere Empfehlungen:

Nintendo Shop Nintendo New York – Official Nintendo Store in NYC (nintendonyc.com)

Man kann dort nicht nur sehr süßen Merchandise kaufen, sondern auch die neuesten Konsolen und Spiele ausprobieren und in einer kleinen Museumsecke ausgewählte Stücke begutachten. Wie einen Gameboy, der sogar den Golfkrieg überlebt hat!

High Line Park High Line (New York) – Wikipedia

Die ehemalige Güterzugtrasse wurde zu einem Park umgebaut, auf dem man jetzt spazieren gehen kann. Eine kleine grüne Verschnaufpause in der Stadt, die niemals schläft.

Hubschrauber Tour Liberty Helicopter Tours of New York – Liberty Helicopters

Unser Geschenk für das Geburtstagskind war eine Helikoptertour über New York. Da ich auf dem Boden blieb (Höhenangst), muss ich auf die Erfahrungen der anderen beiden vertrauen – und diese waren begeistert. Von dem her …

Everest Base Camp Trek – April 2019

Immer werde ich – auf Twitter, auf Facebook, in meinem eigenen Handy – daran erinnert, dass ich 2019 in Nepal gewesen bin. Was ich dort gemacht habe? Ich habe mit meiner besten Freundin Anne den Mount Everest Base Camp Trek gemacht. Gebucht haben wir via Jagged Globe gebucht, einer Firma mit Sitz in Sheffield, UK. Mit denen war ich schon auf dem Kilimandscharo und war sehr zufrieden.

Meine Erlebnisse auf dem Trek habe ich in ein Tagebuch geschrieben, meistens nur Stichpunkte – und es ist Wahnsinn, welche Erinnerungen hochkommen, wenn man mal wieder darin schmökert. Und da ich keine Lust habe, jeden einzelnen Stichpunkt auszuformulieren – hier meine Erfahrungen in original Tagebuchform. (Manche Stichpunkte werde ich aber trotzdem erklären, da sie sonst vermutlich nicht nachvollziehbar sind.)

Samstag 30.03.2019

  • nette Zugfahrt, hilfreiche Mitreisende

Wir flogen von Zürich aus via Doha nach Kathmandu. Wir nahmen beide getrennt voneinander den Zug und ich weiß noch, dass ich große Probleme hatte, meinen Dufflebag in die Gepäckablage zu wuchten. Zum Glück gab es sehr nette Mitfahrende, die mir geholfen haben.

  • sehr knapp am Flughafen, keine Pommes

Auch diesen Punkt muss ich kurz erklären. Im ganzen Pack- und Vorbereitungsstress kam ich leider nicht dazu, wirklich viel zu essen. Und daher hatte ich mir vorgenommen, am Flughafen ein paar Pommes zu essen. Jedoch benötigte der Check In und der Securitycheck so viel Zeit, dass dafür dann doch keine Zeit war. Machte mich sehr traurig. Anne wird sich noch sehr gut erinnern.

  • sehr entspannter Flug nach Doha, Anschlussflug war nicht mehr so nett (nerviger Vordermann)

Ich weiß nicht mehr, was meinen Vordermann zu nervig machte, aber er MUSS nervig gewesen sein, weil ich ihn sonst nicht extra erwähnt hätte. Vermutlich.

  • Ankunft Kathmandu (VISUM – im Handgepäck – doch nicht im Handgepäck…, lange Schlange, blablabla…), Koffer war lange nicht da (ups, Batterien)

Wir hatten unser Visum schon im Vorfeld ausgefüllt und beantragt, um Zeit am Flughafen zu sparen. TJA. Dafür hätte man das ausgefüllte Visum eben im Handgepäck haben müssen. Ich fand es nicht und dachte, es wäre wohl im Aufgabegepäck gelandet. Super. Während Anne entspannt durch die Immigration gehen konnte, musste ich an einem Terminal alles nochmal ausfüllen. Nur um denn später zu entdecken, dass meine Formulare doch im Handgepäck waren. So äußerte sich der Jetlag eben bei mir. Was aber nicht allzu schlimm war (rückblickend gesehen), da unsere Koffer EWIG nicht kamen.

  • Fahrt ins Hotel, überall gab es etwas zu sehen
  • Burger!!! (Falafelpatty), zu wenig Geld gegeben

Direkt neben unserem Hotel gab es ein nettes kleines Restaurant mit gemütlichen Außensitzplätzen. Dort gab es sogar vegetarische Burger mit Falafelpatty. Natürlich mussten Anne und ich dort unser erstes Essen einnehmen. Und ich gab beim Bezahlen zuerst zu wenig Geld. Fremde Währung ist immer so verwirrend!

  • Zeit zum entspannen, lesen
  • Geldwechsel – ich bin reich!
1 Nepalesische Rupie entspricht ungefähr 0,0075 Euro. Wenn man 150 Euro wechselt, dann hat man auf einmal fast 20.000 Nepalesischen Rupien. Ich wiederhole es nur zu gern – ICH WAR REICH!
  • Jetlag kickt rein- eine Stunde Nickerchen (Weckerstimme „Es ist 18:13 Uhr!“)

Ich wusste nicht, dass mein Wecker reden kann und ich wollte es auch nie so herausfinden.

  • dann: Bar, Treffen mit Roland („Bist du der Guide?“), dann David; Bier teilen, nette Gespräche, Helicopterscam, sehr lustig alles

Am Abend lungerten wir ein wenig in der Hotelbar herum, um zu sehen, ob wir ein paar unserer Mitstreiter treffen würden. Wir waren die einzigen beiden Mitglieder der Gruppe, die „nur“ bis ins Everest Base Camp gehen würden. Alle anderen würden entweder versuchen, den Everest (8848m) zu besteigen oder den nebenliegenden Gipfel Lhotse (8516m). Wir trafen einen netten Herren, der irgendetwas mit dem Jagged Globe Logo trug (ich weiß nur nicht mehr, was) und fragten ihn, ob er David Hamilton – unser Guide – wäre. Wie sich herausstellte, war er das nicht, aber er hieß Roland und würde den Everest besteigen. Oder, es zumindest versuchen. Wir plauderten etwas und tranken Bier zusammen. Wenig später kam dann doch noch David Hamilton dazu, der Leader der gesamten Expedition. Und, es ist nicht untertrieben zu sagen, dass dieser Mann eine lebende Legende ist. Siehe auch hier  um zu erfahren, was er schon alles getan hat – alleine den Everest 10 x zu besteigen ist absolut verrückt und wirklich atemberaubend. Und doch ist er sehr am Boden geblieben, hat einen großartigen Sinn für Humor und ist einfach eine nette Gesellschaft. Er erzählte uns auch über diverse krumme Dinge, die von zwielichtigen Gestalten am Everest gedreht werden… eben auch Helicopterscam. Ich kriege es leider nicht mehr genau zusammen.

  • dann: SCHLAFEN!!! (vorher natürlich duschen)

Natürlich. Duschen, solange man noch kann.

Sonntag, 31.03.2019

  • aufregende Nacht mit viel Gewitter und viel Regen
  • Aufstehen (etwas verlangsamt) mit schmerzenden Schultern wegen der Matratze (autschn)
  • sehr leckeres Frühstück (baked beans, mäßiges Porridge, Zitronenschalenwasser…)

Man merkte, dass das Hotel vorwiegend auf Touristen aus Großbritannien ausgelegt war. Die Auswahl war jedoch riesig und eigentlich war für jeden Geschmack gesorgt. Das einzige Merkwürdige war das Wasser mit Zitronenscheiben, das eigentlich nur nach gespritzter Zitronenschale schmeckte.

  • sehr frühe Fahrt mit Taxi nach Thamel, leicht beängstigend als fast einzige Touristen, erstmal mint tea und Lagesprechung mit Google Maps

Wir hatten uns in den Kopf gesetzt an unserem freien Tag Kathmandu zu erkunden. Und wir dachten, je früher wir unterwegs sind, um so besser. Das Problem war nur, dass einfach noch nichts offen hatte, das man sich ansehen konnte. Also suchten wir uns erstmal ein Cafe, tranken etwas und überlegten, was wir tun könnten. Und irgendwann war es dann auch spät genug, dass auch Dinge geöffnet hatten.

  • auf dem Weg zum Durbal Place (vorbei an Dharmadhaatu Stupa), ständig angequatscht worden von irgendwelchen „Guides“

Es war mega interessant durch die Straßen zu laufen. Es gab einfach überall irgendetwas Exotisches oder Ungewohntes zu sehen. Wir machten unzählige Fotos und fühlten uns einfach durch und durch fehl am Platz. Aber auf eine gute Art. Irgendwie. Bis auf die vielen Menschen, die einen angequatscht haben – wollt ihr auf den Everest steigen, braucht ihr einen Guide, braucht ihr dies, benötigt ihr das – seufz.

  • Durbar Place: 1000 NPR Eintritt, passig-aggressiver „Guide“, viele Menschen, schöne Tempel/Anlagen

Am Durbar Place quatschte uns in einen unachtsamen Moment ein Typ an, der sich als Guide ausgab. Wir hörten uns sein Angebot an (es blieb uns auch nichts anderes übrig, weil er uns gar nicht zu Wort kommen ließ) und lehnten dann mehr oder wenig höflich ab. Er wurde sofort sehr hässlich und aggressiv. Wir zahlten dann nur den normalen Eintrittspreis und schauten uns den Platz alleine an.

  • zurück zum Taxistand, auf zur Swayambu Stupa (Monkey Temple), 200 NPR Eintritt, viele Affen, viele HUNDIS!!! (Hamilton), Selfieversuche, Gebetsrollen (im Uhrzeigersinn rollen), Wasserkauf mit Öffnen der Flasche, viele Fotos

Im Monkey Temple gab es so viele niedliche Hunde. Einer davon hatte es mir besonders angetan und ich taufte ihn Hamilton. Ich schmiedete auch aussichtslose Pläne, wie ich ihn mit nach Deutschland bringen könnte… was man eben so macht.

  • zurück ins Hotel (1300 NPR), dann pool time und dann HUNGER –> The Snack Box (fried Rice with vegetables, veggie burger), Trinkgeld gegeben, dann noch ein Kaffee in einem kleinen Straßencafe

Wir genossen unseren freien Tag in vollen Zügen. Auch wenn wir von Kathmandu irgendwie zu überwältigt waren, um ehrlich zu sein.

  • dann packen (Zeitraffervideo, sehr lustig)
  • Nägel schneiden, etc.

Vorbereitung für den Trek. Wir durften nur unseren Rucksack und den Duffle Bag mitnehmen. Und so versuchten wir das Gewicht möglichst gering zu halten, in dem wir solche Dinge wie Nagelklipser im Hotel ließen.

  • dann nochmal einen Kaffee „umme Ecke“, aber STURM!

Das Wetter war wirklich unberechenbar und während eines wilden Sturms draußen zu sitzen war uns dann doch nicht ganz so geheuer.

  • saßen dann in der Lobby rum, danach in die Bar, dann fast das ganze Team kennengelernt

Das restliche Team waren David, Robert, Mary, Roxanne, Ian, Sean, Brock, Rui. Brock und Ian waren Team Lhotse, der Rest war Team Everest. Naja. Und wir eben. Team Cheerleader.

  • Abendessen und die anderen „beschnuppern“
  • danach: duschen

(solange man noch kann – wir würden uns später noch oft an die Dusche in Kathmandu erinnern)

  • müde, also: vorlesen (Desiderio) –> Ergebnis: Anne schläft, Manu wach

Wir initiierten ein kleine Ritual für den Trek. Ich begann abends vor dem Einschlafen Anne aus den wirklich schlechtgeschriebenen Büchern auf meinem Kindle vorzulesen. Das ist sowas wie mein guilty pleasure – ich LIEBE trashige Bücher mit vorhersehbarer Storyline, mit furchtbar stereotypischen Charakteren und grässlichen Dialogen. Problem war meistens einfach nur, dass ich nach dem Vorlesen wieder hellwach war, während Anne einschlief. Naja. Egal. War trotzdem gut.

Montag, 01.04.2019

  • viel zu früh aufstehen müssen

Das könnte der Beginn von JEDEM EINZELNEN meiner Tagebucheinträge von dort an sein.

  • Frühstück, Briefing  („Yaks kill trekkers not on Purpose but on being big and stupid“)

Nach dem Frühstück gab es noch ein Briefing von David für die Gruppe. Es ging um allgemeine Verhaltensregeln auf dem Trek und alles, was sonst noch so wichtig war. Und eben auch, dass jedes Jahr Trekker verunglücken, weil sie zu unvorsichtig sind, wenn ihnen Yaks entgegen kommen. Diese laufen nämlich stur weiter, egal, was oder wer vor ihnen steht. Und so kann es schon mal vorkommen, dass unvorsichtige Trekker vom Weg geschubst werden. Unschön. Und daher unbedingt zu vermeiden.

  • SIM Karten Kauf (Name vom Vater, vom Ehemann, vom Großvater… wtf?)

Wir wollten auch auf dem Trek für unsere Lieben zuhause erreichbar sein, daher entschieden wir uns, uns noch mit nepalesischen SIM-Karten auszustatten. Wir fanden schließlich unweit des Hotels einen Laden, der Ncell-SIM-Karten vertrieb. Man benötigte jedoch nicht nur ein Passfoto und seinen Pass, sondern musste auch noch ein Formular ausfüllen, in dem man den Namen des Vaters, des Ehemannes und des Großvaters eintrug. Sehr speziell.

  • auf zum Benelli-Laden für Annes Papi (Straßen überqueren mit menschlichen Schutzschild)

Es ist fast unmöglich, jemanden, der noch nie in Nepal (oder Vietnam oder einem anderen asiatischen Land) war, zu erklären, wie schwierig es ist, dort eine Straße zu überqueren. Der Verkehr war dicht, es scheint kein wirklich geordnetes System zu geben und auch Fußgängerstreifen sind eher Dekoration. Wir hielten uns an die Einheimischen und traten erst auf die Fahrbahn, wenn diese dies auch taten. Menschliche Schutzschilde eben. #sorrynotsorry

  • dann Mittagessen (und erst ganz am Schluss für uns…), check out

Anne und ich hatten uns gefüllte Pilze bestellt, eigentlich ein Gericht, das als Snack angegeben war und dementsprechend schnell hätte fertig sein müssen. Fehlanzeige. Während alle anderen ihre Burger und ähnliches bekamen, erhielten wir unsere fünf Pilze erst ganz am Schluss. Wir mussten sie in 5 Minuten hinunterwürgen, weil das restliche Team schon auf uns wartete.

  • Blessing Ceremony mit Schnaps und einem Ei

Eine wunderschöne Tradition für all diejenigen, die auf ihrem Trek auch einen Berg besteigen würden, ist die sogenannte Blessing Ceremony. Dort werden Gebete gesprochen und man wird gesegnet, damit man von Schaden und Verletzungen geschützt ist. Abgerundet wird dies von einem Schnaps und einem Ei, das man verköstigen darf. Ich hab nicht alles genau verstanden, aber es war eine tolle Erfahrung – vor allem, weil wir als „just trekkers“ mitmachen durften. 

  • Fahrt (ewig lange, gefährlich, erste Plumpskloerfahrungen)

Wir fuhren von Kathmandu schließlich in die Nähe von Ramecchep, von wo aus wir nach Lukla fliegen würden. Der Flughafen in Kathmandu führte Bauarbeiten an den Start- und Landebahnen durch, weswegen der Flughafen von 2 – 8 Uhr morgens geschlossen war. Man versucht jedoch, möglichst den ersten Flug des Tages nach Lukla zu bekommen, weil dort das Wetter meistens noch am besten ist. Je später der Tag desto eher können Wolken aufziehen, was den Flugverkehr (und die Sicherheit) beeinträchtigt. Und so hatte sich Jagged Globe dafür entschlossen die ca. sechsstündige Fahrt nach Ramecchep auf sich zu nehmen, von wo aus der Flugverkehr unbeeinträchtigt nach Lukla startete. Und wer schon mal in Nepal Auto gefahren ist, weiß was ich meine, wenn ich von „gefährlich“ rede. Enge Straßen, sehr rumpelig, jeder fährt irgendwie so, wie er möchte und es wird viel gehupt. Naja, wir haben es überlebt.

  • Ankunft, erstes Dhal Baht des Trekkes

Wie sehr ich mich über dieses erste Dal Bhat gefreut habe. (Meine Schreibweise von Dal Bhat ändert sich von Mal zu Mal. Entschuldigung.) Es besteht aus Linsensuppe (Dal), Reis (Bhat) und verschiedenes Gemüse. Sehr sättigend und meistens gut gewürzt und man bekommt immer einen Gratisnachschlag. Aber irgendwann hängt es einem zum Hals raus. Alleine diesen Absatz zu schreiben hat mich mentale Kraft gekostet.

  • Dusche JAAAAAAA und dann … nein, doch nicht

Wir hatten eine Dusche im Zimmer – das war schön. Sie funktionierte nicht – das war traurig.

  • frühes Schlafengehen

Was auch sonst.

Dienstag, 02.04.2019

  • Wecker viel zu früh (3 Uhr)

Das ist WIRKLICH früh und ich bin es gewohnt, Frühdienst zu arbeiten.

  • Frühstück (Kaffee, Tee, Biskuits)

Mehr hätte ich vor Aufregung auch nicht heruntergebracht.

  • Fahrt nach Ramecchep (very bumpy, einmal verfahren)

Den Flughafen zu finden war wirklich schwieriger als gedacht. Und die Straßenverhältnisse waren lachhaft. Aber irgendwann waren wir dann doch dort.

  • Flughafenparksituation sehr chaotisch

Was kann ich dazu noch sagen. Geordnetes Chaos, wenn ich nett sein wollte. Aber IRGENDWIE funktioniert es!

  • „Sicherheitscheck“ („Ich dachte, das wäre die Toilette!“)

Man wir das Gepäck praktisch vor dem Flughafengebäude los. Es wird gewogen und dann auf Lastwagen gepackt, die dies zu den jeweiligen Flugzeugen bringen. Danach reiht man sich ein. Erst dachte ich (und alle anderen, um fair zu bleiben), dass dies die Schlange für die Toilette wäre, aber es waren zwei Kabuffs, unterteilt in Männer und Frauen, in denen das Handgepäck (und man selbst) durchsucht wurde.

  • Flug (nur 20 min), sanfte Landung, ich habe Roland fast den Arm abgerissen

Ich gebe es zu – ich habe ja schon bei normalen Flügen dezente Angst. Aber der Flug nach Lukla brachte dies auf ein völlig neues Level. Offiziell heißt der Flughafen übrigens Tenzing-Hillary-Airport (als Ehrung für die beiden Erstbesteiger des Mount Everest). Ich hatte immer im Hinterkopf, dass Lukla der gefährlichste Flughafen der Welt ist und dass der Flug sehr rumpelig sein kann. (Google-Bildersuche oder die  Wikipedia-Seite zeigt dies auch sehr eindrucksvoll.) Naja, es gibt ein sehr unterhaltsames Video von der lieben Anne, die zeigt, wie ich meinem Nebenmann – Roland – auf dem Flug fast den Arm abreiße und ihm immer wieder in den Oberschenkel kralle bei den wenigen Turbulenzen, die wir erlebten. Tut mir immernoch leid, Roland. Aber es hat uns irgendwie näher gebracht. Und nach nur knappen zwanzig Minuten und einer sehr angenehmen Landung war der Spuk dann auch schon vorbei. Und ich lebte noch. Und wir standen mitten in einer eindrucksvollen Berglandschaft.

  • leckeres Frühstück
  • LOS GEHTS!!

Wir waren sehr aufgeregt, extrem motiviert und voller Tatendrang. ENDLICH ging es wirklich los.

  • lunch break with half Rice and half noodles, very nice lodge with a garden, hot lemon

Ich weiß leider nicht mehr genau, wo wir genau Mittag gegessen haben – es war eine Lodge in Phakding im alpinen Stil. (Auf dem Rückweg blieben wir hier sogar über Nacht.) Und hier bekamen wir auch zum ersten Mal das Getränk, das uns den restlichen Trek begleiten sollte – heiße Zitrone. Sehr lecker, sehr wärmend, sehr süß – perfekt!

  • insgesamt 3 – 4 h Wanderung

Bis zu unserem Ziel für den Tag, Monjo.

  • Dhal Bhat for dinner, breakfast ordering (Davids Drohung)

Es gab Dal Baht zum Abendessen. Und es war wirklich lecker. (Schon wieder diese Übelkeit beim Gedanken daran.) Und hier erfuhren wir auch, dass es völlig üblich ist, dass man am Abend vorher schon das Frühstück bestellt, um Zeit am nächsten Morgen zu sparen. Wir schienen es dabei jedoch ein wenig zu übertreiben, denn David sah sich gezwungen, die Drohung auszusprechen, dass alles, was bestellt wird, auch gegessen werden muss, sonst …

  • SCHLAFEN!!! wieder vorlesen für Anne (Desiderio), kleine Panikattacke

Ich weiß nicht mehr genau, warum ich eine Panikattacke hatte, aber vermutlich weil der gesamte Trek so eine krasse Erfahrung war, dass sich mein Körper nicht anders zu helfen wusste. Aber irgendwann konnte ich dann auch einschlafen – zum Glück. Ich war nämlich wirklich, WIRKLICH müde.

Übernachtung in der Sherpa Lodge Monjo.

Mittwoch, 03.04.2019

  • sehr gute Nacht
  • nettes Frühstück, fast alles wurde aufgegessen

Tja, da siehste mal David, hm? Hmmmm?

  • Cola 350 / Wasser 100 NPR

Zum besseren Vergleich – das wären ca. 2,70 Euro für eine Cola und ungefähr 80 Cent für eine Flasche Wasser. Was wir dort noch für recht teuer hielten, sollte der günstigste Preis für diese Dinge auf unserem gesamten Trek sein.

  • los geht’s
  • Iain hat eine gute Geschwindigkeit (Pacemaker)

Wir suchten jemanden aus der Gruppe aus, der eine gute Geschwindigkeit für uns hatte und fanden dabei Iain. Wir dackelten ihm also den restlichen Trek wie zwei Entenküken hinterher. War bestimmt auch nicht nervig oder so.

  • Gruppenselfie vor der Edmund Hillary Bridge (doppelstöckige Hängebrücke)

Ah, jetzt weiß ich wieder, warum ich in der vorherigen Nacht die Panikattacke hatte – wegen dieser Hängebrücke, die es auf dem Weg nach Namche Bazar zu bewältigen geht. Ich habe Höhenangst und das nicht zu knapp (ja, ich wandere trotzdem gerne und steige auch ab und an ganz gerne auf Berge) und diese Hängebrückenkonstruktion sorgte bei mir mehr als einmal für Bauchgrummeln. Aber die Bilder unserer Gruppe vor der Brücke sind ganz nett geworden. Seht ihr die Angst in meinen Augen?

  • hasse die Brücke… Anne hat es aufgenommen („breathe in and out…“)

Davon gibt es ein sehr lustiges Video, in der Anne mich versucht, in beruhigender Stimme über die Brücke zu lotsen. Ich hakte mich mit einer Hand an ihren Rucksack ein und so konnten wir auch diese FUCKING SCHEISS GRUSELIGE HÄNGEBRÜCKE MIT IHRER KRASS WUNDERSCHÖNEN UND BEÄNGSTIGENDEN AUSSICHT überqueren. (Eine Technik, die ich für den Rest des Trekkes beibehielt. Funktionierte meistens wunderbar. Hyperventiliert hab ich trotzdem ständig.)

  • immer weiter hoch für 2 h
  • first Peak of Everest … fail! Aber wir haben Lhotse gesehen

Wir machten eine kurze Rast auf einem Platz, auf dem man den ersten Blick auf den Everest erhaschen können sollte – leider war es recht diesig, weswegen wir „nur“ Lhotse sehen konnten. War aber auch schon sehr beeindruckend. Ich muss zugeben, ich war allerdings mehr von der Pause begeistert – der Adrenalinkick auf der Brücke hatte meine Reserven relativ geschröpft.

  • ich hasste, hasste, hasste den walk up in Namche Bazaar… hangry!

Äh. Ja. Das sagt eigentlich schon alles.

  • Pause in der Lodge, hot Lemon, lunch, dann auf in die Stadt

Danach ging es mir dann auch schon deutlich besser. (Sehr zur Freude von Anne, die unter meiner Laune am meisten zu leiden hatte. #sorry) Wir beschlossen, erstmal die Stadt unsicher zu machen – man hört schließlich immer so viel von Namche, da wollten wir uns das nicht entgehen lassen.

  • chocolate banana cake + cappucchino, duftende Toilette, Wifi…

David lotste uns erstmal in die Namche Bakery und OH MEIN GOTT es gab den besten Kuchen der Welt und absurd leckeren Kaffee. Und die Toiletten waren sauber und dufteten krass gut nach den gebackenen Leckereien, weil die Küche gegenüber war. (Okay, so klingt das eklig, aber … naja … egal.) Wir verbrachten eine sehr vergnügliche Zeit in der Bäckerei und bondeten auch als Gruppe noch ein wenig. Ja, auch wir just trekking girls.

  • Shopping!

Wir machten uns dran, schon mal ein paar kleinere Souvenirs zu kaufen. Auf dem Rückweg würden wir zwar nochmal in Namche übernachten, aber wir waren uns nicht sicher, in welcher Konstitution wir uns dann befinden würden. Also gaben wir uns dem Konsumrausch hin. So gut es eben ging.

  • back home – keuchend

Unsere Lodge lag auf dem höchsten Punkt und das Zentrum befand sich Downtown… naja, es war anstrengend.

  • hot Drinks + Cookies, EKG via Apple Phone

Was die Technik nicht alles kann.

  • Dinner im Büfettstil, leckere Suppe
  • Dobble

Für ein paar Abende war das unser Zeitvertreib. Danach landete es in meiner Tasche und wurde bis zum heutigen Tag nicht mehr ausgepackt.

  • ab ins Bett!

SCHLAFEN!

Übernachtung in Namche Bazar

Donnerstag, 04.04.2019

  • kalte Nacht, aber Schlafsack + Düvet + 2 Wärmflaschen (umfunktionierte Nalgene Flaschen), mega!

Bester Trick seit dem Kilimandscharo – man nehme zwei Nalgene Flaschen, fülle heißes Wasser ein und nehme sie mit in den Schlafsack. In der Nacht hat man es kuschlig warm und am nächsten Morgen hat man Wasser in perfekter Trinktemperatur. Perfekt. (Man muss dazusagen, dass es Leute in unserer Gruppe gab, die nur unter den bereitgestellten Bettdecken geschlafen haben, das heißt ohne Schlafsack. Funktioniert bestimmt auch (die Bettwäsche sah auch in den meisten Fällen relativ sauber aus), aber mir wäre es persönlich viel zu kalt gewesen. Bin halt eine Frostbeule.)

  • Porridgefrühstück
  • Iain + Sean kränkeln, rest day, verschenke ein Nasenspray

Heute hatten wir praktisch kein Programm. Ein Teil unserer Gruppe hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und wollte den Tag zum kurieren nutzen. Ich verschenkte mein übriges Nasenspray und rettete damit Iains Leben. Glaube ich zumindest.

  • Akklimatisierungstour: Khumjung (ca. 3900m), Everest View Hotel mit keinem Blick auf den Everest wegen Nebel, steiler Abstieg (exposed section), David lädt zu Tee, Kaffee und Kuchen ein (Apfelkuchen, Schokocrossaints)

Die Akklimatisierungstour rund um Namche war sehr schön. Wir machten einen Abstecher zum Everest View Hotel, einem der am höchsten gelegenen Hotels der Welt auf ca. 3960 m. (Falls ihr mal dorthin reisen wollt, aber nicht so viel Zeit habt oder keine Lust auf Trekking, sie bieten auch Helikopterflüge von Lukla aus an …) Leider sahen wir aufgrund der eingeschränkten Sicht den Everest nicht und beschlossen im nächsten Cafe, das auf dem Weg lag, eine Pause zu machen. Und David, der seine Führungsqualitäten mal wieder unter Beweis stellte, lud uns zu Kaffee und Kuchen ein. Nomnomnom!

  • zurück in Lodge: Lunch
  • dann Nachmittag in „Downtown“ mit Souvenirshopping, Kaffee im Daphne Cafe, dann zurück ins Hotel

Anne und ich wollten mal ein anderes Cafe ausprobieren und besuchten daher das Daphne Cafe. War bei weitem nicht so schön wie die Namche Bakery. Trotzdem, Hauptsache Kaffee.

  • packen, waschen (mein schönes Icebreaker Merinoshirt stinkt!!!), alle elektronischen Geräte werden aufgeladen

Mein schönes Shirt konnte ich danach praktisch nicht mehr anziehen, weil es zum Himmel stank. Und das trotz Merino. Seufz. Wir nutzten noch das Angebot der Lodge für einen gewissen Betrag (weiß leider nicht mehr, wie viel das genau war), unsere Powerbanks aufzuladen. Wir nutzten praktisch jede bezahlbare Möglichkeit, weil Strom wirklich eine begrenzte Resource war.

  • entspannte Stunde im Aufenthaltsraum, lesen, Tagebuch, Roland verzweifelt an der Technik

Roland versuchte (soweit ich mich erinnern kann) ins Internet zu kommen, um zu checken, wie weit sein DHL Team war. Irgendwie funktionierte das allerdings nicht. Technik halt.

  • Abendessen, alle sind müde
  • Vorlesestunde für Anne mit Desiderio
  • schlafen

Übernachtung in Namche Bazar.

Freitag, 05.04.2019

  • Weckrum um 6 Uhr (für die anderen sogar mit klopfen…), die Nacht war gar nicht so kalt gewesen

Vielleicht gewöhnten wir uns auch einfach nur an die Temperaturen.

  • „duschen“ mit Baby wipes, packen, etc.

Anne und ich hatten nach ein paar Tagen die perfekte morgendliche Routine herausgearbeitet. Wir waren komplett synchronisiert und kamen daher auch nie zu spät zum Frühstück. Das war schön. Und kalt. Aber auch sehr schön.

  • auf geht’s, ca. 5 h Wanderung
  • wunderbare Blicke auf Everest + Ama Dablan (und viele anderen, deren Namen ich nicht kenne), zeitweise jedoch recht steil und abschüssig

Es war wirklich steil und abschüssig, daher lief ich meistens auf der dem Abgrund abgewandten Seite. Meist noch mit menschlichen Schutzschild zwischen mir und sicherem Tod. So konnte ich dann den herrlichen Ausblick auch genießen.

  • nach einer kurzen Pause nach einer Suspension Bridge der Aufstieg… 1 1/2 h ohne Pause…

Anne ging es an diesem Tag nicht so gut und dieser krasse Aufstieg ohne Gnade zehrte wahnsinnig an ihren Nerven. Das war, glaube ich, für sie der schlimmste Tag des Treks. (Wie sie sich gefühlt hat, würde ich auch bald erfahren. Nur, dass ich das zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste.)

  • dann Deboche Monastery (ca. 3820m), aber Anne am kränkeln, evtl. noch Zeit auf dem Rückweg um die monastery zu besuchen
  • ca 20 min Abstieg zur Rivendell Lodge (Deboche) –> Tee, Lunch, Masala Tee (sooo lecker!), Anne schläft erstmal

Hier schloss ich zum ersten Mal Bekanntschaft mit Masala Chai, einem Gebräu aus Schwarztee, Milch, Zucker und einer Gewürzmischung. Ich war zuerst skeptisch, aber es war so krass lecker, dass ich es noch öfter trinken sollte. (Und inzwischen könnte ich schon wieder würgen, wenn ich nur daran denke. Danke Körper.)

  • Taschen brauchten ca 3 h. länger als wir und dann wollte das Yak das Gepäck nicht hergeben

Von unserem Fensterplatz in der Lodge aus konnten wir sehr gut beobachten, wie die Sherpas versuchten, unser Gepäck vom Rücken der Yaks zu bekommen. Die Yaks wollten das aber nicht hergeben. Es dauerte ungefähr eine halbe Stunde, bis sich die Tiere erbarmten, unsere Taschen herzugeben. War sehr unterhaltsam.

  • ruhiger Abend, Tische verteidigen
  • sehr strenge Lodgebesitzerin, die ihren Job offenbar liebt

Die Dame, die diese Lodge führte, führte ein strenges Regiment. Ich hatte ein wenig Angst vor ihr und fand sie irgendwie auch toll. Ich wünschte, ich wäre ein wenig mehr wie sie.

  • Abendessen
  • Anne geht bald schlafen, alle anderen lesen, surfen, etc.; ich sitze rum und sauge alles auf (und döse etwas)

An jenem Abend lag mir nicht der Sinn danach, mich selbst an Gesprächen zu beteiligen, sondern ich wollte mich eigentlich nur berieseln lassen. Kennt ihr das? Ihr wollt eigentlich keine Gesellschaft, aber ihr wollt auch nicht alleine sein? Naja, es gibt bestimmt ein Wort dafür. Und so saß ich einfach nur so rum. War auch sehr schön.

  • ab ins Bett, Toilette und Waschbecken auf dem Flur, sehr stechender Ammoniakgeruch

Ja, naja, was soll man sagen. Toilettengeschichten hätte ich genug gesammelt auf diesem Trek. (Und auf dem Kili.)

  • Gute-Nacht-Geschichte für Anne von Desiderio, dann schlafen

Übernachtung in der Rivendell Lodge Deboche.

Samstag, 06.04.2019

  • Wecker ging um 6:15 Uhr, Nacht war okay, ca. 3 x aufgewacht, das letzte Mal so gegen Mitternacht („Mensch, ich bin aber fit! … Oh.“)

Da wir meistens schon so früh schlafen gegangen sind, waren wir auch meistens schon recht früh munter. Aber an diese Nacht erinnere ich mich noch ziemlich genau. Ich bin öfter aufgewacht (augenscheinlich ohne Grund) und als ich das letzte Mal aufgewacht bin, dachte ich mir so „Ach mensch, ich bin richtig fit. Der Wecker klingelt bestimmt auch gleich!“ Und dann hab ich auf die Uhr gesehen und war richtig perplex. Aber hab mich drüber gefreut, dass ich noch sechs Stunden schlafen konnte. Passiert ja auch viel zu selten.

  • übliches Ritual: Schlafsackpacken, alles andere packen, Haare unter Mütze stecken, duschen mit wet wipes, etc.

Das „Duschen“ mit den Feuchttüchern lief bei mir immer nach demselben Prinzip ab. Gesicht, Arme, Beine, Füße, Achseln und dann der Rest. Man fühlte sich nicht wirklich sauberer dadurch, aber frischer. Aber an eine Dusche kam es doch nicht ran.

  • beim Frühstück (Apple Pancakes) ziehen schon krasse Wolken auf und dann … Schneefall, bis zur Ankunft in der Lodge (Summit Hotel)

Witzige Geschichte: Neulich machte mein Freund Pancakes zum Frühstück. Und er dachte sich, er ist mal ein wenig kreativ, und schneidet Äpfel mit rein. Naja, lange Rede, kurzer Sinn – ich konnte sie nicht essen. Sie sahen genauso aus und rochen genauso wie die Pancakes auf dem Trek. Nicht, dass sie nicht lecker gewesen wären damals, aber … meine Abneigung besteht immernoch.

  • nach 1 h laufen noch ein Blessing mit dem neuen Lama von Pangboche in der ältesten monastry:
    • Schuhe aus, warten
    • dann: viel Glockenschlagen, Kälte, Reis werfen, Bier, dann … 500 NPR in einen Schal gefaltet, übergeben (also an den Lama, nicht sich selbst), er nimmt das Geld, hängt einem den Schal um, gibt einem eine komische Frucht zu essen, fertig (war eklig und schwer zu kauen) und es war alles arschkalt, und Anne war dezent schlecht gelaunt, zum Schluss noch ein Gruppenfoto im Schnee

Da wir ja mit den Everest-Climbern unterwegs waren, machten wir unterwegs noch einen Stopp bei der Pangboche Monastry, bei der eine weitere blessing ceremony stattfinden sollte. Ich hatte schon im Vorfeld davon gehört und war sehr aufgeregt – jedoch machten es die Wetterumstände einem wirklich schwer, das Ganze zu genießen. Es schneeregnete wie verrückt, man hatte praktisch null Sicht und es war kalt. Und in der Monastry musste man aus Respekt die Schuhe ausziehen. Was genau in der Zeremonie alles getan und gebetet wurde, kann ich bis heute nicht sagen. Aber es war schon sehr bewegend irgendwie. (Das sage ich. Anne hat in der ganzen Zeit innerlich ziemlich geflucht, weil ihr kalt war 🙂 ) Der Höhepunkt war praktisch der Moment, in dem man den Schal (mit dem eingewickelten Geld, 500 NPR entspricht ungefähr 3,80€) dem Lama überreicht, dieser das Geld herausnimmt, einem den Schal dann wieder umlegt und einem eine komische Frucht zu essen gibt. Ich weiß bis heute nicht, was es war (und ich will es auch nicht wissen), aber der Lama war sehr bestimmend darin, dass man sie auch wirklich aß. David schaffte es nicht, meine Bedenken zu zerstreuen, als er mir im Nachhinein mitteilte, dass es in einigen Regionen als höchste Ehrung gilt, wenn man den getrockneten Kot des Lamas zu essen bekommt. Ob das stimmt, weiß ich bis heute nicht UND ICH WILL ES AUCH GAR NICHT WISSEN. Naja, am Schluss gab es noch das obligatorische Gruppenfoto und dann durften wir auch schon weiterziehen.

  • weiter im Schnee
  • Pause mit heißer Zitrone in einer „sun hat“, Marsriegel

Zwischendurch machten wir noch eine dringend benötigte Pause in einer kleinen Unterkunft am Wegesrand. Eigentlich war diese nicht geplant, aber weil es wirklich kalt war und die Laune im Team langsam, aber stetig sank, lud uns David zu heißen Getränken und Schokoriegeln ein. Das war schön. Und Annes Laune war dann auch schon wieder besser.

  • dann wieder weiter durch den Schnee
  • Anne ziemlich am Ende, aber geschafft!
  • Zimmer war sehr kalt, aber Badezimmer im Zimmer

Dass man nicht für jedes Mal Toilette nach draußen auf den Flur laufen musste, war schon der größte Luxus für uns.

  • Lunch, dann Anne ins Bett, Manu zur Bakery (Kaffee + Apfelkuchen, ansonsten etwas langweilig)

Anne benötigte erstmal eine Aufwärm- und Erholungsphase im warmen Bett, ich wollte eine Runde Kaffee trinken. Also schloss ich mich ein paar Leuten an und ging mit in ein Cafe. Es könnte das French Bakery Cafe gewesen sein, aber 100% sicher bin ich mir da nicht. Aber es gab Apfelkuchen und Kaffee und das war schön. Aber die Gespräche waren sehr schleppend – ich glaube, wir waren alle etwas erschöpft – und so war der Besuch wirklich etwas langweilig. Aber gut. Auch so etwas darf mal passieren.

  • ruhiger Nachmittag mit einer abnorm laut schnurrenden Katze), die Roland abgöttisch liebt

Die Katze sollte uns noch sehr viel Spaß bereiten.

  • Wifi 500 NPR günstiger („It was a mistake!“)

Ich kann mich nicht mehr genau an die Geschichte erinnern, aber ich zahlte 500 NPR weniger für das Everest Link Wifi als jemand anderes aus unserer Gruppe – man kann nämlich praktisch auf dem gesamten Everest Base Camp Trek Wifi Verbindung haben, wenn man genug Geld auf den Tisch legt. Wenig später bemerkte der Herr jedoch seinen Fehler, beließ es jedoch bei dem Preis ohne Nachzahlung. Aber er rang uns das Versprechen ab, dass wir es niemanden erzählten.

  • power nap vor dem Abendessen
  • Escape room mit klemmender Tür

Nach dem Abendessen in der Stube verabschiedeten sich Anne und ich schon relativ früh in Richtung Bett. Allerdings klemmte die Tür. Erst dachten wir, wir wären zu blöd, um eine Tür zu bedienen, aber selbst die Männer hatten Mühe, sie zu öffnen. Daher – Escape Rooms müssen gar nicht teuer sein!

  • ansonsten: schlafen (kalt!)
  • Anekdote: „I am going to the Baltic States.“ „Oh, with whom?“ „My boyfriend!“ „Ah. All three of them?“ Er meinte die Staaten. Ich den Freund.

Ich lache immernoch zu hart, wenn ich dran denke.

  • Nachtrag: Katze schlief unter meiner Daunenjacke, dann noch spontaner Besuch von Robert Anderson mit dem Sohn + Enkel von Edmund Hillary, daher: David aufwecken!

Eben, die Katze war einfach das süßeste Geschöpf auf dieser Erde an diesem Abend. Sie war sehr anhänglich und schnurrte in Dezibelbereichen, die ich noch niemals gehört habe. Und spontanerweise kamen noch Freunde von David in unsere Lodge, die gehört hatten, dass er dort übernachtete. Da sich David schon für die Nacht zurückgezogen hatte, übernahm ich die Aufgabe, ihn zu wecken und ihm zu sagen, wer da an unsere Tür geklopft hatte. Er hatte es – dank den wunderbar dünnen Wänden – jedoch schon gehört und war in Sekunden zu Stelle. Ich fühlte mich in der Gegenwart von so bedeutenden und professionellen Bergsteigern recht unwohl (ich war doch nur ein Trekker!) und ging dann auch schlafen. Die anderen hatten noch ziemlich Spaß, wie ich im Nachhinein gehört habe…

Übernachtung im Summit Hotel, Dingboche

Sonntag, 07.04.2019

  • proper lie in bis 6:30 – 6:45 Uhr

AUSSCHLAFEN! Oh mein Gott, das war ein seltenes Juwel auf diesem Trek und es war so schön.

  • Frühstück (Apple Pancake) mit Schneetreiben draußen, daher: all walks postponed

Wir sollten mehrere Nächte in Dingboche bleiben und eigentlich waren mehrere Akklimatisierungsausflüge geplant. Doch da es immernoch wie verrückt schneite und es somit zu gefährlich wäre (Lawinengefahr, etc.) wurden alle Aktivitäten verschoben. Und das hieß wir hatten einen ganzen Tag frei. Und was macht man, wenn man Zeit hat und man dann feststellt, dass es sogar eine HEISSE DUSCHE IN DER LODGE GIBT? Natürlich!

  • und dann HOT SHOWER mit Regenwalddusche, Anne hat sogar Shampoo dabei, 100% der Mädels duschen… und Dennis

DUSCHEN! Alle weiblichen Personen unseres Treks nutzten diese einmalige Gelegenheit (natürlich gegen Bezahlung, aber ich weiß gar nicht mehr, wie teuer es war – vermutlich irgendwas zwischen 5 – 10 €) – und Dennis. Und man kann sich einfach nicht vorstellen, wie viel besser wir uns danach fühlten. Anne und ich hatten vor dem Trek überlegt, ob wir es nicht mit „natural cleansing“ in Bezug auf unsere Haare versuchen sollten – angeblich sind die ersten 3 Wochen die schlimmsten und danach hat man wunderschönes, weiches, gepflegtes, nicht fettendes Haar … aber wir konnten es einfach nicht.

  • gemütlicher Tag im Sonnenraum mit lesen, dösen, packen, Katze

Die Katze fand es übrigens auch gut, dass wir alle den ganzen Tag da waren. Sie wechselte zwischen den verschiedenen Personen, um auf den Schößen zu sitzen und zu schnurren. War doch sehr schön.

  • Mittagessen mit Tomaten“pizza“

Da will man einmal abenteuerlich sein und etwas anderes etwas als Dal Baht essen, entscheidet sich für Tomatenpizza und dann ist es (überraschend, ich weiß) enttäuschend. Naja. Schade. Versuch war es wert.

  • dann Dokumentation (über Everest Desaster 2014) im Himalayan Cafe, kostenloses Aufladen vom Handy, pornöser Schokoladenkuchen, viele Tränen

Ich liebe es ja schon in meinem Alltag, in einem Cafe zu sitzen, Kuchen zu essen, Kaffee zu trinken und Menschen zu beobachten. Auf dem Trek gab es dafür dann auch wirklich genügend Gelegenheiten und wir nutzten sie schamlos aus. Im Himalayan Cafe gab es wirklich Ultra leckeren Schokoladenkuchen, sehr leckeren Kaffee, man konnte sein Handy kostenlos aufladen, wenn man mehr als 400 NPR ausgab und es gab FILME! In diesem Fall eine Dokumentation über das Everest Desaster 2014. Es war sehr interessant, informativ und traurig. Ich war zum Glück nicht die Einzige, die heulen musste.

  • dann zurück für dinner ordering, Kauf von Tempos (10 NPR jede Packung)

Anne benötigte neue Taschentücher, also machten wir uns auf die Suche. In einem Shop fanden wir schließlich welche für 10 NPR pro Packung, das sind weniger als 10 Cent. Und sie waren wirklich dringend benötigt.

  • bissl twitterpromoting

Ganz ehrlich – ich weiß nicht mehr, was ich damit meinte. Ich schätze, ich habe irgendwas auf Twitter geschrieben, ABER WAS? WORÜBER? Man weiß es nicht.

  • dann: Kampf um den Ofen, Katzenkuscheln, Bristol Team is here
  • Sättigung: 87 – 91%

Immernoch gut. Also „gut“. Soweit es halt gut sein kann auf über 4400 m Höhe.

  • Traum mit Absturz in Lukla, Hochzeit, etc.

Wieder einmal hab ich keine Ahnung mehr, was ich da genau geträumt habe. Es muss mich aber am nächsten Tag beeindruckt haben, sonst hätte ich es wohl nicht aufgeschrieben.

Montag, 08.04.2019

  • nicht so viel Bock zum Aufstehen

Überraschung.

  • Apple Pancakes zum Frühstück

Würg.

  • Sonnenschein! Oh, da sind ja Berge!

Das Schneetreiben hatte endlich aufgehört und endlich konnten wir mal sehen, wo wir uns überhaupt befanden. Da waren ja Berge! Landschaft! Und eine wunderschöne noch dazu. Wahnsinn.

  • „Unfall“ mit dem DHL-Laster

Ich weiß nur noch, dass Roland irgendwelche Fotos mit seinem kleinen DHL-Miniatur-Laster machen wollte und dass der dann irgendwo abgestürzt ist. Muss wohl lustig gewesen sein.

  • los geht’s, ca. 3 h Wanderung

Da sich die Wetterumstände so sehr gebessert hatten, durften wir wieder unsere Sachen packen, denn es ging los zur ersten Akklimatisierungstour. Und zwar sollte es nach Chukhung gehen, auf einer gemütlichen dreistündigen Wanderung. Und es war wirklich eine schöne Wanderung. Wir hatten nicht unbedingt die Zeit im Nacken (außer natürlich David, der unbedingt zum Mitttagessen dort sein wollte) und hatten Zeit zum quatschen und die Landschaft in uns aufzusaugen.

  • schwierige Pinkelpause (wohin bloß?)

Wir waren zwar umrundet von der wunderschönsten Berglandschaft, die ich je in meinem Leben gesehen habe, aber trotzdem war der Weg sehr eben. Da gab es keine Hügel, hinter denen man verschwinden konnte. Geschweige denn Bäume oder Büsche. Zum Glück halfen mir unsere Sherpas ein ruhiges Örtchen zu finden.

  • Instagramselfie

Auch das muss sein.

  • atemberaubende Blicke auf die Berge (Nupse, Lhotse, etc.)

Unterwegs machten wir einen kurzen Stopp und David und Pem (unser Chef-Sherpa) zeigten uns genau, welcher Berg welcher war. Es ist schon nochmal etwas komplett Anderes, wenn man die Berge live und in Farbe vor sich sieht, als wenn man „nur“ Fotos sieht. Sie sind majestätisch, wunderschön und einfach atemberaubend.

  • nach 2:10 h sind wir schon an der Unterkunft im strahlenden Sonnenschein

Davids Besorgnis, das wir zu langsam sein könnten, war demnach völlig unbegründet.

  • schöne Zimmer, aber im separaten Gebäude, Toilette am anderen Ende des Flures, kein Waschbecken (wo Zähneputzen?)

Das sollte uns am Schluss noch vor wirkliche logistische Probleme stellen. Über die Toilette breiten wir den Mantel des Schweigens.

  • hot Lemon auf Terrasse, sehr gemütlich, etwas windig

Es hatte schon etwas sehr Entspannendes, mit einer Tasse heißer Zitrone im Sonnenschein auf der Terrasse zu sitzen, sich die spektakuläre Landschaft anzusehen und mit den anderen zu flachsen. Ein Moment, an den man sich gerne zurück erinnert. (Wir saßen übrigens auf der Terrasse, weil wir noch auf unsere Taschen warteten. Die Yaks brauchten etwas länger als wir.)

  • später lesen im „Dining room“ mit David, ABBA, Cola für 500 NPR

Ich mag und mochte David sehr, aber ich hatte auch viel Ehrfurcht vor ihm. Daher konnte ich mit ihm nie so ungezwungen quatschen wie mit den anderen. Also saßen wir später im Dining Room der Lodge nebeneinander und lasen schweigend. Er fand es vermutlich auch ganz gut, dass ich mal den Schnabel hielt. Und ich dachte wehmütig an die Cola-Preise in Kathmandu zurück. (500 NPR sind ungefähr 3,90€)

  • dann kam Mary mit ihrem Uno, aber dirty wurde erst gespielt, danchdem Sean mitmischte, vorher war alles sehr höflich

Ich sag ja – Sean war schuld daran, dass schlußendlich alles eskalierte. +4 wurde auf +4 wurde auf +2 geworfen und es eskalierte einfach immer weiter. Es war sehr lustig, aber halt auch sehr dirty.

  • Abendessen mit leckeren Veg Dhal Bhat

HAHAHAHAHAHAHAHAHA. Hab ich das wirklich geschrieben?

  • dann weiter Uno, diesmal noch mit Roxanne und Roland

Die Uno-Affinität sollte ab diesem Zeitpunkt unsere Abende bestimmen.

  • und dann noch das Abenteuer Zähneputzen

Nachdem auch die anderen kein Waschbecken fanden, trafen wir uns zum kollektiven Zähneputzen im Hof. War eigentlich auch sehr schön, sich unter dem sternenklaren Himmel die Zähne zu putzen. Aber, seien wir mal ehrlich, es war auch sehr kalt.

  • wir sind schon am Ende des Desiderio Buches
  • WRESTLING!!!

Ich bin mir nicht mehr sicher, was genau ich damit meinte, aber ich glaube, das war ein Nachtrag von mir und nicht chronologisch eingefügt. Ich glaube, im Dining Room lief nach dem Unospiel ein Wrestlingkampf. Und wir waren alle krass begeistert, auch wenn keiner von uns die Kämpfer kannte.

Übernachtung im Khangri Resort in Chukhung

Dienstag, 09.04.2019

  • ausschlafen bis 7 Uhr, weil wir gehen zurück nach Dingboche, der Rest macht Akklimatisierung bis auf 5400 m

An diesem Punkt des Trekkes teilten sich die Wege der Trekker (Anne und ich) und der Climber (alle anderen). Die Climber sollten über Nacht auf einer anderen Route über einen Pass (ich glaube es war der Kongma Pass auf über 5500m) akklimatisieren, wir würden zurück ins Summit Hotel in Dingboche steigen, um uns auszuruhen. Das war eine weise Entscheidung – die anderen erzählten, dass der Pass über einige sehr exponierte Stellen verfügte und ich hab doch übelste Höhenangst.

  • rapider Abstieg in 1 h

Wir waren wirklich schnell unterwegs. Zeden, unser Guide, begleitete uns und brachte uns sicher zurück.

  • hoch zur 1. Stupa, aber nicht wirklich weiter, weil meine Höhenangst reinkickte

Anne und ich waren offenbar noch nicht ausgelastet und wollten uns die nähere Umgebung Dingboches ansehen. Unser Ziel war eine Stupa, etwas erhöht auf einem der  umliegenden Hügel. Naja. Wir schafften es bis zur Hälfte circa (schwer atmend) und dann konnte ich einfach nicht weiter.  Meine Höhenangst kickte übelst rein. Zum Glück war Anne so lieb und machte mir keine Vorwürfe, sondern geleitete mich sicher zurück zur Lodge.

  • Zeit vertreiben im sun room, Anne verzweifelt daran ihren Everest Link Zugang zu bekommen (klappte dann doch beim Mittagessen)

Ich weiß wirklich nicht mehr, was das Problem war. Aber Hauptsache, es klappte dann doch. Und so war auch Anne wieder mit der Außenwelt verbunden.

  • tomato soup + tibetian bread mit Katze (MIAU!)

So wenig Bock ich inzwischen auf Dal Baht habe, umso mehr Bock hätte ich mal wieder auf tibetian bread. SABBER.

  • Anne is back online
  • nochmal „Sherpa“ im Himalayan Cafe, leckerer Kuchen, hot Lemon, Amerikaner… 3 Marsriegel (150 NPR each)

1.15€ für einen Marsriegel fand ich noch vertretbar. Und da meine Snackvorräte heftigst gelitten hatten, musste ich sie wieder auffüllen. Denn ich hatte so eine Ahnung, dass die folgenden Tage anstrengender werden würden als die zurückliegenden. (Und ich hatte recht.)

  • die anderen leben laut Instagram noch

Wir hatten uns schon ein wenig Sorgen um die anderen gemacht, doch sie schickten ein Lebenszeichen via Instagram. Dann waren wir doch ein wenig beruhigter.

  • komische Amerikanerin (crampons, Diamox, warum muss sie am Morgen wandern?), Anne telefoniert, danach so schnell wie möglich zurück in die Lodge

Diese Frau hat mich fertiggemacht. Anne telefonierte mit ihrem Freund und ich saß unschuldig auf dem Sofa und schaute in der Welt herum, da setzte sich eine Amerikanerin neben mich. Und quatschte mich natürlich an. Ich bin der geborene Deppenmagnet. Anfangs wirkte sie noch ganz nett und okay, doch dann ging es los. Sie war unzufrieden mit ihrem Guide, der wusste nichts, der konnte kaum Englisch, der „zwang“ sie praktisch, Diamox zu nehmen (zumal sie nicht mal wusste, was Diamox genau ist), warum überhaupt musste sie schon so früh am Morgen loswandern, sie trug Steigeisen (warum noch gleich?), alles war blöd, sie hatte keinen Spaß und überhaupt. Anne bemerkte meine wachsende Verzweiflung (anfangs versuchte ich sie noch mit Argumenten zu überzeugen, dass ihr Guide alles richtig machte und dass Steigeisen völlig unnötig waren auf diesem Trek, doch dann hatte ich auch keine Lust mehr) und wir flohen so schnell wie möglich zurück zur Lodge.

  • sehr einsamer Abend mit der Katze + 3 Thailänderinnen, die scheiße zur Katze waren

Wir hatten uns schon so sehr an unsere Gruppe gewöhnt, dass dieser erste Abend ohne sie irgendwie merkwürdig war. Außer uns waren nur noch 3 Thailänderinnen in der Lodge untergebracht, die sich unmöglich gegenüber „unserer“ Katze benahmen. Wir retteten die Katze schließlich und ließen sie mit uns kuscheln. Und warfen den Frauen böse Blicke zu (die sie nicht beachteten, trotzdem!).

  • ins Bett um 19 Uhr

Warum auch nicht?

Mittwoch, 10. April 2019

  • schlechte Nacht mit viel Wind, metallischen Aneinanderschlagen von Dingen, Hundegebell, Katzenmiauen…

Es wäre untertrieben zu sagen, dass wir „schlecht“ schliefen. Es war für mich eine der schlimmsten Nächte, die ich je in meinem Leben hatte. Kaum Schlaf trotz Müdigkeit, Lärm… es war fürchterlich. Und meine Laune war am Morgen ausbaufähig, um es mal nett zu sagen.

  • packen, Frühstück, los gehts

Auch wenn ich darauf brannte, weiterzugehen. Und vor allem natürlich auch, die anderen wiederzusehen und zu erfahren, wie es für sie gewesen war. Wir wanderten erneut durch eine ATEMBERAUBEND SCHÖNE Landschaft. So viele hohe Berge. Ich glaube, in jenem Moment hab ich das gar nicht so wertgeschätzt. (Eventuell auch durch die Hypoxie?) Erst jetzt im Nachhinein, wenn ich die Bilder ansehe, bin ich fast schon erschlagen von der Schönheit des Himalayas. Und an dieser Stelle ein dickes fettes DANKESCHÖN an Anne, die mit ihrer Leidenschaft für Fotographie für tolle Schnappschüsse sorgte. Danke, danke, danke!

  • schöne Wanderung nach Thugla / Dugla

In Thugla (manchmal auf Dugla geschrieben) machten wir schließlich Rast für heiße Zitrone, aber entschieden uns gegen einen Snack. (Wenn ich mich recht erinnere.) Es war wahnsinnig viel los, überall wimmelte es von Trekkern. Ein wenig wie im Taubenschlag.

  • Pause mit hot Lemon und dann plötzliches Auftauchen von Roland, Roxanne und Dennis!

Und wer stand auf einmal vor uns? Ein Teil unserer Climbing-Teams! Die Freude war auf beiden Seiten groß und wir mussten uns erstmal unter großem Hallo begrüßen. Doch was war passiert?

  • Roland hat sich etwas eingefangen (stomage bug), Imodium + Kohletabletten, aber er fühlt sich schon etwas besser –> wir sind das A-Team!

Gastrointestinale Beschwerden sind auf diesem Trek zwar nicht mehr ganz so häufig wie noch vor 20 Jahren, aber immernoch häufig genug. Und man kann sich einfach überall etwas einfangen. Und nun hatte es Roland erwischt. Wir versorgten ihn mit Kohletabletten (wohl wissend, dass es dafür wohl schon bisschen spät war) und teilten unser Imodium mit ihm. Und litten mit ihm mit. Im Blogeintrag von Jagged Globe, den Dennis wenig später schrieb, bezeichnete er Anne und mich als Team Nak (Naks sind weibliche Yaks). In diesem Moment fühlten wir uns aber eher wie das A-Team.

  • weiter gehts – unterwegs Selfie, merkwürdiges Gespräch darüber, ob Peitschenknallen statt für Yaks auch für Trekker funktionieren würde („Oh, i am the slowest one today… oh no…“)

Ja. Ähm. Fragt nicht. Wir hatten Spaß. Und es wäre eine gute Möglichkeit, um die Trekker anzuspornen. Oder auch nicht. Je nachdem, ob man Peitschen mag oder ni… ja, okay, ich hör ja schon auf.

  •  steiler Aufstieg zu den Memorials der verstorbenen Bergsteiger (sehr bewegend) 

Einer der Orte auf dem Trek, die mich sehr bewegt haben: das Memorial der Everest Besteiger, die dort verstorben sind. Es befindet sich in Chukla Lare (oberhalb von Thugla). Dort findet man neben den Gedenksteinen für Scott Fischer und Rob Hall (beide vor allem bekannt geworden durch Jon Krakauers Buch Into Thin Air (Unbezahlte Werbung)) noch jede Menge anderer Gedenkstätten für verstorbene Bergsteiger. Man könnte dort wohl Tage verbringen. Ich konnte bei einigen Gedenktafeln die Tränen nur schwer zurückhalten. Hinter jeder Tafel steckte eine Geschichte, ein Mensch, eine Tragödie. Daran zu denken war fast schon zu viel für mich. Wir gingen weiter, jeder von uns in seine eigenen Gedanken versunken. Jetzt frage ich mich, was die Climber aus unserem Team wohl in jenem Moment gedacht haben. Jeder von den Leuten, die dort Gedenktafeln hatten, waren schließlich auch mal – genau wie sie – voller Hoffnung auf dem Weg zum Everest gewesen.

  • dann nach Lobuche, viel viel hot Lemon, Kopfschmerzen

Kopfschmerzen bleiben halt auf Höhe irgendwann dann doch nicht mehr aus. Und ich hatte an jenem Tag zu wenig getrunken. Zum Glück konnte man sich auf eines verlassen und das war der nie endende Nachschub von heißer Zitrone. Dafür sorgten unsere besorgten Sherpas sehr zuverlässig.

  • Brock + Rui ca 1/2 h später, bissl erschöpft, der Rest ziemlich fertig nach 1 h späterer Ankunft

Endlich waren wir alle wieder vereint. Und es gab viel zu erzählen!

  • Uno!!! (22 Karten ziehen)

Eine der legendärsten Runden Uno, die ich je gespielt habe. Am Schluss musste die arme Anne 22 Karten ziehen. Tja, wer Uno spielt möchte eben einfach keine Freunde machen.

  • Bäckerei (caramel macchiato mit dem verseuchten Palmending, viel zu süß)

Tja und wo landeten wir anschließend? In der welthöchsten Bäckerei in Lobuche – und es gab überraschend guten Kaffee dort. Ich bestellte einen caramel macchiato, den aus Versehen Roland bekam. Er sagte, er würde ihn auch trinken, weil er den Strohhalm (mit einer Palme oben dran) schon benutzt hatte, doch ich sagte ihm, er solle nicht lächerlich sein und nahm einen tiefen Schluck. Und dann fiel Mary auf, dass ich das besser hätte nicht tun sollen. Wir erinnern uns. Roland. Stomach Bug. Naja. Mein Appetit auf den Macchiato ließ etwas nach und doch trank ich ihn tapfer aus. Und hallelujah, was auch immer Roland hatte, ich bekam es zumindest nicht. (Aber das war mehr Glück als Verstand.)

  • zurück, Uno, Abendessen

Details werden schließlich auch überbewertet. Ich wette, es gab Dal Baht.

  • Anne wurde mit benutzen Handtuch beworfen

Die Lodge war ziemlich voll (kein Wunder, wir waren schließlich nur noch 2 Nächte vom Base Camp entfernt und die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten schrumpfte langsam aber sicher). Wir saßen an unserem Tisch, ahnten nichts Böses, unterhielten uns und – plötzlich hatte Anne ein benutztes feuchtes Handtuch im Nacken. Eine Gruppe, die hinter uns saß, hatte herumgeblödelt und einer hatte schlecht gezielt. Der Werfer entschuldigte sich auch bei Anne, aber die war verständlicherweise angepisst. Also Leute, hört auf eure feuchte Wäsche durch die Gegend zu werfen. Das ist eklig.

  • quietschendes Bett, aber eigene Toilette (die früher mal die Gemeinschaftstoilette gewesen war)

Wir hatten das größte Zimmer mit eigener Toilette (das hatte keiner von den andren) und wir fühlten uns schon fast ein wenig schuldig, aber dieser Luxus war einfach zu gut, um ihn nicht auszunutzen.

  • Kopfschmerzen nachts, aber nach Toilettenbesuch um 3:30 Uhr besser 🙂

Auch solche Details müsst ihr erfahren. Eine leere Blase heilt Kopfschmerzen. Offenbar.

Übernachtung in Lobuche

Donnerstag, 11. April

  • alle schlecht geschlafen wegen dem Lärm (also, alle außer uns; Mary spielte Harry Potter mit dem Zimmer unter der Treppe)

Da die Anzahl der Lodges immer weniger wurde, wurden die Unterkünfte natürlich auch immer voller. Und das merkte man vor allem an der Lautstärke nachts. Wir haben alle schlecht geschlafen, weil es teilweise wirklich sehr laut war. Die Wände zwischen den Zimmern waren aber auch so dünn wie Papier und man konnte die Gespräche nebenan sehr gut mithören. Mary hatte den Luxus eines Einzelzimmers … allerdings waren wir nur so lange neidisch, bis wir realisierten, dass das Zimmer unter der Treppe lag. Und das Poltern auf der Treppe wurde so gut wie nicht gedämpft. Unser Mitleid war groß.

  • nur Porridge zum Frühstück (Fehler!)

Ein Fehler, der sich später bei mir rächen sollte.

  • auf nach Gorak Shep… immer wieder steil nach oben und felsig

Ja, das ist auch schon das Einzige, an das ich mich wirklich erinnern kann. Anstrengend!

  • stuck behind yaks

Und das neben all den Trekkern auch sehr, sehr viele Yaks unterwegs waren. Und teilweise waren die Wege so schmal, dass man die Karawanen nicht wirklich überholen konnte. Und so trottete man teilweise längere Zeit hinter den Tieren her. (Was ich nicht schlimm fand, weil ich wirklich fertig mit meiner Welt war.)

  • schwerer als gedacht alles

!!!

  • Ankunft in Himalayan Lodge
  • Toiletten BÄÄÄÄH!!! (shithole), Zimmer sind klein, hellhörig, wir konnten das Licht des Nachbarzimmers durch einen Spalt in der Wand sehen…

Das war wirklich einzigartig. Nicht nur, dass man praktisch die Wände hätte weglassen können (man hörte sowieso alles), nein, man konnte durch die Risse in den Wänden das Licht der Nachbarzimmer sehen.

  • Heulkrampf auf meiner Seite

Und das war es dann für mich. Ich hatte meine letzten Energiereserven auf dem Trek nach Gorak Shep aufgebraucht und konnte einfach nicht mehr. Ich war physisch und mental am Ende. Ich konnte kaum den Gedanken ertragen, vom Gastraum zum Zimmer laufen zu müssen, weil meine Beine so schwer waren, und dann war mir alles zu viel. Meine Mitreisenden waren zwar besorgt (sogar David erkundigte sich bei mir, ob alles okay war – ähm, nein, war es nicht, aber danke, man kann grad eh nichts machen), aber ließen mich schlussendlich in Ruhe, als sie sahen, dass ich dabei war, vollends die Fassung zu verlieren. Nicht mal damals, am Gipfeltag des Kilimandscharos habe ich diese Art von völliger mentaler und körperlicher Schwäche erlebt. Es war, als wäre ein Schalter in meinem Hirn umgeklappt und hätte alles zum Stillstand gebracht.

  • die anderen steigen auf Kala Pattar, ich bleibe zurück, esse viel Schokolade (evtl. Hypoglykämie?)

Das Highlight des Nachmittages war eigentlich das Besteigen des Kala Pattar, einem Berg, der direkt an das Örtchen angrenzte mit einer Gipfelhöhe von 5675m. Alle anderen machten sich schließlich auf den Weg – nur ich blieb zurück. Ich hatte kurz überlegt, ob ich mir das wirklich entgehen lassen wollte, aber ich konnte einfach nicht. Das Einzige, was ich noch machen konnte, war, ins Zimmer zu schlurfen und mich aufs Bett zu werfen. Anne war besorgt und fragte mich bestimmt ein Dutzend Mal, ob ich irgendetwas bräuchte, aber schließlich konnte ich sie davon überzeugen, dass ich nur noch schlafen wollte und sie zog los. (Und ich glaube, sie hat es nicht bereut. Und ich hätte es mir nicht verziehen, wenn sie wegen mir zurückgeblieben wäre und auf den tollen Ausblick auf den Everest verzichten hätte müssen.) Naja, als alle weg waren, versuchte ich es, aber ich fand einfach keinen Schlaf. Schließlich futterte ich jede Menge meiner Reserveschokolade und heulte mir die Augen aus und nach einer gefühlten Ewigkeit ging es mir langsam etwas besser. Vielleicht hatte mir mein Blutzucker nach dem wenigen Frühstück einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von dort an war ich pingelig darauf bedacht, ausreichend zu frühstücken.

  • sass dann in der Sonne und habe Yaks beobachtet

Als ich mich aufraffen konnte, um das Zimmer zu verlassen, kam ich auch nicht weit. Ich saß dann eine Weile in der Sonne vor der Lodge und beobachtete die vorbeiziehenden Yaks. War auch ganz nett so.

  • der Rest kam zurück, war wohl deutlich anstrengender als gedacht, alle müde

Und das zeigte mir dann, dass ich die absolut richtige Entscheidung getroffen hatte, nicht mit auf den Kala Pattar zu steigen. Es war wohl anstrengender als alle gedacht hatten und mich hätten sie wohl zurücktragen müssen.

  • Lunch (leckeres Veg Dhal Bhat)

Für mich inzwischen ein Oxymoron.

  • danach Uno (24 Karten für Sean, wechselte dann mit Roland – master move)

Zur Erklärung – Sean musste 24 Karten ziehen und wechselte dann die Karten mit Roland. (Das ist eine der neueren Uno-Kartenspiele, da gibt es diese >Swap Hands< Karte. GNIHIHIHI. Was haben wir gelacht!)

  • Abendessen (Veg Dhal Bhat… again)

Joa. Läuft.

  • Yak Poo infused water

Wie immer ließen wir uns am Abend unsere Nalgene Flaschen auffüllen und das Wasser, das wir zurückbekamen roch … nach … Yak. Genauer gesagt, nach Yakdung. Wir nahmen es als Wärmflasche, aber getrunken hat – glaub ich – keiner von dieser Brühe. Irgendwo hat man doch selbst Grenzen.

  • sehr laute Nacht
  • Gute-Nacht-Geschichte für Anne (unsere Nachbarn Dennis + Roxanne hörten mit)

Aufgrund der Ritze in der Wand. Kollektive Lesestunde für alle. Dennis und Roxanne verstanden zwar kein Wort, von dem, was ich da vorlas, aber sie fanden die Geste schön. Sagten sie uns am nächsten Tag.

  • nächtlicher Toilettengang (bäh)

Übernachtung in Himalayan Lodge, Gorak Shep

Freitag, 12.04.2019

  • frühes Aufwachen weil alle laut waren…

Was soll man dazu noch sagen. Alle hätten versuchen können, so leise wie Mäuschen zu sein, aber aufgrund der Baustruktur des Hauses hätte das wohl auch nicht mehr viel gebracht.

  • Zähneputzen aus dem Fenster raus

In Ermangelung eines Waschbeckens im Zimmer und aufgrund der katastrophalen hygienischen Umstände auf den Toiletten beschlossen wir, es uns einfach zu machen. Und es hat auch funktioniert.

  • beim Frühstück sehen alle scheiße aus, Rolands stomach bug is back

Den ersten Teil des Satzes meine ich mit sehr viel Liebe. Ich glaube keiner kann bis zu diesem Punkt des Trekkes kommen und immernoch gut aussehen. Und immerhin sahen wir alle scheiße aus. Da war es dann auch schon egal.

  • Yak Poo Water … again

Und wir kauften uns erneut abgefülltes Wasser. Rolands stomach bug kam mit Sicherheit nicht von ungefähr zurück.

  • spätes loskommen, auf geht’s ins Basecamp
  • Schild! Selfietime!

Das wohl berühmteste Schild des gesamten Trekkes. Und wir mussten natürlich auch ein Selfie davor machen.

  • stuck behind Yaks… again; warum werfen die immer Steine auf die armen Tiere?, ein Tier versuchte zu fliehen

Eines der Sachen, die ich schwer anzuschauen fand, war, wie die Leute teilweise mit ihren Tieren umgingen. Da wurden Yaks mit Ruten geschlagen oder Steine auf die Tiere geworfen, wenn sie nicht so laufen wollten wie sie sollten. Das verursachte bei mir ein ziemliches Unwohlsein.

  • sehr felsiger Untergrund

Wahnsinnig scharfsinnige Beobachtung von meiner Seite. Ansonsten war der Weg eigentlich ganz nett, wenn ich mich recht entsinne. Auch wenn es wirklich traurig war, wenn man realisierte, dass man EIGENTLICH am Rande eines riesigen Gletschers laufen sollte. Und dann war da nur … Felsen. Auch die von Jon Krakauer beschriebenen „ice pinnacles“ in der „Phantom Alley“, die bis zu 100 ft (ca. 30 m) hoch in die Landschaft ragen sollten, sahen wir nirgends.

  • und dann: BASECAMP!!! (und begleitet von 2 Doggos)

Tja, da läuft man und läuft und quatscht und lacht und blödelt – und auf einmal tauchen die ersten Zelte am Rande des BaseCamps auf. Und dann steht man plötzlich mittendrin. Es ist ein ganz merkwürdiges Gefühl, plötzlich an dem Ort zu stehen, auf den man sich solange gefreut hat. Und dann zu realisieren, dass unsere Reise praktisch an diesem Ort seinen Höhepunkt gefunden hatte, während die anderen ihr Abenteuer erst starteten. Für die war der ganze Trek ja nur die Aufwärmübung gewesen. Über meinem Kopf hing auch ein Hauch Traurigkeit, während ich zwischen den Zelten hindurch ging, denn auch die gemeinsamen Stunden mit „unserem“ Team waren gezählt. Auf einer positiveren Note, sah ich es als gutes Zeichen, das wir von zwei sehr süßen, aber scheuen Hunden ins Base Camp geleitet wurden. (DOGGOS!)

  • heiße Mango als Begrüßungscocktail

Sehr, sehr, sehr, sehr lecker. Ohne Übertreibung einfach eines der leckersten Dinge, die ich jemals auf 5400 m zu mir genommen habe. Das Base Camp Team, das schon seit mehreren Tagen dort zugange war, alle Zelte und die restliche Infrastruktur aufbaute, begrüßte uns sehr herzlich.

  • fliessendes Wasser!!!
  • Hände waschen!!!

Wie man sieht war ich auch schon wegen kleinen Dinge sehr aufgeregt.

  • 2 getrennte Toiletten (eines für das große und eines für das kleine Geschäft)

Ohne Witz. Es gab zwei getrennte Toiletten. Denn das „kleine“ Geschäft wurde in Fässern abtransportiert. Und das „große“ Geschäft kam in Behältnisse und dann zurück ins Tal, denn damit werden die Felder gedüngt. Wie gut man diese beiden Geschäfte als Frau voneinander trennen kann, überlasse ich nun mal eurer Fantasie.

  • dann: Zelt einräumen, Anne und ich schlafen getrennt, innert zehn Minuten Messiezelt, Nägel schneiden, 1. Paracetamol wegen Kopfweh

Was uns als nächstes sehr überraschte, war, dass Anne und ich jeweils ein eigenes Zelt für die Nacht bekamen. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir boten auch an, dass wir uns eines teilen könnten, was jedoch abgelehnt wurde. Dieses Angebot war – zumindest von meiner Seite aus – nicht ganz uneigennützig. Zum Einen hatte ich mich inzwischen doch sehr an meine Anne als Schlafgenossin gewöhnt, zum anderen machte mir die ganze surreale Landschaft doch etwas Angst. Und ich hatte gehört, dass man nachts doch ganz gut die Lawinen rundherum abgehen hören konnte und das war etwas, was ich nicht alleine durchstehen wollte. Aber … wie gesagt … schließlich bezogen wir unsere getrennten Zelte. Und es gab sogar eine richtige Matratze und ein richtiges Kopfkissen! Man fühlte sich wie im Luxusurlaub. Es war unglaublich bequem. Ich nutzte die Zeit, um mein Zelt innerhalb von Minuten in ein einziges Chaos zu verwandeln und dann schnitt ich mir die Zehennägel aus meinem Zeltausgang heraus. Nun wird meine DNA auf ewig am Fuße des Everest liegen. Es sind die kleinen Dinge.

Und ich hatte Kopfweh. Daher genehmigte ich mir ein Schmerzmittel.

  • Lunch (cheese potatoes, Bohnen, Toast, so lecker!)

OH MEIN GOTT WIE LECKER DAS WAR! Und die Köche im Base Camp gaben sich so unendlich viel Mühe mit dem Essen. Vermutlich eher wegen den Anderen, die schließlich noch die klitzekleine Aufgabe vor sich hatten, den Everest zu besteigen und daher jede Kalorie benötigten, die sie bekommen konnten.

  • noch etwas rumgammeln

Das mess tent (Speisezelt ist, glaube ich, die richtige Übersetzung) dient im Base Camp allgemein auch als allgemeiner Treffpunkt – nicht nur beim Essen, sondern auch zum entspannen, zum Spiele spielen – oder auch zum Ansehen von Filmen. Und das Base Camp der Jagged Globe Expedition beherbergte eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Bollywood Filmen.

  • dann Ausflug zum Zelt der Himalayan Rescue Association (HRA), Rundgang durch das Zelt, sehr gut ausgerüstet, 3 Doktoren (Irland, Kanada, Nepal / ER Doctor, GP), Fotos mit allen mit verschiedenen Fotografen)

David, der natürlich wusste, dass Anne und ich einen medizinischen Background hatten, fragte uns, ob wir mit ihm zusammen einen Spaziergang zum Camp der Himalayan Rescue Association machen wollten – und natürlich wollten wir! Der Weg dorthin war eigentlich nicht anstrengend, aber aufgrund der Höhe und des schlüpfrigen steinigen Untergrunds war es doch recht knifflig, dorthin zu kommen. (Also für uns. Nicht für David. Aber der muss auch irgendwelche Bergziegengene in sich haben, so sicher wie er sich bewegt.)

Dort angekommen wurden wir von den Mitarbeitern der HRA sehr nett begrüßt und bekamen eine exklusive Tour durch ihr Camp. Ihre „Krankenstation“ war praktisch nur ein Zelt mit ein paar Liegeplätzen und erstaunlich viel medizinischen Equipment. Wir bekamen alles erklärt und staunten nicht schlecht, wie gut sie ausgestattet waren. Die anschließende Fotosession konnten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. (Falls ihr mehr über die HRA erfahren wollt, folgt diesem Link: Himalayan Rescue – Home)

  • rutschiger Weg hin und zurück

Wie schon gesagt – für uns. Nicht für David. Niemals für David.

  • zurück in unserem Camp, Anne darf duschen

Eigentlich ist die Regel, dass nur die „permanenten“ Bewohner des Base Camps die Duschen benutzen sollen. Einfach, weil es recht aufwändig ist, auf dieser Höhe genug warmes Wasser zu produzieren. Aber Anne bekam schließlich die Erlaubnis zu duschen – und war darüber wirklich sehr glücklich.

  • derweil verschenke ich Sachen, die ich nicht mehr brauche (wie Santa Claus)

Dieser Eintrag wirkt auch gar nicht vermessen oder größenwahnsinnig. Darf ich es auf die Höhe schieben? Im Ernst – alles, was ich nicht mehr wirklich gebrauchen konnte, verschenkte ich an die anderen. Sowas wie Trockenshampoo (der Zug war schon lange, laaaange abgefahren). Was ich sonst noch so verschenkte, weiß ich gar nicht mehr. Ich weiß allerdings, dass mein Gepäck danach leichter war.

  • der Internetmann war noch nicht da

Es gibt offenbar genau einen Mann, der Internet Pakete im Base Camp verkauft. Und auf diesen warteten alle sehnsüchtig. (Also alle anderen außer Anne und mir.) Wir warteten eher darauf, welche Preise er aufrufen sollte.

  • Anne und ich machen noch best friend Fotos, sehr lustig

Well. Was man halt so macht, auf 5400m.

  • beschriften eines Steines (wie alle guten Instagrammer)

Wir versteckten den Stein anschließend im Base Camp. Roland schrieb uns ein paar Tage später, dass er ihn gefunden hat und sich sehr darüber gefreut hat.

  • der Internetmann ist da! (10 GB für 20.000 NPR, ca. 165 Euro)

Und die Weisen aus dem Morgenland brachten Weihrauch, Myrrhe und Wifi.

  • Abendessen (Dhal Bhat), aber vorher noch Mafiaspiel (Sean umzubringen ist immer eine gute Idee und die richtige Wahl)

Oh. Lecker. Dhal Bhat. Mensch. Schon lange nicht mehr gegessen. Yippih.

  • als Nachtisch: TORTE (und ich „durfte“ / musste sie anschneiden)

Das war die nächste große Überraschung. Nicht nur dass wir eine Torte bekamen (ich meine – auf 5400m!), sondern wir – das Cheerleader Team – wurde explizit auch darauf erwähnt. Das war sehr schön. Nicht schön war, dass ich genötigt wurde, die Torte anzuschneiden. Wer meine Fertigkeiten kennt, weiß, dass dies nur in einem Massaker enden kann.

  • Ruis Jobinterview findet mangels Internet doch nicht statt

Rui hatte eigentlich einen Termin ausgemacht für ein Vorstellungsgespräch. Auf 5400m Höhe ist das auch eher eine ungewöhnliche Idee. Leider klappte es mit dem Internet nicht so, wie er das wollte, daher musste er dies canceln.

  • Uno spielen … das letzte Mal

Machte mich etwas traurig. Unser Trip war noch nicht einmal zu Ende und doch fühlte es sich so an.

  • Zähne putzen unter dem Sternenhimmel und dann ab in den Schlafsack

Okay, ich muss sagen – Zähne putzen war wirklich ein Erlebnis. Eisige, aber sehr klare Luft. Millionen Sterne über einem. Die mächtigsten Berge der Welt thronen links und rechts von einem. Das war schon sehr, sehr cool. Und sehr, sehr kalt.

Samstag, 13.04.2019

  • kalte Nacht mit Wärmflasche und Daunenjacke als Decke

Es war wirklich eine kalte Nacht. Also klar, wie schon öfter erwähnt, wir befanden uns ungefähr auf 5400m Höhe – natürlich ist es dort kalt. Aber es war wirklich so kalt, dass ich meine gesamten Klamotten in den Schlafsack stopfte, mit Mütze und Stirnband schlief und praktisch nur meine Nase aus dem Schlafsack hängen ließ.

  • Lawinenabgänge als Hintergrundkulisse (gruselig)

Das war wirklich gruselig. Also eigentlich fühlte ich mich im Base Camp sehr sicher, aber der Gedanke an die Lawine im Base Camp im Jahre 2015 ließ mich mit einem sehr unguten Gefühl einschlafen.

  • um 5:30 Uhr pinkeln gehen müssen (können Augen „einfrieren“? Hab nur Schemen gesehen und musste mich vorantasten, kurze Zeit später war aber wieder alles in Ordnung)

Das war wirklich gruselig. Ich musste auf Toilette, stand auf und ging nach draußen. Und kaum war ich draußen, hatte ich das Gefühl, dass ich wie halb blind wäre. Ich konnte nur Schemen erkennen und musste mich sehr langsam und vorsichtig vorantasten. Es fühlte sich so an, als ob das Wasser in meinen Augen eingefroren wäre. (Ich schob auch ein wenig Panik, ehrlich gesagt.) Zurück im Zelt besserte es sich innerhalb von ungefähr einer halben Stunde. Aber ich würde schon gerne wissen, was *das* gewesen war.

  • danach war an Schlaf nicht mehr zu denken, hab gelesen und gepackt, übliche Morgenroutine
  • Frühstück mit beans on toast + cheese Omelette (als Dessert noch ein PBJ-Toast)

Das Essen war wirklich großartig. Bohnen auf Toast gehen sowieso immer und Erdnussbutter-Erdbeermarmeladen-Toast ist auch immer lecker. Der perfekte Start in diesen (sehr traurigen) Tag.

  • noch die allerletzten Sachen einpacken, dann… ABSCHIED mit vielen Umarmungen und einem (okay, 140) Gruppenfotos (danke Pem)

Der Abschied war für Anne und mich vermutlich trauriger als für die anderen. Wir umarmten alle ein paar Mal (ja, auch David) und schossen noch ein paar Dutzend Erinnerungsfotos. Und dann machten wir uns auf den Weg. Einfach so. Das war schon sehr traurig.

  • los geht’s auf den Rückweg, bis Gorak Shep noch mit Roland (der dann erfuhr, dass seine Gruppe erst sonntags ins BaseCamp kommen sollte, schnell noch Lunch stornieren!), danach waren wir für den Rest des Trips nur noch zu dritt

Aber es war schön, dass Roland uns noch bis Gorak Shep begleitete. Ich hatte Roland auf diesem Trip wirklich mögen gelernt und er war ein sehr angenehmer Trekgenosse. Wie er dann erfuhr, würde sein Team – das DHL-Team – auch erst am folgenden Tag ins Base Camp kommen (nur zum Lunch, ohne Übernachtung) und er musste sich beeilen, dies den Köchen im Base Camp mitzuteilen. Aber erst trank er noch eine heiße Zitrone mit uns. Und dann mussten wir uns auch von ihm verabschieden. Noch so ein trauriger Moment.

  • Es. War. Anstrengend!

Offenbar empfand ich die Wanderung an dem Tag als anstrengend. Zurückblickend hab ich das Gefühl, dass wir lachend, hüpfend und schnatternd den Weg zurück Pheriche nahmen. Aber offenbar trügen mich da meine Erinnerungen. Danke Tagebuch.

  • Via Leboche + Dugla nach Pheriche, man merkt die höhere Sauerstoffkonzentration! Wir sind viel aktiver. Viele Fotostops, viele Babyyaks, in Dugla noch Lunch mit Suppe + Anruf zuhause 🙂

Es war wirklich interessant. Man merkte den Abstieg wahnsinnig schnell. Wir fühlten uns deutlich besser, weniger müde und waren viel lebhafter. Und wir konnten auch wieder die Landschaft bewundern. Und ich konnte zuhause anrufen. Das war mein persönliches Highlight des Tages und eine nette Abwechslung von den vielen traurigen Abschieden.

  • im Himalayan Hotel angekommen –> riesiges Zimmer!
  • hot Lemon (sehr süß) + hot shower für Manu

Oh Gott, das war eine der besten Duschen meines Lebens.

  • dann gammeln bis zum Dinner (das Internet funktionierte nämlich nicht)

Wir waren gezwungen uns miteinander zu unterhalten und Bücher zu lesen WIE SO TIERE!

  • candle light dinner, sehr fettige cheese pizza

Joa. Also. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf Dhal Bhat in allen möglichen Variationen. Also bestellte ich mir eine Pizza. Mit Yak Käse. Und joa. Nö. Nicht geil.

  • danach: Bubu für Manu, Anne testet noch ihre Smalltalkfähigkeiten mit Zeden

Ich war sehr müde (lag vermutlich auch an meinem frühen Aufstehen).

Sonntag, 14.04.2019

  • Sauerstoffsättigung 95%!

Es sind die kleinen Dinge, die einen glücklich machen. Und auf 4370m Höhe ist das doch ziemlich gut.

  • sehr hellhörige Zimmer in der Nacht, überflutete Toiletten

Ich kann mich daran tatsächlich nicht mehr erinnern, aber steuere gerne einen Kommentar dazu: igitt.

  • Frühstück mit apple Porridge + Cornflakes, ich überflute den Tisch mit Tee

Nicht nur überflutete Toiletten, sondern auch überflutete Tische. Aber ich war nur an einem der beiden Dinge beteiligt. Ich schwöre!

  • los geht’s! Aber Mörderanstieg am Anfang

Oh Gott, an den kann ich mich sogar noch erinnern. Ich keuchte und merkte nicht allzu viel von 95% Sauerstoffsättigung. Innerlich schimpfte ich bestimmt auch sehr viel. Aber zum Glück war der Anstieg nur am Anfang und danach wurde es immer besser. Es ging sozusagen auf eine gute Art bergab mit uns.

  • hot Lemon im Sonnenschein, wilde Pferde, die versuchten auszubüchsen

Wir machten unterwegs eine Pause in einem kleinen Gasthof und auf einmal stürmte eine Herde Pferde an uns vorbei, die offensichtlich ausgebüchst waren. War echt gute Unterhaltung.

  • Abstieg, Abstieg, Abstieg, Yaks blockieren die Brücke, cooles Yak-Überhol-Manöver

Ich weiß wirklich, wirklich nicht mehr, was ich *damit* meinte.

  • hot Lemon @ Rivendell Lodge, Toilette

Wir erinnern uns an die Rivendell Lodge? Mit der sehr strengen Besitzerin? Die heiße Zitrone war aber immernoch sehr lecker und stärkend

  • wir erhielten die Nachrichten über den plane crash in Lukla…

Zeden wirkte den ganzen Tag über schon sehr bedrückt und in sich gekehrt. Schließlich fassten wir den Mut und fragten ihn, ob alles okay sei. Und da erzählte er uns, dass ein Flugzeug am Flughafen von Lukla verunglückt ist und er nicht wüsste, ob einer seiner Freunde dabei gewesen war. Wir wussten kaum, was wir tun sollten, und drückten unser Mitleid aus. Mehr als hoffen und beten kann man in einer solchen Situation schließlich nicht. Uns bedrückte die Nachricht auch sehr. Natürlich wussten wir, dass Lukla einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt ist. Aber es auf diese Art noch einmal demonstriert zu bekommen…

  • steilger Anstieg zur monastery, steiler Abstieg zum Fluss
  • kurzes Aufeinandertreffen mit Heather + Will

Heather und Will sind zwei Freunde, die ich 2017 bei meiner Kilimandscharo-Besteigung (ebenfalls mit Jagged Globe) kennenlernte. Und sie verlobten sich (fast) auf dem Gipfel. Alles sehr romantisch. Sie leiteten in Nepal einen Trek ihrer Schule zum Base Camp. Wir hatten nicht viel Zeit zum Quatschen (es war eher so im Vorbeigehen), aber es war eine nette Überraschung!

  • die Angst vor dem Aufstieg war viel schlimmer als der Aufstieg selbst, slow and Steady, wir trafen auf Neuseeländer…

Ich persönlich hatte ein wenig Angst vor dem Aufstieg auf der anderen Flussseite. Wir erinnern uns – auf dem Hinweg war das die Passage, in der Anne extrem zu kämpfen hatte. (Also, ich natürlich auch.) Und so hatte ich etwas Bauchgrummeln bei dem Gedanken. Aber es stellte sich heraus, dass es nur halb so schlimm war. Puh. Glück gehabt.

  • dann: wir dürfen alleine los, Zeden klärt noc halles mit dem Porter, es gab wohl ein Missverständnis wegen der Unterkunft für die Nacht

Oben angekommen machten wir bei einem der Gasthäuser eine kurze Rast und Zeden gab uns die Erlaubnis, dass wir bis Namche alleine weitergehen durften. Wir konnten uns auch wirklich nicht verlaufen – der Weg war eindeutig und es gab auch keine wirklichen Abzweigungen. Er musste noch ein paar Dinge klären und würde dann zu uns aufschließen. Wir stimmten zu und machten uns auf den Weg.

  • wir wurden auf dem Weg von einem Porter angemacht, wir gingen lieber mal schnell weiter

Wir waren wirklich noch nicht weit gekommen, da wurden wir von einem Porter angesprochen. Mit ganz eindeutigen Absichten. Uns war das eindeutig unangenehm und wir schüttelten ihn schließlich ab. Ein ungutes Gefühl blieb jedoch.

  • Donnergrollen –> noch schneller weiter!

Das ungute Gefühl verstärkte sich, als ein Gewitter aufzog. Wir zogen die Siebenmeilenstiefel an und liefen so schnell, wie uns unsere kurzen, müden Beinchen trugen.

  • und somit waren wir auch mega schnell in Namche, aber… warten, warten, warten, im Regen, etwas besorgt über den Verbleib unseres Porters und Zeden, dann Rettung durch Eddy, einen Freund von Zeden, der uns zur Lodge bringt

Und so kam es, dass wir sehr schnell in Namche ankamen. Und da wir nicht genau wussten, wo wir übernachten würden (es war auf jeden Fall nicht dieselbe Unterkunft wie beim Hinweg) blieben wir am Ortseingang stehen und wartete. Und warteten. Und warteten. Irgendwann kam ein Mann auf uns zu und fragte, ob wir wir wären. Zum Glück war es ein Freund von Zeden, der uns zu unserer Unterkunft brachte. Zeden war noch aufgehalten worden.

  • Kaffee und Kuchen in der Everest Bakery (chocolate banana cake), bisschen unsere Social Media Kanäle updaten

Wir landeten (mal wieder) in der Everest Bakery, stopften uns mit Leckereien voll und teilten der Außenwelt mit, dass wir doch noch lebten. Und ich meine es ernst – solltet ihr mal nach Namche kommen, geht dorthin und probiert den Schokoladenbanenenkuchen. Ihr werdet es nicht bereuen. (Vorausgesetzt ihr mögt Bananen.)

  • Pommes + Cola im Steakhouse + Everest 2008 Doku von SRF oder Arte, war etwas beklemmend

Wir hatten anschließend noch keine Lust, zurück ins Hotel zu gehen und zogen weiter. Da ich Hunger auf Pommes hatte, einigten wir uns auf ein Steakhouse, das zudem noch eine Everest Dokumentation zeigte. (Die jedoch echt traurig war.) Mit vollem Magen und einem beklommenen Gefühl machten wir uns wieder auf den Weg.

  • ausschweifendes Souvenirshopping (jetzt dürfen wir ja mal!), Anne als der Mann in der Beziehung, Aufstocken der Toilettenpapier- und Feuchttüchtervorräte

Wir beschlossen, noch die letzten Souvenirs zu kaufen. Warum Anne hier der Mann in unserer „Beziehung“ war, weiß ich gar nicht mehr. Ich gehe davon aus, dass sie diejenige war, die gehandelt hat. Aber so ganz erschließt sich mir mein Kommentar dann doch nicht mehr.

  • zurück in der Lodge: allen geht es gut, Gepäck kam ca. 10 min später auch mal an
  • Manu wäscht sich ihre stinkenden Füße im fragilen Waschbecken, Anne geht duschen

Ja, tja, was soll ich sagen. Meine Füße rochen tatsächlich nicht mehr nach Rosen. Aber ich konnte es nicht über mich bringen, kalt zu duschen. Anne schon. Anne ist stark. Bei mir musste das Waschbecken reichen.

  • verpflastern diverser Blasen, dann: Abendessen bestellen, alle Aufmerksamkeit auf uns („you are very strong!“), Irish Pub nach dem Abendessen?! –> geplant haben wir es mal so

Wir mussten schließlich noch unser Abendessen vorbestellen und hielten uns an Snacks, da wir beide (dank Kuchen und Pommes) schon relativ voll waren. Wir bekamen unerwartet viele Komplimente zu unserem erfolgreichen Trek zum Base Camp. Vermutlich sahen wir so, als ob wir nicht mal zur Toilette gehen konnten ohne Atem schöpfen zu müssen.

  • heute sind wir lt. Fitbit 23 km gelaufen
  • großartige Lachanfälle ausgelöst durch praktisch nichts

Ihr kennt das Gefühl bestimmt auch. Herrlich!

  • Dinner (obwohl wir kaum etwas bestellt haben, hatten wir beide Mühe es zu aufzuessen, Magen war einfach zu voll)

Wir waren die einzigen Gäste der Lodge und hatten die volle Aufmerksamkeit aller Menschen während des Abendessens. Allerdings sind weder Anne noch ich wirklich geübt darin, Smalltalk zu halten und daher waren wir schlussendlich doch sehr froh, als wir aufgegessen hatten und uns der Aufmerksamkeit wieder entziehen konnten.

  • Probleme mit Powerbankaufladen (ist der Stecker locker?)

Eine Frage, die wir uns alle mal stellen sollten.

  • danach: abenteuerlustig ins Pub, Frauenquote war dort extrem niedrig, wenig Leute insgesamt, 1 Everest Bier, extra für uns wurde der Ofen eingeheizt (damit wir uns ausziehen?), am Billiardtisch waren nur alte Männer

Wir wollten nochmal richtig einen draufmachen (haha, wer uns kennt, weiß, wie lustig dieses Statement ist) und entschieden uns schließlich für das örtliche Irish Pub. Es war nicht viel los und wir waren fast die einzigen Frauen. Wir holten uns ein Bier und eine ruhige Ecke. Offenbar sahen wir so verfroren aus, dass dann für uns sogar extra das Feuer angeschürt wurde. Was sehr nett war. Aber da wir nicht wirklich lange blieben, war das schon fast Verschwendung.

  • gegen 21 Uhr ins Hotel zurück und schlaaaaaafen

Montag, 15.04.2019

  • ausschlafen war geplant, aber um 5:30 Uhr waren wir schon hellwach (ich wegen Toilette – mal wieder -, Anne weil sie sowieso ein Frühaufsteher ist?)

Wer mich kennt, weiß, wie ungewöhnlich es ist, dass ich schon freiwillig früh aufstehe.

  • noch im Bett herumgewälzt bis um 7 Uhr, dann das Übliche (waschen, packen, etc.)
  • Frühstück (apple Porridge)

Das war eigentlich ganz lecker.

  • Zertifikate! Zeden dreht noch ein paar Dinge, damit wir nicht extra ins Büro dafür müssen, yeah

Man kann sich ein Zertifikat ausstellen lassen, wenn man den Everest Base Camp Trek absolviert hat. Eigentlich muss man dafür selbst im Touristenbüro vorstellig werden, aber Zeden war so nett und organisierte dies für uns.

  • los geht’s!
  • Ich laufe (fast) alleine über die Hängebrücken

Also „fast“ alleine. Ohne Anne vor mir hätte ich es nicht durchgestanden, aber man bemerkte ein wenig Fortschritt. Immerhin.

  • James-Bond-Duck-Manöver von Anne + mir auf der double Suspension Bridge wegen schwerbeladenem Porter, den es einen Scheißdreck interessiert hat

Wir überquerten gerade die Hängebrücke (wir erinnern uns – die doppelstöckige Hängebrücke, die Hilary Bridge), als uns ein Porter entgegenkam. Mit einer sehr breiten Ladung. Und er lief einfach auf uns zu. Wir mussten in die Hocke gehen und uns an den Rand der Hängebrücke kauern (ungelogen) und er stiefelte an uns vorbei. Ohne mit der Wimper zu zucken. Das war echt krass.

  • insgesamt war sehr viel los (high Season Beginn)
  • Lunch in schöner Umgebung (fried potatoes with vegetables), aber: Was haben die Menschen hier nur gegen ihre Esel? Warum schlagen sie die? Warum ausgerechnet auf den Kopf? Manche Menschen sind einfach ekelhaft

Ich musste wirklich oft an mich halten, wenn ich gesehen habe, wie furchtbar manche Menschen mit ihren Tieren umgegangen sind. Das hat mich sehr traurig gemacht.

  • Anne hätte fast ihr Handy an den Fluss verloren –> Adrenalin +1000

Annes Handy fiel runter. Direkt neben einem sehr steilen, tiefen Abhang zu einem Fluss. Und zum Glück landete das Handy nicht da unten. Wir waren wach.

  • hoch und runter geht die Strecke, aber: genug O2 im Blut macht alles möglich

Schon sehr praktisch, so eine hohe Sauerstoffsättigung.

  • dann Ankunft in Phakding, schöne Lodge im Alpinstyle, aber eine sehr laute (sehr!) skandinavische Trekkinggruppe, die sehr nervig war

Kennt ihr das, wenn ihr eine Gruppe von Leuten trefft, die euch sofort unsympathisch ist? So ging es uns mit der skandinavischen Trekkinggruppe.

  • Anne ist etwas traurig, daher ist zweimal heiße Schokolade nötig

Denn heiße Schokolade hilft immer!

  • ich gehe duschen, Anne unterhält sich mit Zeden

Die Dusche war wirklich sehr nötig und sehr schön.

  • dann: etwas Sightseeing in der Stadt, überall Yakdung, so schön

Einfach malerisch.

  • Kaffee + Kuchen mit lustigen Büchern
  • Kauf von Freundschaftsarmbändern, Anne verhandelt – und bekommt Nachlass

Wer uns kennt weiß, wie großartig wir handeln können. Ich erinnere nur an Laos, wo wir auf dem Nachtmarkt zwei Taschen kaufen wollten und versucht haben zu handeln. Wir hatten tatsächlich Erfolg … und dann zahlten wir doch den vollen Preis, weil wir ein schlechtes Gewissen hatten.

  • ich entdecke trockene Haut – bäh!

Anne zwang mich schließlich dazu, ihre Bodylotion zu benutzen. Ich war einfach so von den Socken, weil ich noch nie trockene Haut hatte. Noch nie. Und plötzlich – zack, hab ich welche. Menno.

  • zurück zur Lodge, rumgammeln bis Abendessen (ES GIBT NUDELN!!!!)

Oh mein Gott, das war mein Highlight des Tages.

  • Nudeln waren extrem lecker

Ich überlegte kurz, ob ich mir noch eine zweite Portion bestellen sollte, wollte aber nicht zu gierig erscheinen. Aber oh Gott, waren die lecker.

  • noch eine gute Unterhaltung mit Zeden (wir wissen auch endlich, wie sein Name geschrieben wird), darüber wie wichtig Sherpas für den Everest sind und wie wenig das eigentlich gewürdigt wird)

Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Ohne Sherpas wären die wenigsten Expeditionen rund um den Everest gar nicht möglich. Ach, im Himalaya! Und daher sollten sie mehr gewürdigt werden.

  • weiterhin die nervige schwedische Trekkinggruppe

Urgh.

Dienstag, 16.04.2019

  • unsere letzte Trekkingetappe steht an 😦

Ja, das war dann der letzte wirkliche Tag unseres Everest Base Camp Treks. Heute sollten wir zurück nach Lukla wandern. Wir waren beide etwas (sehr?) traurig deswegen.

  • Frühstück (Porridge, etwas unsüß), dann packen, etc., großer Jubel, als die schwedische Trekkinggruppe endlich weg ist

Nicht, dass es uns viel gebracht hätte, weil wir kurz darauf selbst aufbrachen, aber diese plötzliche Stille war herrlich.

  • und dann: los geht’s nach Lukla
  • unterwegs noch aufeinandertreffen mit einer Deutschen aus Dresden, die uns ihre Lebensgeschichte ungefragt aufdrückt, schnell weiter

Anne und ich sind so Menschen, die Menschen anziehen, die einem dann ungefragt ihre gesamte Lebensgeschichte erzählen. Ohne, dass man es wirklich möchte oder explizit danach fragen. Und so kam es auch, dass wir eine weitere Deutsche kennenlernten, die genau dies tat. Da wir jedoch schneller unterwegs waren, konnten wir sie relativ schnell abschütteln.

  • beste Pause der Welt beim Himalaya Sherpa Coffee, Zeden bekommt auch einen Kaffee (der Kaffee wird nur 1 1/2 Tagesreisen entfernt angebaut und vor Ort geröstet, also gleich was mitgenommen für zuhause)

Das war der beste Kaffeestop auf dem gesamten Trek. Wir machten eine Rast bei Himalayan Sherpa Coffee und genehmigten uns je einen Kaffee. Auch Zeden luden wir auf einen auf. Wir fühlten uns direkt wie in einer Melitta Werbung. Nur wir, der wunderschöne Ausblick und Koffein. Es war großartig. Und natürlich mussten wir gleich die Anderen im Base Camp davon informieren. Ihr Neid war uns gewiss.

  • und dann Ankunft in Lukla, Paradise Lodge, erstmal heimisch im Zimmer einrichten (es ist warm – wir brauchen keinen Schlafsack!)

Wir konnten den Schlafsack tatsächlich eingepackt lassen! Ein Highlight!

  • Lunch: Anne nimmt Dhal Bhat, ich Kartoffelbrei mit Tomatensauce (OH MEIN GOTT WIE LECKER DER EINFACH WAR; ICH INHALIERTE DIE GESAMTE PORTION IN MILLISEKUNDEN IN MICH HINEIN)

Als ich auf der Speisekarte Kartoffelbrei entdeckte, war es um meine Contenance geschehen. Ich bestellte den und es. war. so. lecker. Ich spachtelte die gesamte Portion extrem schnell in mich hinein. So schnell, dass Anne vor lachen kaum ihr eigenes Essen essen konnte. Das war schön. Mein Highlight.

  • Dusche im Zimmer funktioniert zwar, aber nur kalt (weil solarbetrieben), Anne duscht trotzdem todesmutig, ich wasche mich nur, ist auch okay
  • meine Socken stinken zum Himmel, wirklich absolut ekelhaft

Da bemerkte ich dann, dass ich meine heißgeliebten Socken offenbar ein, zwei Tage zu lange anhatte. Sie stanken zum Gotterbarmen. Ich lüftete sie auf dem Balkon aus und stopfte sie dann luftdicht verpackt ein. Ich schwöre, als ich diese zuhause wieder auspackte, flüchtete sogar die Katze angeekelt.

  • nach dem Lunch etwas shoppen (warum ist meine Familie so groß?)

Man kann ja nicht nur einer Person etwas mitbringen, sondern muss allen etwas mitbringen. Und da merkte ich (mal wieder) die Größe meiner Familie.

  • dann Kaffee in einem Cafe
  • so viele Hundis, also gab es auch so viele Fotos

Doggos muss man einfach fotografieren.

  • dann gemütlicher Tag im Zimmer, vorlesen für Anne
  • spanische Nachbarn fragen, ob bei uns der Strom geht, Anne antwortet auf perfektem Spanisch

Anne hat viele Talente, musste ich mal wieder feststellen.

  • man kann das Wrack vom plane crash von unserem Balkon aus sehen … sehr beklemmend

Das sorgte bei uns für ein sehr ungutes Gefühl. Das Wrack war nur notdürftig mit einer Plane abgedeckt. Schluck.

  • Dinner mit Kartoffelbrei!

Natürlich.

  • danach: Khukri Rum mit Zeden, wird mit heißem Wasser verdünnt getrunken, seht stark

Wir sind Draufgänger. Nämlich. War auch gar nicht eklig oder so.

  • danach: SHERPA PARTY, einmal durch Regen, Donner und Blitz durch Lukla

Wir konnten Zeden dazu überreden, mit uns feiern zu gehen. Wir rannten einmal quer durch Lukla zum Irish Pub.

  • im Pub sind wir die einzigen Gäste, sehr gute Musik (TNT), Poolbilliard („easy peasy“, Anne die Cheaterin, Zeden gewinnt jedes Spiel, zwischendurch immer mal wieder Stromausfall, Khumbu Koelsch … mehr als nur das geplante eine; wir verewigen uns mit Edding an der Wand)

Das war ein sehr lustiger Abend. Wir tranken Bier(e), spielten Billiard, zwischendurch ließ uns immer mal wieder der Strom im Strich und ja, es war ein schöner Abschluss!

  • so gegen halb 11 zurück in die Lodge durch strömenden Regen
  • ab ins Bett (einfach so wie wir sind)

Wir waren wirklich betrunken und müde. Und hey, YOLO und so.

Mittwoch, 17.04.2019

  • Wecker viel zu früh, uäh, packen, etc.

Eventuell hatten wir einen leichten Kater. Wir wollten den ersten Flug des Tages erwischen und mussten daher schon sehr früh aufstehen. Es fühlte sich ehrlich gesagt so an, als hätten wir gar nicht geschlafen.

  • Frühstück mit Fruchtsalat (Apfel, Banane, Granatapfel, Manu isst alles)

Ich war der kleine Staubsauger, der alles in sich reingestopft hat. Anne wollte kaum essen. Verständlich.

  • angespanntes Schweigen in der Lodge (oder kommt es uns nur so vor?)

Wer kann es verübeln nach dem Flugzeugcrash.

  • auf geht’s zum Flughafen
  • einchecken mangelns Pass nur mit einer Kopie (Anne hat keine, aber dann doch – puh!), dann Sicherheitscheck (haha)

Der Sicherheitscheck war dann doch eher so eine pi-mal-Daumen-Angelegenheit. Wir hatten einen kurzen Schreck, als wir dachten, dass Anne keine Kopie ihres Passes dabei hätte (unsere Pässe lagen ja im Hotel in Kathmandu), aber dann fand sie doch eine eine. Zum Glück!

  • warten, was das Schlimmste war, Nervosität +1000

Es war ein schlimmer, schlimmer, schlimmer Flug.

  • Flug: Zeden war eher belustigt, ich supernervös, grabschte Anne ständig an, bissl ruckelig, dann aber Landung!

Aber zum Glück dauerte er ja nur zwanzig Minuten oder so. Wir landeten wieder sicher in Ramecchep. Uff!

  • zusammengepfiffen worden von einer älteren Mitarbeiterin (erinnerte an Mama)

Wir wollten nämlich einen anderen Weg über das Rollfeld zurück zum Flughafengebäude nehmen als sie. Ups. Sorry.

  • warten… andere Passagiere sitzen wegen schlechtem Wetter schon seit 3 Tagen in Ramecchep fest, die Fahrer versuchen sie schon in die Helikopterflüge zu quetschen

Es war ein heilloses Chaos am Flughafen. Überall standen Menschengruppen. Das Wetter war in den letzten Tagen so schlecht gewesen, dass kaum Flugzeuge starten konnten. Nun versuchten sich alle in die ersten Flüge des Tages zu quetschen. Wir waren froh, dass wir das alles schon hinter uns hatten!

  • merkwürdiges Cafe, sitzen neben den überquellenden Mülleimern, hot Lemon (aber die Gläser besser nicht zu sehr ansehen), Kinder, die viele Fragen stellten und dann Schokolade wollten, alles sehr unangenehm und meine Erkältung / Angina wird immer schlimmer

Ich hatte meinen Tag mit Halsschmerzen begonnen, die ich zunächst auf den Kater schob. Als sie im Laufe des Tages jedoch immer schlimmer wurden und ich mich immer schlechter fühlte, wurde es klar, dass ich mir wohl eine Angina eingefangen hatte. (Dies hab ich regelmäßig mindestens einmal im Jahr, daher kannte ich die Symptome nur zu gut.) Ich versuchte also so viel wie möglich zu trinken (ohne zu fest daran zu denken, wo ich später auf Toilette gehen sollte) und Bonbons zu lutschen, um die Halsschmerzen im Griff zu bekommen.

Wir mussten in einem Cafe auf unseren Fahrer nach Kathmandu warten und wurden von ein paar Kindern angequatscht. Zuerst wirkten sie sehr nett und stellten Fragen und dann fingen sie an zu betteln. Das war sehr unangenehm. Ich war froh, als wir endlich dort wegkamen.

  • dann, irgendwann, geht es endlich los mit einem richtigen Auto mit funktionierenden Sicherheitsgurt

Dass ich das einmal so erwähnen muss, ist eigentlich auch ein wenig lustig.

  • Fahrt sehr kurvig, sehr rasant, nach ca. 45 min benötige ich eine „Pinkelpause“, hätte sonst in den Wagen gekotzt, Anne hat mir ein Vomex abgegeben

Mein Magen ist zum Teil etwas empfindlich bei rasanter Fahrweise + kurvigen Strecken. Also fragte ich nach einer Pinkelpause, wo ich durchschnaufen und eine Vomex einwerfen konnte.

  • daraufhin verschwamm für mich die Fahrt in einem Schlafen-kurz-wach-schlafen-Rhythmus

Den Rest der Fahrt verschlief ich dann so ziemlich. Oder schwebte in so einer Zwischenwelt, in der sich Wachsein und Traum nicht immer hundertprozentig unterscheiden ließ.

  • Mittagessen um halb 10 in einem von Japanern betriebenen Restaurant, Anne nimmt den fried Rice, ich mushroom Curry, das ewig nicht ankam, hot Lemon brennt mir fast die Kehle weg, schlussendlich futterte ich das scharfe Curry mit Annes Reis, das war dann richtig lecker

Wer schon mal so richtig schlimme Halsschmerzen hatte, weiß, wie unangenehm es dann sein kann, saure Dinge zu sich zu nehmen. Nun ja, ich hatte nicht nachgedacht und zur heißen Zitrone ja gesagt. Da musste ich dann durch. Das restliche Essen war jedoch dann sehr lecker und mein geplagter Magen fand das eigentlich auch ganz dufte.

  • restliche Fahrt war eigentlich ereignislos bis auf einen Stop irgendwo, damit Zeden + der Fahrer etwas essen gehen können und einen Stau-Auffahrunfall, nur Blechschaden und trotzdem kam das ganze Dorf zum schauen vorbei

Und dann wurden wir noch unfreiwillige Zeugen eines Auffahrunfalles, den unser Fahrer baute. Es war nur ein Minischaden und es war sonst nichts passiert (zum Glück), aber trotzdem war unser Auto die Attraktion des ganzen Dorfes, das sofort zusammenkam. Das war schon sehr interessant.

  • dann Ankommen im Hotel (meine Erinnerungen sind leicht verschwommen)
  • Verabschieden von Zeden, Trinkgeldübergabe

Zeden war uns ein toller Guide gewesen. Er ist ruhig, besonnen und hat einen subtilen Humor. Ich mochte ihn sehr und war wirklich traurig, dass wir uns von ihm verabschieden mussten.

  • DUSCHEN!!!
  • Nickerchen, dann auspacken

Vor allem ich brauchte das Nickerchen dringend.

  • Essen beim Burgerladen um die Ecke, Falafelpatty plus Avocade und Pommes, Musik sehr laut, alles ausgebucht (warum?), dann zurück ins Zimmer, Paracetamol und schlafen

Aber der Burger war ein Highlight. (Ich weiß, ich sage das oft, aber der war es wirklich)

  • ich hab leider sehr laut geschnarcht, tut mir immer noch leid, Anni

Meine Kieferoperation lag zum einen noch nicht allzu lange zurück und zum anderen war meine Nase verstopft aufgrund meiner Erkältung. Und so hab ich die arme Anne wirklich um ihren Schlaf gebracht. Um es nochmal deutlich zu machen: TUT MIR IMMERNOCH LEID! ❤

Donnerstag, 18.04.2019

  • ausschlafen bis um 7 Uhr, dann Frühstück (lecker Mangosaft, gute baked beans)
  • dann auf Erkundungstour im Viertel mit Stopp in einem Handicraftladen (Souvenirshopping – warum ist meine Familie noch gleich so groß?, ich kaufe mir selbst eine Tasche), dann noch in einem Künsteratelierladen, tolle Kühlschrankmagnete, will alles kaufen

Mein Herz schlägt ja für kleine Läden mit einheimischen Waren und daher war ich dort im siebten Himmel. Anne und ich kauften alles mögliche ein und waren sehr glücklich.

  • haben noch einen Termin in einem Spa ausgemacht für Massage + Maniküre

Das war mein Geburtstagsgeschenk für Anne gewesen.

  • Stopp im Cafe Mozart mit Iced Cappucchino + iced macha, der ewig gebraucht hat… aber wir hatten ja Zeit
  • noch eine Runde Bubu für Manu (oder auch nicht, weil die Kinder am Pool sehr laut waren), Anne chillt im Kinderparadies, später noch Anruf zuhause

Wir genossen unsere freie Zeit (also, wirklich freie Zeit ohne irgendwelche Termine) am Pool. Ich wollte eigentlich schlafen, aber das klappte nicht so gut. War trotzdem erholsam.

  • Mittagessen mit lecker Veg Mommos + leider gar nicht mehr so geilen stuffed mushrooms

Wir dachten, wir geben den gefüllten Pilzen, die wir beim letzten Mittagessen im Hotel so eilig in uns reinschlingen mussten, noch eine Chance. Und irgendwie waren sie gar nicht mehr soooo geil. Schade.

  • duschen und dann ab ins Spa
  • Massage war am Anfang etwas krass-unangenehm, aber dann doch ganz geil, ich bin fast am unterdrückten Husten draufgegangen („Do you want breast or stomach massage?“, WTF Mmoent, „Okay“, aber hey, meine armen Nippel)

Dank meiner Erkältung empfand ich die Bauchlage während der Massage als extrem unangenehm, aber die Massage an und für sich war toll. Jedoch hatten wir noch einen merkwürdigen Moment, als wir gefragt wurden, ob wir auch eine „breast or stomach massage“ haben wollten. Da wir nicht als prüde darstellen wollten (oder so) sagten wir ja. Autsch ist alles, was ich dazu sagen werde. Autsch.

  • duschen, alles irgendwie komisch
  • Maniküre ging gut los, aber dann kam die Farbe…

Der erste Teil der Maniküre – das feilen und Nagelhautpflege – war toll, doch lackieren konnten die Frauen dort wirklich nicht. Es sah aus, als hätten Kindergartenkinder das gemacht. Naja.

  • bezahlen: erst waren es 2000 NPR, dann doch günstiger…
  • erstmal zum Fake 7/11 um die letzte Flasche Nagellackentferner zu kaufen, um das allerschlimmste auszubessern

Danach sah es halbwegs gut aus.

  • zwischendurch immer mal wieder Drama mit den Pässen (Chef von Summit Trekking war da, wir nicht, etc.), sie rufen ihn an, wir rühren uns nicht mehr vom Fleck (Ja, Sir, natürlich, Sir!)

Wir brauchten für unseren Heimflug natürlich noch unsere Reisepässe. Diese hatten wir am Anfang des Treks im Hotel abgegeben. Nun wollte sie uns der Chef von Summit Trekking persönlich zurückgeben, doch immer, wenn er da war, waren wir nicht da. Also bekamen wir Stubenarrest.

  • wenig später (Anne ist gerade duschen) sind die Pässe da und die Frage „Wollt ihr ein Abschlussdinner?“ „Öh, klar.“ „Okay, in einer halben Stunde holt euch Zeden ab!“ Und dann Panik, weil duschen, anziehen, schminken und als wir endlich gestresst fertig sind, ist das Auto nicht da)

Und so wurde unser gemütlicher Abend im Hotelzimmer doch noch aufregend. Wir bekamen noch ein Abschlussdinner. Und natürlich mussten wir uns dafür ein wenig aufbrezeln. Der letzte Abend in Nepal musste schließlich gefeiert werden! Und wir freuten uns, Zeden noch einmal zu sehen.

  • Auto schließlich doch da, Zeden aber nicht, hat einen Notfall in der Familie

Das dämpfte unsere Freude dann doch etwas, aber wir verstanden es natürlich. Familie geht immer vor.

  • Dinner in einem ca. 150 Jahre alten königlichen Gebäude (Touristenfalle…?)
  • wir dürfen nur bis maximal 21 Uhr bleiben, weil „it is getting dark and…“ – AND WHAT? Taxifahrer holt uns gegen 20:40 Uhr ab („remember me“)

Das war alles wirklich sehr skurill.

  • völlig unmotivierte Musikergruppe, allerdings schon wieder so unmotiviert, dass es schon wieder lustig war
  • anfänglich sehr bequeme Stühle, wir sind nicht die touristischten Touristen, alle haben einen Guide dabei (außer uns…), Reiswein gratis, diverse Gänge, alle lecker (gibt es etwa Dhal Bhat??), vermutlich schleichende Messingvergiftung vom Besteck, Tänzer sind gut, geben sich große Mühe; wir müssen vor dem Dessert gehen, als hätten wir eine Zubettgehzeit… Völlig skurriler Abend!

Mehr kann ich dazu eigentlich auch nicht sagen.

  • Cocktails zum Abschluss an der Bar, ich nerve Anne mit „Worst of Chefkoch“, das DHL-Team (zumindest der klägliche Rest) saß neben uns

Tut mir immernoch leid für die vielen „Worst of Chefkoch“-Beiträge.

  • dann ab ins Bett

Freitag, 19.04.2019

  • so gegen 6 Uhr war ich wieder wegen meinem Husten wach, wecke Anne gleich mit, hab auch wieder geschnarcht (sorry!)
  • Frühstück etwas repetitiv, aber lecker
  • dann: große Packorgie, irgendwann ist alles verstaut (alles mieft!), duschen

Wir hatten ja einen Teil unseres Gepäckes vor dem Trek im Hotel gelassen und mussten jetzt umpacken, damit alles für den Flug verstaut war. Und man muss sich natürlich auch Gedanken machen, welche Sachen man im Handgepäck braucht. Und wie schön es einfach war, nicht-stinkende normale Klamotten zu tragen!

  • dann: Checkout (Machotyp an der Rezeption), vergebliches Briefmarkenkaufen

Ich glaube, unsere Postkarten stecken immernoch in meinem Koffer.

  • rumlümmeln auf Terrasse, Tagebuch aktualisieren, Besuch vom Chef von Summit Trekking (netter Mensch, aber ich bin schlecht in Smalltalk), Zeden meldet sich, langsam Gedanken an Mittagessen

Der nette Herr von Summit Trekking kam schließlich doch noch vorbei, um sich persönlich bei uns zu bedanken, dass wir am Trek teilgenommen hatten und von unseren Erfahrungen zu hören. Ich war darauf absolut nicht vorbereitet und verschaffte ihm vermutlich das unangenehmste, weil langweiligste Gespräch seiner Laufbahn. Tut mir immernoch leid.

  • Burger um die Ecke

Natürlich.

  • dann Fahrt zum Flughafen
  • toller Stop Over in Doha, dank der ultragemütlichen Lodge mit Essen und Getränken die ganze Nacht

Das waren die am besten investiertesten (ich weiß nicht mehr wie viele) Dollar! Wir hatten bequeme Sessel zum dösen, es gab die ganze Nacht ultraleckeres Essen und Getränke und wir mussten keine Angst haben, dass jemand unser Gepäck klaut. Zehn Daumen hoch für die Lodge.

  • Abholkomitee in Zürich, noch lecker italienisch essen gegangen, bester Abschluss ever

Wir wurden von unseren Liebsten am Flughafen abgeholt und gingen schließlich noch als Abschluss unseres Abenteuers schön italienisch essen. RICHTIGE PIZZA! Es war unglaublich lecker und eine sehr nette Geste.

  • und dann … müde…!!!

Und das wars dann.

Das war unser Trek gewesen. Damit war unser Nepal-Abenteuer 2019 zu Ende. Und ich würde es jederzeit wieder machen. Der Himalaya hat eine unglaubliche Anziehungskraft und bietet eine der spektakulärsten Bergwelten, die es gibt. Man muss schon ein sehr harter Mensch sein, wenn einen dies nicht in seinen Bann zieht.

Damit ich jetzt aber nicht zu philosophisch werde, hier noch zwei Listen, die ich während des Treks geführt habe. Ich glaube, die Titel sprechen für sich.

Dinge, die ich essen will (jetzt, sofort!)

  • Käsefondue
  • Joghurt mit der Ecke
  • Brötchen mit Butter und Veggiesalami
  • Obstsalat mit Erdbeeren
  • Marmeladenbrötchen
  • Salat mit frischen Gemüse drin
  • Haferflocken
  • frittierte Auberginen (überbacken)
  • Kartoffelbrei und Semmelknödel mit Bratensauce

Dinge, die ich nie wieder essen möchte – EBC Edition

  • Dhal Bhat
  • fried Rice with vegetables
  • Pancakes (egal wie, aber bitte nie mehr mit Apfel oder Banane)
  • omelette
  • black tea
  • Krümelkaffee
  • Yak infused water
  • Porridge (egal wie)
  • Yak cheese pizza
  • tibetian bread
  • Masala Tea

In diesem Sinne – danke, wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt und ich hoffe, es hat euch genauso viel Spaß beim lesen gemacht, wie mir beim erleben und schreiben.

Danke nochmals an Anne, eine der besten Reisebegleiterinnen, die ich jemals hatte (und haben werde). Mit dir würde ich überall hin fliegen! Danke, dass es dich gibt. Ich hab dich lieb! ❤

Info: Die meisten Fotos, die ihr hier bewundern konntet, sind ebenfalls von der bezaubernden Anne. Danke, dass ich sie für meinen Blog benutzen darf!

Morro Bay nach Santa Barbara

Es sei mir bitte verziehen, dass ich zu den nächsten Stationen der Reise tatsächlich nicht mehr so viel erzählen kann. Zum einen habe ich gar nicht mehr so viele Fotos zur Verfügung (das ist vermutlich immer so, dass es immer weniger Bilder werden je länger ein Urlaub dauert), zum anderen waren unsere restlichen Unternehmungen tatsächlich eher schnell erzählt.

An diesem Morgen fuhren wir von Cambria nach Morro Bay, einem Zwischenstopp, auf den ich mich SEHR gefreut hatte. Und warum? Weil Morro Bay mal in einer meiner absoluten Lieblingsserien („The Affair“, auf Amazon Prime ansehbar) eine Hauptrolle gespielt hatte und seitdem mein Herz geklaut hatte. Und deswegen war ich auf der Fahrt vermutlich unausstehlich, weil so aufgeregt. 🙂

Zudem hatte ich am Abend vorher festgestellt, dass wir einen Tag länger Urlaub hatten als wir gedacht hatten – weswegen wir beschlossen, zwei Nächte in Santa Barbara (wo wir als nächstes übernachten würden) zu bleiben. Spoileralarm: Wir würden von Santa Barbara jedoch gar nicht so viel sehen.

Kaum kommt man in die Nähe von Morro Bay, schon zeigt sich die prominente Sehenswürdigkeit – der Morro Rock, eine 177 m hohe, aus Vulkangestein bestehende Felsformation, die unzähligen Tieren als Lebensraum dient. Wir entschlossen uns an einem (ziemlich leeren) Strand raus zufahren und erst einmal ein paar Fotos zu schießen. Und ich war spontan verliebt in diesen Felsen. Das strahlend schöne Wetter half da auch ziemlich dabei.

Wir schlenderten noch ein wenig durch das – ein wenig verlassen wirkende – Städtchen und suchten uns schließlich noch eine Post, wo wir unsere Postkarten endlich auf die Reise schickten. Besser spät als nie…

Ein Highlight für mich waren die freilebenden Seeotter, die man im Hafen beobachten konnte. Die possierlichen Tierchen wirkten einfach so verspielt und liebenswert… am liebsten hätte ich sie alle geknuddelt. ALLE!

Auf dem Weg nach Santa Barbara hielten wir noch spontan in einem anderen Städtchen an, um dort ein wenig zu bummeln. Mir fällt einfach nicht mehr der Name ein… falls ihr es erkennt, dürft ihr mir gerne einen Kommentar hinterlassen. Wir verbrachten eine ganze Weile damit, die Surfer zu beobachten und auf dem Pier zu schlendern. Sehr erholsam!

Schließlich fuhren wir weiter, um in unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte einzuchecken. Dieses Mal war die Wahl auf ein Bed & Breakfast gefallen. Und zwar auf das „White Jasmine Inn“ (1327 Bath St, Santa Barbara), mit wirklich sehr liebevoll gestalteten und geräumigen Zimmern. Wir erhielten eine gründliche Einführung in die besten Restaurants und Sehenswürdigkeiten durch den landlord – der konnte vielleicht erzählen! Aber lustig und interessant war es auf jeden Fall.

Schließlich ging es weiter mit unserer Freizeitgestaltung. Der Mann war schon ganz aufgeregt, denn den Nachmittag durfte er gestalten. Und der entschied sich dafür, dass wir shoppen gehen würden. Und zwar nicht irgendwo, sondern im Camarillo Premium Outlet (740 Ventura Blvd, Camarillo), einem der größten Outlets in Kalifornien. Der Mann ist nämlich ein echter Schnäppchenfuchs. Und hey, gegen Shopping hatte ich noch nie etwas einzuwenden…

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Interessanter Fund, aber irgendwie auch ein wenig gruselig…

Dort verbrachten wir dann doch einige Stunden und konnten ein paar tolle Schnäppchen machen. Ich zum

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Meine neue Jeansjacke 🙂

Beispiel ergatterte eine super heiße Jeansjacke und ein tolles Oberteil von Diesel – zusammen für nicht mal 40 Dollar. (Das Shirt ruinierte ich leider später zuhause, weil ich es zu heiß wusch. Deswegen heulte ich vielleicht auch nur eine halbe Stunde. Oder so.)

Irgendwann knurrte uns dann jedoch der Magen und wir beschlossen, noch essen zu gehen. Dank der umfangreichen Information unseres landlords brauchten wir auch nicht lange zu überlegen und so fuhren wir zu Brophy Bros. (119 Harbor Way, Santa Barbara), wo wir noch gerade so einen Tisch auf der wunderschön beleuchteten Terrasse bekamen. Von dort aus hatte man einen tollen Blick über den Hafen, wobei das Essen gleich doppelt so gut schmeckte! Der Service war hervorragend und das Essen schmeckte vorzüglich. Und soo dauerte es auch nicht lange, bis wir pappsatt im Bett lagen.

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Blick von der Terrasse des Brophy Bros.

Am nächsten Morgen starteten wir gewohnt früh in den Tag und zwar mit einem leckeren Frühstück in The French Press (1101 State St, Santa Barbara), einem sehr gemütlichen Cafe, in dem man auch gut Leute gucken kann.

Danach fuhren wir weiter, denn der heutige Tag stand ganz im Sinne des Kommerz – wir hatten uns Tickets für die Universal Studios Hollywood (100 Universal City Plaza, Universal City; 109 – 119 Dollar für ein normales Ticket, teurer, wenn man VIP Entrance etc. möchte) gegönnt und wollten diese voll ausnutzen. Der Weg dorthin war leicht zu finden – doch dann mussten wir uns noch entscheiden, welchen der Parkplätze wir benutzen wollten. Unsere Wahl fiel schließlich auf das Jurassic Parking (zählt unter Preferred Parking und kostete 35 Dollar, General Parking kostete 25 Dollar und das Front Gate Parking 50 Dollar). Wir fotografierten noch schnell unseren Parkplatz ab, damit uns nicht dasselbe passierte wie in dieser einen Simpsonsfolge („Wir parken auf dem Itchy Parkplatz!“) und dann stürzten wir uns ins Getümmel.

Oder auch doch nicht.

Zuerst mussten wir durch den Sicherheitsbereich mit Metalldetektor und das Gepäck musste durch die Röntgendurchleuchtung. Das hinterließ bei mir persönlich einen irgendwie schalen Beigeschmack. Andererseits schien es außer mir sonst niemanden zu stören oder zu befremden, von dem her…

Mein Urteil zu den Universal Studios ist tatsächlich gemischt. Es ist UNGLAUBLICH kommerziell – man kann hier tatsächlich hunderte von Dollars für Schrott lassen, wenn man das denn möchte. Die Souvenirs sind überteuert und es ist alles komplett reizüberflutend. Und die vielen Menschen…! Aber gut, damit zumindest hatte ich vorher schon gerechnet. Allerdings war auch die Liebe zum Detail in der Kulissengestaltung sehr schön zu sehen. Und so konnten wir das ein oder andere Erinnerungsfotos schießen.

Wir sahen uns auch eine der Shows an (es war, glaub ich, die Stunt-Show) und die war wirklich sehr unterhaltsam. Mir wurde nach der ersten Achterbahn schon so schlecht, dass ich die restlichen Bahnen dem Mann überließ. Fand er, glaub ich, nicht so schlimm, dass er alleine fahren musste. So konnte er zumindest die „Single Ride Lane“ benutzen und kam schneller dran.

Am Nachmittag hatten wir dann erstmal genug von all dem Trubel und verließen diesen Ort des Spaßes, nachdem wir uns noch bei Pizza Hut eine unglaublich fettige (und daher unglaublich leckere) Käsepizza gegönnt hatten. Ab und an darf man ja auch mal…

Schließlich machten wir noch einen Stopp am Santa Monica Pier (eigentlich vorwiegend deswegen, weil wir sowieso dort vorbeikamen). Das Parken war sogar relativ günstig (ich glaube wir zahlten 10 Dollar) und so schlenderten wir über den weltberühmten Pier. Zum „Leute gucken“ war es perfekt und schließlich ließen wir noch etwas Geld in der dortigen Spielhalle. Ansonsten war es mal nett gesehen zu haben, aber nochmal dorthin müsste ich jetzt persönlich nicht mehr…

Auf dem Heimweg standen wir dann erstmal in einem MEGASTAU. Den Grund dafür fanden wir wenig später heraus – ein Kleinflugzeug aus dem zweiten Weltkrieg hatte auf dem 101 Freeway notlanden müssen und war danach in Flammen aufgegangen. Der Pilot kam dabei nicht zu Schaden. Allerdings zog dies eine Vollsperrung des Freeways hinter sich her und einen kilometerlangen Stau. Nach ungefähr drei Stunden konnten wir unsere Fahrt dann fortsetzen.

Todmüde fielen wir schließlich in unser dickgepolstertes Bett.

Am nächsten Morgen checkten wir problemlos aus und sagten dem B&B Lebewohl. Obwohl es eine nette Erfahrung gewesen war, kann ich für mich sagen, dass ich mit der Idee einfach nicht warm werde. Dann doch lieber ein gesichtsloses Motel – aber zumindest muss man sich nicht rechtfertigen, warum man nicht zum Frühstück kam…

Danach frühstückten wir sehr lecker (und sehr herzhaft) im Savoy Cafe & Deli (24 W Figueroa St, Santa Barbara) – und am liebsten hätten wir wohl die gesamte Kühltheke geplündert. Was es dort an leckerem Essen gab… wahnsinn! Aber wir beherrschten uns und fuhren schließlich weiter. Denn heute stand (für mich) ein weiteres Highlight des Kalifornientrips bevor. Wir wollten uns das M*A*S*H – Set ansehen – oder zumindest das, was davon übrig war. Der Mann, obgleich Arzt, hatte noch nie auch nur eine Folge der Serie gesehen – und ich dachte immer, das wäre Zulassungsvoraussetzung fürs Medizinstudium…

Wir mussten ein wenig suchen, bis wir den offiziellen Parkplatz (1925 Las Virgenes Road, Calabasas, CA 91302) fanden – aber nach der netten Hilfe eines Rangers eines lokalen tourist offices war dies dann auch kein Problem. Dort bekamen wir auch gleich noch eine Karte mit auf den Weg gegeben und den dringenden Hinweis, genug Wasser mitzunehmen. Da es brütend heiß zu werden schien, musste man uns das zumindest nicht extra sagen…

Wir stellten das Auto für eine Gebühr von 12 Dollar (für den ganzen Tag) ab, packten die Rucksäcke und schnürten die Wanderschuhe. Und dann ging es los. Der Trail war wirklich sehr gut ausgebaut und ausgeschildert, so dass man sich praktisch nicht verlaufen konnte. Er war ungefähr 2 – 2.5 Meilen lang und war sehr angenehm zu laufen. Und schließlich entdeckten wir den ersten Army Jeep, der den Eingang zum Set kennzeichnete. Ich ließ es mir nicht nehmen, hineinzuklettern und für ein paar Fotos zu posieren.

Viel sieht man vom Set nicht mehr. Ehrlich gesagt – eigentlich so gut wie gar nichts mehr. Viele der Stellplätze der Zelte sind schon wieder zugewuchert (kein Wunder – 35 Jahre nach Ende der Serie), aber ein paar Hinweistafeln waren angebracht und man konnte auch die leichte Böschung zum Hubschrauberlandeplatz hochsteigen. Zudem wurde ein kleiner Unterschlupf gebaut, unter dem man seine mitgebrachte Vesper essen konnte. Und die Landschaft bewundern, natürlich. Die beiden Berge, durch die der Hubschrauber im Intro hindurch fliegt, stehen schließlich immernoch da.

Vor dem (nachgebauten) Wegweiser, der in der Serie eine so prominente Rolle spielt und ständig zu sehen ist, wurde extra eine Halterung für Handys und Kameras installiert, so dass man Selfies von sich vor dem Wegweiser machen kann. Und dort entstanden wirklich lustige Fotos…

Nachdem ich jeden Winkel des ehemaligen Sets durchstöbert hatte, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Uns kamen tatsächlich nur ein paar Menschen entgegen, was wir jedoch auf die drückende Hitze schoben. (Und wenig später stand der Park ja auch zu großen Teilen in Flammen. Auch das M*A*S*H – Set hatte es (mal wieder) erwischt. Ich war wirklich traurig, als ich das hörte.)

Zurück beim Auto machten wir uns bereit für den vorletzten Stopp auf unserer Reise – Los Angeles. Und dort würden wir eine wirklich ungewöhnliche Unterkunft beziehen. Aber mehr dazu im nächsten Beitrag…

Via Big Sur nach Cambria

Auf den nächsten Abschnitt unserer Reise war ich sehr gespannt gewesen. Es ging über den Highway No 1 (einer der Highways, der die schönsten Küstenabschnitte des Landes passiert und deswegen als National Scenic Byway ausgewiesen ist) mitten durch Big Sur, den Küstenabschnitt zwischen San Simeon und Carmel. Insgesamt umfasst er ungefähr 100 km Küstenlinie.

Und es war wirklich wunderschön!

Die Fahrt war nett und kurzweilig, aber außer der atemberaubenden Landschaft gab es nicht so viel zu sehen. Daher wird dieser Blogeintrag auch nicht übermäßig lange und ich lasse lieber Bilder statt Worte sprechen.

Erwähnenswert wäre noch die Bixby Bridge, die während der Großen Depression im Jahre 1937 gebaut wurde und über den Bixby Creek führt. Sie ist 218 m lang, 7.3 m breit und 85 m hoch – und ist (wenn ich mich recht erinnere) die höchste einbogige Brücke der Welt. Natürlich durften dort die obligatorischen Erinnerungsfotos nicht fehlen.

Als wir an San Simeon vorbeifuhren dachte ich noch „Och, da liegen aber viele Felsbrocken am Strand!“ und verbalisierte dies auch genau so. Der Mann warf einen Blick nach rechts und kommentierte dies nur mit einem „Das sind keine Felsen, das sind Robben!“ Und schon hatten wir den Blinker gesetzt und fuhren bei der nächsten Gelegenheit raus.

Und so trafen wir auf Zufall auf die „Piedras Blancas Rookery“, der größten See-Elefantenkolonie in Kalifornien und die größte Festlandkolonie dieser Art in Nordamerika.

Wir verbrachten einige Zeit auf dem (zugegeben recht windigen) Aussichtsplatz und beobachten die drolligen Tiere. Und mensch, waren die laut! Am liebsten hätte ich mit allen geknuddelt…

Am Aussichtsort stehen auch ehrenamtliche Mitarbeiter der Organisation „Friends of the Elephant Seal“, die die Bewahrung und den Schutz der Kolonie sowie die Aufklärung zu See-Elefanten und dem Meeresleben zum Ziel haben.

Schließlich rissen wir uns schweren Herzens von den See-Elefanten los und düsten weiter nach Cambria, unserem heutigen Ziel. Dort hatten wir uns im „Pelican Inn & Suites“ (6316 Moonstone Beach Dr, Cambria, CA 93428)einquartiert, wo wir sogleich herzlich begrüßt wurden. Der CheckIn war (und jetzt alle im Chor) völlig problemlos und so konnten wir unser geräumiges Zimmer mit Kamin und Terrasse beziehen.

Wir machten schließlich noch einen schönen Spaziergang am Moonstone Beach entlang, wo wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben durften. Und hier konnte man wirklich erkennen, wie wild der Pazifik so war. Beeindruckend war es allemal.

Schließlich knurrten uns die Mägen und wir entschlossen uns, in eines der hiesigen Fischlokale zu gehen. Unsere Wahl fiel auf das „Sea Chest Restaurant“ (6216 Moonstone Beach Dr), unter anderem auch deswegen, weil es fußläufig zum Hotel lag. Dort angekommen mussten wir erst einmal ein wenig warten, bis ein Tisch frei war. Wir vertrieben uns die Wartezeit mit Wein – wenn man das Auto schon mal stehen lassen konnte…

Das Essen war vorzüglich. Ich weiß gar nicht mehr genau, was wir gegessen haben, aber ich weiß noch, dass es lecker war. Und das ist ja die Hauptsache 🙂

Pappsatt, leicht angeheitert und sehr zufrieden machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Am nächsten Morgen ging es schließlich weiter – und zwar wollten wir nach Santa Barbara fahren. Und bei Morro Bay anhalten.

JUHU!!!

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Monterey

Der nächste Stop auf unserer Liste, bei dem wir eine Nacht verbringen wollten, war Monterey. Falls ihr jetzt denkt „Moment, das sagt mir doch irgendetwas!“, dann kann das tatsächlich verschiedene Gründe haben. Monterey hat zwar nur ungefähr 27.000 Einwohner, aber hat dafür einiges zu bieten.

Zum Einen findet hier jedes Jahr am dritten Septemberwochenende das älteste bestehende Jazzfestival weltweit statt, das Monterery Jazz Festival. Falls euch das nichts sagt, dann sagt euch Monterey vielleicht etwas wegen John Steinbeck, einem bedeutenden amerikanischen Autor, der uns solche Juwelen geschenkt hat wie „Früchte des Zorns“ oder „Von Mäusen und Menschen„. Dieser ist in Salinas aufgewachsen, dem damaligen county seat von Monterey County. Seine Kindheit in und um Monterey hat ihn sehr geprägt. 20181021_130824

The geography and demographics of the valley, the “Salad Bowl of the Nation,” stamped the young boy’s sensibilities. A strong sense of place is evident in his fiction: “I think I would like to write the story of this whole valley,” he wrote to a friend in 1933, when he was 31 years old, “of all the little towns and all the farms and the ranches in the wilder hills. I can see how I would like to do it so that it would be the valley of the world.” In 1952 he published his epic novel about the Salinas Valley, East of Eden. (Quelle: Steinbeck Museum )

Oder, falls euch das auch nichts sagt, dann liegt es vielleicht schlicht und ergreifend am Monterey Bay Aquarium – aber dazu später mehr.

Auf der Fahrt vom Sequoia Nationalpark nach Monterey passierte, soweit ich mich erinnern kann, nicht wirklich viel außergewöhnliches. Außer, dass wir – mal wieder – einen lustigen Zwischenfall bei Starbucks hatten. Schon ein paar Tage zuvor hatten wir dort angehalten, um einen Kaffee zu trinken und der Mann – seines Zeichen jemand, der gerne mal etwas Neues ausprobiert – hatte einen Almond Protein Cold Brew Coffee bestellt. Und, nunja, ich glaube, dieser Tweet fasst es ganz gut zusammen.

 

Es war ekelhaft.

Dieses Mal hatten wir zwar keinen Proteinkaffeedrink, aber ich lernte, dass mein Name nicht nur in deutschen Starbucks Probleme macht.
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Wir hatten für unseren Aufenthalt ein Motel gebucht (dafür aber mit inklusiv Frühstück!), das The Stevenson Monterey (675 Munras Avenue, Monterey, CA 93940). Der CheckIn war – mal wieder – völlig problemlos, leider war die Parkplatzsituation überschaubar. Die angeschlossene Tiefgarage mochte dieses Problem zwar lösen, doch die Parkplätze waren insgesamt eher eng gebaut und machten das Rangieren zu einem wahren Abenteuer.

Aber gut. Das Zimmer war sauber, das Bett bequem – was wollte man mehr? Wir entschlossen uns dafür, das restliche Tageslicht zu nutzen und den Ort zu erkunden. Ich schmiss mich in mein neu gekauftes Kleid (Outlet sei Dank) und so schlenderten wir hinunter zum Strand. Unterwegs gönnte ich mir noch ein (jaja, teures, aber dafür sehr leckeres) Eis von Revival Ice Cream (463 Alvarado St, Monterey), deren Spezialität es ist, dass ihr Eis handgemacht ist und nur aus lokal angebauten Zutaten besteht.

Und dann konnte ich meine Füße zum ersten Mal in diesem Urlaub ins Meer stecken. Und das war … überraschend kalt! Aber der Spaziergang am Strand entlang war trotzdem sehr schön. Wenn Meer in der Nähe ist, kann es einem ja auch gar nicht schlecht gehen.

Danach schlenderten wir noch über den Fishermans Wharf (101Washington, Monterey, CA 93940), was uns beiden aber ein wenig zu überfüllt und touristisch war. 20181020_165531

Zum Abendessen gab es – auf meinen Wunsch hin – Sushi bei Crystal Fish (514 Lighthouse Ave, Monterey), wo ich mich durch das vegetarische Sushiangebot futterte und dann – auf Anraten des Kellners – auch die etwas ausgefalleneren Röllchen probierte. Leider weiß ich nicht mehr genau, was da genau drin war, aber ich kann sagen, dass es sehr lecker war! Und ich war danach komplett überfressen. Der Mann hat seine Freude an seiner japanischen Art einer Zitronenlimonade, Ramune genannt. Wir benötigten tatsächlich etwas Hilfe vom Kellner, um hinter das Prinzip des Trinkens zu kommen, aber egal.

Am nächsten Morgen taten wir uns am moteleigenen Frühstücksbüfett gütlich … soweit es ging. Es war eher in der unterdurchschnittlichen Liga anzusiedeln, aber zumindest konnte man den gröbsten Hunger stillen. Und jetzt breiten wir den Mantel des Schweigens darüber.

Danach ging es zum Monterey Bay Aquarium (886 Cannery Row, Monterey, CA 93940), einem der größten Schauaquarien der Welt. Es beherbergt über 550 verschiedene Meerestierarten, unter anderem Pinguine, Seeotter und Haie. Der Mann war begeistert! Ich bin eher nicht so der große Fan von Aquarien, aber selbst ich hätte stundenlang bei den Seeottern oder bei den frechen Pinguinen stehen und sie beobachten können. Putzige Geschöpfe!

Was auch noch cool war, waren die vielen „Streichelbecken“, wo man unter anderem Rochen berühren konnte. (Auch hier war der Mann absolut in seinem Element.) Und es gab eine Zone mit Glasüberdachung, in der man stehen und miterleben konnte, was für eine gewaltige Wucht Wellen haben können. Das war schon sehr beeindruckend. Und ich kaufte mir ein wirklich süßes Shirt im Souvenirshop. Aber das nur so am Rande.

Man kann jetzt darüber streiten, ob knappe 50 USD Eintritt

gerechtfertigt sind oder nicht. Ich fand es

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persönlich teuer, aber andererseits kommt das Geld ja den Tieren und dem Artenschutz zugute und dann konnte ich das verschmerzen. Zumal das Aquarium wirklich viele Dinge bietet.

Nach dem Aquariumsbesuch schlenderten wir noch ein wenig durch die Gegend und dann ging es für uns schon wieder weiter. Der nächste Stop auf unserer Liste war Cambria. Und dafür würden wir entlang des berühmten Küstenabschnittes „Big Sur“ fahren.

Aber dazu mehr im nächsten Eintrag…

Hallo Death Valley!

Nach einem gesunden Frühstück (ich gönnte mir eine Schüssel Joghurt mit Granola und Früchten) packten wir unsere Siebensachen wieder einmal, denn heute ging es weiter ins Death Valley.

Eine der Abstecher, über die wir lange diskutiert hatten. Denn der Weg vom Yosemite Nationalpark bis ins Death Valley betrug ganze 390 Meilen – oder, anders gesagt, über sechseinhalb Stunden Autofahrt. Aber, wenn man schon mal in der Ecke der Welt ist, sollte man doch so viel wie möglich mitnehmen und so entschieden wir uns am Schluss für einen Kompromiss. Wir würden ins Death Valley fahren, aber nur eine Nacht bleiben. Warum sollte man sich im Urlaub auch ausruhen, nicht?

Also zockelten wir los und zum Glück war der Tioga Pass (immerhin auf der höchsten Stelle über 3000 m hoch und daher normalerweise ab Ende Oktober aufgrund Schneemassen gesperrt) offen, so dass wir uns doch noch einen Umweg sparten. Da wir sowieso schon wieder so früh unterwegs waren (danke Jetlag) machten wir uns auch selbst gar keinen Zeitdruck. Wenn wir etwas sahen, das schön aussah und das wir näher anschauen wollten, fuhren wir raus. (Und ich muss sagen, dass das eigentlich fast das Schönste am ganzen Urlaub war. Wann macht man sowas denn im normalen Alltag schonmal?)

Und so kam es auch dazu, dass wir am Tenaya Lake anhielten, einem Gletschersee auf ungefähr 2480 m, der noch im Yosemite Nationalpark liegt. Wir machten einen kleinen Spaziergang um den See, bewunderten den weichen Sandstrand und schossen (natürlich) auch ein paar Fotos.

Da uns von mehreren Seiten eindrücklich ans Herz gelegt wurde, noch einmal vollzutanken und die Getränkevorräte aufzufrischen, bevor man wirklich ins Death Valley einfuhr, taten wir dies natürlich. Unsere Wahl hierfür fiel auf Lone Pine, eine kleine Stadt, die inzwischen hauptsächlich vom Tourismus lebt. Dort füllten wir unsere Wasservorräte auf, tankten pflichtbewusst auf und nahmen dann noch ein kleines Mittagessen ein.

Nachdem das erste Restaurant bei mir aufgrund der wenig vertrauenerweckenden Fassade abgelehnt wurde, entschieden wir uns für „The Grill„, wo ich ein tuna sandwich (das in Ordnung war) und der Mann ein Phili Cheese Sandwich aß. Und das war, wenn man seinen Worten trauen konnte, wirklich gut. Als Nachttisch gab es noch einen cheesecake – und der war wirklich der Knaller. Zudem war der Betreiber (ein Belgier) ein echtes Unikat, weswegen der Besuch gleich doppelt so viel Spaß machte. Meine Empfehlung für einen Besuch in Lone Pine – man sollte sich von der durchwachsenen Bewertungen auf FourSquare nicht täuschen lassen.

Im Death Valley hatten wir uns nicht, wie offenbar viele andere, für die „Furnace Creek Inn & Ranch“ entschieden, sondern für das etwas kleinere und günstigere „Stovepipe Wells Village Hotel“. Der Check In war (wie eigentlich überall) problemlos und schon nach kurzer Zeit konnten wir unser kleines, motelähnliches Zimmer beziehen. Wir ahnten schon, dass es eine recht laute Nacht werden würde – die Geräusche der Klimaanlagen waren nicht zu unterschätzen.

Da es noch genügend Tageslicht gab (so dachten wir zumindest) entschieden wir uns, noch einen kurzen Abstecher ins Innere des Tales zu machen. Für das Badwater Bassin war es jedoch dann doch schon zu spät, also entschieden wir uns für den Salt Creek Trail, einen ca. 1 1/2 Meilen Rundgang. Der größte Teil des Salt Creek ist ausgetrocknet und durch regelmäßige Überschwemmungen und dem daraufhin stattfindenden Verdunsten des Wassers von einer Salzschicht überzogen. Angeblich sollte man hier, falls es mal Wasser zu sehen gab, sogar Fische entdecken können.

Was mir von dem Spaziergang in Erinnerung blieb war die unendliche Stille, die man hörte. Man fühlte sich wie die einzigen Menschen auf dem Planeten. Und irgendwie machte mir das auch ein wenig Angst. Vor allem, als es dann doch schneller dunkel wurde als gedacht. Dabei galt meine Hauptsorge jedoch den nachtaktiven (und mit Sicherheit nicht ganz ungefährlichen) Tierchen, die dann aktiv wurden…

Schließlich fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft, betrieben noch ein wenig Souvenirshopping, versuchten (erfolglos) an Internet zu kommen und überlegten dann, was wir noch treiben konnten. Schließlich kamen wir auf die zündende Idee – Sterne gucken! Wo sollte dies besser gehen als hier? Also setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren zu den berühmten Mesquite Sand Dunes (vor allem bekannt aus Star Wars). Dort standen wir also und betrachteten den abnorm schönen und gewaltigen Sternenhimmel. Ich habe in meinem Leben noch nie so viele Sterne gesehen! (Gemindert wurde unsere Freude nur von einem hell beleuchteten VW Bus, der auf dem Parkplatz stand, und die Stimmung durch die lärmenden Insassen etwas trübte.)

Überwältigt von den vielen Eindrücken (und der langen Autofahrt) fielen wir schließlich ins Bett. Und die Klimaanlagen waren laut. Aber gut, was solls.

Der nächste Tag begann für uns, mal wieder, viel zu früh (Überraschung?), also beschlossen wir, noch vor Sonnenaufgang zum Badwater Bassin zu fahren, immerhin doch 42 Meilen von unserer Unterkunft entfernt. Es war schon ein ziemlich interessantes Gefühl als einziges Auto bei völliger Dunkelheit durch die Wüste zu fahren. Pünktlich zum Sonnenaufgang waren wir schließlich dort.

Das Badwater Bassin ist vor allem deswegen bekannt, weil es der tiefste Punkt der USA ist (85.5 m unter Meeresspiegel) und weil dort regelmäßige Hitzerekorde aufgestellt werden. Über 50°C im Sommer ist dort keine Seltenheit. Also dachten wir eigentlich auch, dass es dort etwas … hm … nun ja … wärmer wäre. Aber gut, zumindest kurz nach Sonnenaufgang war dies nicht der Fall 🙂

Wir gingen bis zum Ende des mit Holzplanken ausgebauten Weges und waren uns dann nicht ganz sicher, ob wir weiterlaufen durften. Weil … nun ja … da stand nicht ausdrücklich, dass man weiterlaufen durfte. Aber das hier konnte ja noch nicht alles gewesen sein, oder?! Das wäre ja doch etwas enttäuschend.

Inzwischen waren schon ein paar andere Menschen zu uns gestoßen und die gingen freudig einfach weiter. Also taten wir das auch. Und als wir dann schließlich auf der endlosen Salzpfanne standen waren wir doch begeisterter als angenommen. Es war schon beeindruckend. Wir schossen ein paar Fotos und machten uns dann auf den Rückweg.

Wir hielten dann doch noch mal an den Sanddünen an, um ein paar der kleineren zu besteigen. Dort machten wir ein (ziemlich lustiges, da ziemlich peinliches) Fotoshooting, so ganz mit Hüpfaufnahmen, das die anderen Touristen recht amüsierte. Dann verschlug es uns (aufgrund hungrig knurrender Mägen) zurück zum Hotel, wo wir uns durch ein sehr reichhaltiges, leckeres Frühstücksbüfett futterten.

Wir packten unsere Sachen, checkten aus und sagten dem Death Valley „Auf Wiedersehen!“. Oder vielleicht doch nicht unbedingt auf ein Wiedersehen, denn so beeindruckend es wirkte, so reichten uns die paar Stunden in diesem Nationalpark zumindest völlig.

Unser nächster Stopp?

Der Sequoia Nationalpark! Um den geht es dann im nächsten Blogbeitrag.

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Kurzer Abstecher nach Kalifornien

(Dieser Blogeintrag ist wohl seit neuestem als Werbung zu betrachten, weil ich Empfehlungen für Restaurants, Unternehmungen und Unterkünfte mache, aber 0 daran verdiene. Logik. Aber ich wollte es erwähnen.)

Mea culpa! Ich weiß, dass mein Blog ein wenig brach liegt – und damit auch die Berichterstattung zum Kilimandscharo. Das liegt nicht daran, dass ich keine Lust zum schreiben hätte, sondern eher daran, dass das eine so überwältigende Erfahrung war, dass es mir so schwer fällt, es in Worte zu fassen. Daher berichte ich euch jetzt erst einmal über meinen Oktoberurlaub, den ich in den USA verbracht habe.

Schon seit ich ein Teenager war, träumte ich von einem USA Roadtrip. Am liebsten einmal quer durch das Land – von Ost nach West, mit einem chicen Auto und guter Musik (weiter reichten meine Tagträume allerdings nie). Als mir der Mann jedoch im Sommer vorschlug, nach Kalifornien zu fliegen, war ich noch wenig begeistert. Was sollte man dort denn machen und lohnt sich das überhaupt und hullahupp und trallala. Dann kaufte ich mir einen (na gut, drei) Reiseführer, schmökerte ein wenig in Reiseberichten anderer Menschen im Internet und zack, war es um mich geschehen.

Und so wurde es Kalifornien.

Mit ein wenig Dienstplangeschiebe auf beiden Seiten konnten wir uns insgesamt 16 Tage freischaufeln, in denen wir den Golden State bereisen wollten. Und dann ging die Planung los. Bei so vielen tollen Sehenswürdigkeiten konnten wir uns nur schwer entscheiden. Zudem mussten noch andere Kleinigkeiten bedacht werden. Allen voran natürlich – wohin fliegt man und von wo fliegt man wieder zurück? Rundreise oder One Way? Mietwagen oder Wohnwagen?

Am Schluss entschieden wir, dass wir uns einen Mietwagen leisten würden, um dann unterwegs in Motels, Hotels und Bed & Breakfasts unterzukommen. Das erschien uns am sinnvollsten. Auch, weil wir die ein oder andere Großstadt mitnehmen wollten und das erschien uns mit dem Wohnwagen dann doch zu unpraktisch. Landen würden wir in San Francisco, zurückfliegen würden wir von Los Angeles.

Schwupps! – und schon war der Sommer rum und unser Urlaub stand vor der Tür. Wir ließen uns von meinen Bruder zu unchristlicher Uhrzeit nach Frankfurt an den Flughafen fahren, wo uns schon die erste Überraschung einholte: Der Self Check-In funktionierte nicht. Totalausfall der Systeme, was hieß, dass wir am Schalter einchecken mussten. Wir und alle anderen Reisenden auch. Zum Glück dauerte es nicht so lange wie befürchtet und so hatten wir noch gemütlich Zeit für eine Portion Pommes und einen Milkshake beim Restaurant mit dem großen M.

Schließlich saßen wir im Flugzeug und ungefähr 3 Filme und 18 Folgen diverser Serien später landeten wir in San Francisco. Ich war völlig übermüdet und zugleich komplett aufgedreht, eine unangenehme Mischung für alle Beteiligten. Doch ich konnte mich bei der immigration noch zügeln, so dass es bei der Einreise keinerlei Probleme gab. Auch unser Gepäck wartete schon.

Wir hatten unseren Mietwagen bei Alamo gebucht. Auch dort gab es einen Selbstbedienungsautomaten, der anfangs einfacher wirkte, als er dann wirklich war. Aber nach einigem Kopfzerbrechen und der Hilfe eines netten Angestellten konnten wir unsere Reservierung dann doch abschließen und unser Auto holen. Ein weiterer Angestellter zeigte uns die Autos, aus denen wir auswählen durften und wir entschieden uns für einen netten kleinen SUV. Welche Marke habe ich ehrlich gesagt vergessen. Aber er war schwarz (glaub ich) und man konnte den Kofferraum öffnen, in dem man den Fuss unter eine Lichtschranke unter dem Auto hielt. Das war cool. (Entschuldigt diese vagen Angaben, aber ich hab wirklich keine Ahnung von Autos.)

 

Unsere erste Unterkunft hatte den netten Namen „Hotel V South San Francisco“ (222 South Airport Boulevard, South San Francisco), das wir eigentlich nur deswegen ausgesucht hatten, weil es nicht weit vom Flughafen weg war und wir die teuren Preise im zentraleren Teil San Franciscos nicht zahlen wollten. Der Check In war vollkommen problemlos, aber es zeigte sich relativ schnell, dass es kein Hotel, sondern ein Motel war. Und zwar genau so, wie man sich ein Motel vorstellte, wenn man diese bisher nur aus amerikanischen Filmen und Serien kannte.

Es war einfach eingerichtet, dafür war das Zimmer und die Bettwäsche sauber und die Tür war mit doppelten Schlössern gesichert. Sehr beruhigend.

Wir machten uns kurz etwas frisch und beschlossen dann, die restlichen Stunden Tageslicht zu nutzen, um uns San Francisco etwas anzusehen. Wir beschlossen im Golden Gate Park zu starten und landeten schließlich im Japanese Tea Garden. Eine wirklich sehr schön angelegte Anlage, in der es sogar springende Koikarpfen gab. Sehr beeindruckend! (Wenn auch teuer.) Wir machten noch einen Abstecher im Shakespeare Garden, doch dann schlug der Jetlag langsam, aber sicher zu.

Wir nutzten noch die Zeit und fuhren über die Golden Gate Bridge, ein ganz besonderes Gefühl! Eines der Highlights des Urlaubs für mich. Auf dem Rückweg erlebten wir dort auch den wohl schönsten Sonnenuntergang, den man sich vorstellen konnte. Blutrot. Und leider nicht auf Kamera zu bannen. Aber im Gedächtnis wird er immer da sein.

Das nächste Highlight (zumindest für den Mann) war ein Besuch auf dem Heimweg bei Trader Joe’s, einer Einzelhandelskette, die (laut Wikipedia) 2006 vom Handelsblatt wie folgt beschrieben wurde: „ein bisschen Öko, ein bisschen Gourmet und ein bisschen Discount“. Ich nutzte die Zeit und streunte durch die Regale auf der Suche nach mir unbekannten Lebensmitteln oder einfach nur schrägen Verpackungen. Spoiler: Ich fand Beides.

Eingedeckt mit Wasser ging es dann zurück ins Hotel für eine wohlverdiente Mütze Schlaf.

 

Am nächsten Morgen waren wir dafür schon um kurz nach fünf Uhr putzmunter, was uns dazu veranlasste, ein kleines Frühstück im Dunkin Donuts ein Häuschen weiter einzunehmen. Dann fuhren wir in die Stadt und fanden einen kostenlosen Parkplatz, genau eine Straße vom Pier 33 entfernt. Wir machten einen sehr entspannenden, da beinahe menschenleeren Spaziergang entlang des „The Embarcadero“ und schauten uns den Sonnenaufgang vom Pier 7 aus an. Dann schlenderten wir zum Ferry Building Marketplace, wo Markttag war. Wir vertrieben uns die Zeit mit bummeln (ich fing schon mal begeistert mit dem Souvenirshopping an) und tranken noch einen netten Kaffee. Als die Massen begannen einzuströmen brachen wir auf, um uns ein Frühstückslokal zu suchen.

Nachdem zwei der Lokale, die wir eigentlich besuchen wollten, völlig überfüllt waren, versuchten wir unser Glück im nächstbesten Hotel mit Frühstückskarte. (Leider hab ich den Namen nirgends notiert.) Soweit ich mich erinnere gönnte ich mir Eggs Benedict und der Mann bestellte Pancakes. Aber meine Erinnerung könnte auch trügen. Als es ans Bezahlen ging, lernten wir eine neue Lektion – wir verlangten die Rechnung, diese kam in einem kleinen Mäppchen, wir legten die Karte hinein, der Kellner nahm es mit, brachte es  … und dann lagen da auf einmal zwei Belege drin. Einer für den Kunden, einer für das Restaurant, in dem man handschriftlich das Trinkgeld eintragen sollte. Das taten wir pflichtschuldig (Amerika ist schließlich eine Trinkgeldnation und alles unter 20% wird ja offensichtlich als persönliche Beleidigung gesehen) und warteten dann darauf, dass das Mäppchen wieder abgeholt wurde.

Und warteten.

Und warteten.

Und warteten.

Schließlich wurde die Zeit knapp – wir hatten Ticktes für Alcatraz gebucht – und schließlich schlussfolgerten wir, dass man einfach gehen konnte. Das taten wir dann auch. Und keiner blickte uns schief an.

Lektion gelernt.

Wir schlenderten hinüber zu Pier 33, wo die Fähren nach Alcatraz absetzten. Die Schlange war nicht so lang wie erwartet und alles ging ganz gesittet zu. Die Überfahrt dauerte ungefähr 20 Minuten und verlief reichlich unspektakulär. Nach der Ankunft auf der Insel gab es noch ein kurzes Briefing durch einen der Ranger und dann durfte man die Insel auf eigene Faust erkunden. Wir entschlossen uns, die kostenlose audio tour durch den Zellenblock zu machen, die netterweise auch auf Deutsch angeboten wurde. Meine Topempfehlung! Es war extrem spannend an einem Ort zu sein, der so viel Geschichte geschrieben hat – und ein wenig Gänsehaut war auch dabei. Die Zeit verging viel zu schnell.

Wir machten noch einen Spaziergang entlang des Agave Trails (sehr, sehr windig!) und kamen schließlich durch den prisoner gardens in den recreation yard – direkt in den Souvenirshop. Oh nein! Und schon hatte ich ein paar neue Souvenirs in meinem Koffer. Ups.

Zurück auf dem Festland wollten wir uns China Town ansehen gehen. Doch kaum waren wir ein, zwei Stunden unterwegs, sackte mir plötzlich der Kreislauf weg. Mir war merkwürdig und ich wollte aus meiner Haut, aber konnte logischerweise nicht. Glücklicherweise passierte dies direkt vor einem Cafe, wo ich mich in einen sehr gemütlichen Sessel ausstrecken und literweise Eiswasser in mich hineinschütten konnte. Das half meinem angeschlagenen Gemüt auf die Sprünge. (Hilfreich war auch die Anwesenheit eines wunderschönen süßen niedlichen und zudem noch freundlichen Golden Retrievers namens Luca, den ich eventuell ein wenig zu viel geknuddelt habe. Er fands geil. Ich auch.)

Schließlich konnten wir unseren Bummel fortsetzen (wenn auch noch immer mit ein wenig weichen Knien) und schlussendlich kamen wir ans Pier 39 bei Fishermans Wharf, an dem sich haufenweise Seelöwen tummelten. Natürlich tummelten sich dort auch ein ganzer Haufen Menschen, aber es war einfach zu drollig, die Tiere zu beobachten. Ich hätte wohl den ganzen Tag dort stehenbleiben können. Aber schließlich drängte der Unternehmungsgeist weiter.

Wir fuhren die wohl berühmteste Straße San Franciscos hinunter – die Lombard Street am Russian Hill. Eins bekannt wegen des Rufs einer der steilsten Straßen der Stadt mit einem Gefälle von bis zu 27%, die 1922 in Serpentinenform und als Einbahnstraße umgebaut wurde. Jetzt beherbergt sie 10 Kurven in 145 Metern. Da die Schlange der Leute echt lang war, die dort runterfahren wollten, war es ein nice to have, aber nochmal müsste ich da nicht runter. (Tipp: Die Filbert Street hat ein Gefälle von ca. 31% und wurde nicht entschärft. Das ist die Straße, die man in so manch einem Actionfilm schon als Sprungschanze bei Verfolgungsjagden sehen durfte.)

Da die Sonne sich langsam schon verabschiedete, beschlossen wir noch, uns den Sonnenuntergang auf dem Twin Peaks Summit (100 Christmas Tree Point Rd at Twin Peaks Blvd) anzusehen. Was in der Planung gut klang, bekam bei der Umsetzung nur eine mittelmäßige Bewertung. Es war ar*chkalt und wir mussten so dringend pinkeln, dass wir eines dieser sich-selbst-unter-Wasser-setzenden-Dixieklos benutzten. (Keine Erfahrung, die ich wiederholen wollte.)

Da wir auch schon wieder müde und hungrig wurden (danke Jetlag) und wir ein Restaurant wollten, in dem man gut und nicht abartig teuer Meeresfrüchte essen konnte, entschieden wir uns schließlich für „Red Hill Station“ (803 Cortland Ave), ca. 20 min außerhalb des Zentrums. Ganz klarer Geheimtipp für jeden, der San Francisco besucht, gut und relativ günstig essen möchte und mobil ist. Vor allem der lime-thyme-crusted cod with vegetables and mashes potatoes!!!