Die Fährfahrt zwischen der Nord- und der Südinsel Neuseelands wird öfter als eine „der schönsten Fährfahrten der Welt“ beschrieben. Und auch, wenn ich mir mit absoluten Aussagen schwer tue, kann ich verstehen, warum man es so betitelt. Wir hatten auch noch das Glück, an einem wirklich wunderschönen Tag mit blauen Himmel und Sonnenschein überzusetzen. (Na gut. Und es war windig. Und tendenziell eher kühl. Aber trotzdem wunderschön.)
Ein Highlight auf dieser Fährfahrt war eindeutig die Durchsage, dass jeder, dessen Vorname mit M beginnt, ein Gratisheißgetränk an Bord bekommen würde. Yay for being named Manu! Und so stapfte ich los zur Bar, legte meinen Ausweis vor und bekam meinen extra großen Chai Latte ausgehändigt. Meine Laune, die zu Beginn des Tages noch eher mäßig war, wurde direkt um etliche Prozentpunkte besser. Kleiner Einsatz, große Wirkung. Zwei Daumen hoch dafür.



Der Rest der Fahrt verlief unspektakulär spektakulär. In Wellington angekommen wägten wir unsere Optionen ab – entweder ÖV zum Hotel oder Uber. Aus Bequemlichkeitsgründen entschieden wir uns für das Uber. Ich weiß leider nicht mehr genau, wie teuer es war, aber für die relativ kurze Fahrzeit (10 – 15 Minuten) mussten wir doch recht in die Tasche greifen. Und die Begleitung ließ auch noch seine Mütze im Auto liegen. Von dem her – liebgemeinte 5/10 Punkte dafür.
Wir checkten im Ramada by Wyndham Wellington Taranaki Street ein und bezogen ein großes gemütliches Zimmer mit Waschmaschine und Trockner. Bevor wir aufbrachen, um die Stadt zu erkunden (zumindest ein wenig, weil wir beide recht müde waren) warfen wir dann auch noch die erste Ladung Wäsche an. Das war dringend nötig.
Wir machten einen kleinen Spaziergang in Richtung Hafen und besuchten das Te Papa Tongarewa – Museum of New Zealand. Der Eintritt kostete NZ$35 (ungefähr 20 Euro) und auch, wenn wir nur relativ kurz dort waren, lohnte es sich, um einen guten Einblick in die neuseeländische Kultur zu bekommen. Ich bin ja recht einfach zu begeistern, gerade, wenn es um Ausstellungen geht, bei denen man Dinge anfassen und nachfühlen kann. Daher war ich sehr begeistert und beeindruckt von dem Erdbeben Haus. Man stellt sich in ein kleines Haus, es wird ein Film abgespielt und dann wird ein Erdbeben simuliert. So bekommt man einen Eindruck davon, wie gruselig es sich anfühlen könnte, in so einer Situation zu stecken. Wenn man überlegt, dass in Neuseeland jährlich zwischen 14.000 – 15.000 Erdbeben passieren (davon 150 – 200 so stark, dass man sie fühlen kann)…


Danach benötigten wir (oder besser gesagt: ich) eine Stärkung und so beschlossen wir, Abendessen zu gehen. Unsere Wahl fiel auf einen Laden direkt um die Ecke vom Museum, das St. Johns Bar and Restaurant. Das Essen war lecker, das Bier war gut und die Bedienung sehr freundlich.
Auf dem Nachhauseweg fanden wir dann noch den weltgrößten Mjölnir (Thors Hammer), der einfach da auf einer Rasenfläche herumstand und beleuchtet war. Erst war ich ein wenig verwirrt, warum er da einfach so herumstand, aber schließlich fanden wir das Schild, auf dem stand, dass es sich um Werbung für eine Marvel Ausstellung im Takina Convention & Exhibition Centre handelte. Sehr cool gemacht, auf jeden Fall.



Der nächste Morgen brachte dann ein weiteres Highlight – eine Ganztagestour zum Thema „Der Herr der Ringe“. Denn, wie vermutlich die meisten wissen, wurde die Trilogie damals in Neuseeland gedreht und ein Teil auch in Wellington, dem Wohnsitz von Peter Jackson. Und daher ist es nicht verwunderlich, dass es nun inzwischen seit über 20 Jahren auch filmbezogene Touren gibt.
Wir buchten unsere Tour über GetYourGuide bei Wellington Rings Tour (Wellington: Original LOTR Ganztagestour mit Weta & Mittagessen) für insgesamt NZ$388 (ungefähr 210 Euro) und bekam dafür einen spektakulären Tag und einen tollen Guide – Grant. Er unterhielt uns auf den Fahrten zu den jeweilige Locations mit witzigen und interessanten Geschichten und Quiz zum Thema Herr der Ringe. Als eingefleischter Fan waren nicht alles neue Informationen, aber ein paar Sachen konnte ich auch lernen.
Wir besuchten unter anderem…
… den Wald, in dem die Szene mit der Verfolgungsjagd zwischen den Nazgul und den Hobbits im ersten Teil gedreht wurde
… den Platz, in dem sich die Hobbits vor den Nazgul unter einem Baumstamm versteckt haben (leider war der Baum damals nur Requisite, aber man kann noch ungefähr die Kuhle sehen)
… den Fluss, der zum Teil als Anduin benutzt wurde
… Bruchtal – und man, das ist ein verdammt kleines Areal gewesen. Davon war ich wirklich erstaunt
… den Baum, der für ein sehr bekanntes Legolas-Film-Poster benutzt wurde. Ich wurde dazu genötigt, den Baum für ein Foto zu umarmen, dabei stand ich nie auf Legolas, aber das hat niemanden interessiert 😦
… die Gärten von Isengart, in dem Saruman und Gandalf ihren Spaziergang machten und dabei hitzig diskutierten. Auch das durften wir nachstellen. Ich würde immernoch behaupten, dass an mir eine Schauspielerin verloren gegangen ist. (husthusthust)
… Weta Workshop – hier waren leider keine Fotos während der Tour erlaubt, aber man bekam einen guten Einblick in die Arbeit der Menschen dort und man durfte ganz viele Requisiten anfassen. Außerdem holte ich mir eines der T-Shirts von dort. Alleine schon, weil „Be creative and make cool stuff“ ein wunderbares Lebensmotto ist.

























Am Abend ließen wir diesen erlebnisreichen Tag bei Mr. Go’s ausklingen – mit sehr leckeren Cocktails aus kreativen Gläsern und sehr leckeren vietnamesischen Essen.



Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von Wellington. Aber vorher ließen wir es uns nicht nehmen, noch mit dem Cable Car zum Botanischen Garten zu fahren, dort ein wenig spazieren zu gehen und noch ein verspätetes Frühstück zu uns zu nehmen.






Dann ging es zu unserem nächsten Stop – Ohakune. Und mir fällt gerade auf, dass ich kaum Erinnerungen an den Ort habe. Wir übernachteten in der Snoman Lodge & Spa, was okay war. Zumindest für die zwei Nächte, die wir geplant hatten, konnte man es doch aushalten. Das Abendessen, das wir im angeschlossenen Restaurant zu uns nahmen, war aber auch wirklich nur „okay“. Vermutlich sogar eines der schlechteren Essen auf der Reise. Aber gut, es machte satt und das war ja die Hauptsache.
Am Abend schauten wir uns noch „Black Sheep“ an, einer neuseeländischen Horrorkomödie, bei der die tollen und begabten MitarbeiterInnen von WETA Workshops mitgearbeitet hatte. Sehr unterhaltsam, aber auch ein wenig irre.
Am nächsten Tag wollten wir dem schlechten Wetter trotzdem und im Tongariro Nationalpark wandern gehen. Wir beschlossen den Tama Lakes Track zu gehen, einen ca. 18km Weg (oder zumindest bis zum Lower Tama Lake). Frohen Mutes zogen wir los und zunächst sah es auch wirklich gut aus. Allerdings wurde das Wetter nach den Taranaki Falls sehr schnell sehr viel schlechter – es regnete stark und Nebel zog aus, so dass die Sichtweise nur noch wenige Meter betrug. Wir haderten lange mit uns, aber entschlossen uns schlussendlich doch dazu, umzukehren. Das tat mir zwar schon ein wenig in der Seele weh, aber ich glaube immernoch, dass es die bessere Entscheidung war.
Wir stöberten anschließend noch ein wenig im Visitor Centre herum (und nutzten die Toilette) und da stand auch ein Schild, auf dem stand: „Make memories, not the 6 pm news.“ Und vermutlich sind wir daran vorbeigeschrammt. Auch schön von einem Schild validiert zu werden 🙂













Da wir aber noch nicht zurück in unsere Unterkunft wollten, machten wir noch einen Abstecher zu den Mangawhero Falls – oder besser bekannt auch als Gollums Pool in Ithilien. Ja genau, da wo Gollum im verbotenen Weiher badet und fast von Faramirs Männern abgeschossen wird.



Und weil wir immernoch nicht genug frische Luft geschnuppert hatten, machten wir uns auch noch auf, die Waitonga Falls zu besuchen, Neuseelands höchsten Wasserfall mit immerhin 39m. Der Weg dorthin verlief durch eine wirklich wunderschöne Landschaft und es machte unfassbar viel Spaß. (Auch wenn ich beim Aufstieg nach dem Wasserfall, auf dem Weg zurück, wiedermal ziemlich vor mich hinkeuchte. Aber gut.)






Am nächsten Tag ging es dann schon wieder weiter – Ziel des Tages war Matamata. Aber bevor wir wirklich dorthin kamen, hatten wir noch eine Mission. Da das Wetter deutlich besser war als am Tag zuvor fuhren wir nochmal in den Tongariro Nationalpark, um einen Blick auf den Ngauruhoe zu werfen – Herr der Ringe Fans besser bekannt als Schicksalsberg, oder Mount Doom. Und was soll ich sagen?
Da stand er plötzlich! Und er war wirklich wunderschön anzusehen. Sehr majestätisch mit einer unfassbaren Faszination. Ich hätte stundenlang dort stehen und ihn anschmachten können.



Wir beschlossen noch den Tawhai Falls Walk zu machen, der (ebenfalls) zu Gollums Pool führen sollte. Die 800m waren schnell gegangen und wir genossen den Wasserfall und schossen ein paar Erinnerungsfotos. Der perfekte Start in den Tag!




Unterwegs machten wir noch einen Stopp in Taupo – und zwar, weil es hier angeblich den „coolsten McDonalds der Welt“ geben sollte. Und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und man muss schon sagen – man sieht nicht oft (oder besser: nie) einen McDonalds, der ein ausrangiertes DC3-Flugzeug im Hof stehen hat. Leider war die vegetarische Auswahl auf dem Menü recht bescheiden und das Innere des Flugzeugs (in dem auch Tische stehen und in dem man auch essen kann) war dreckig… daher beschlossen wir lieber an einem der normalen Tische zu essen. Aber eine coole Idee auf jeden Fall!
Nach einem hilfreichen Tipp von einer netten Userin auf Twitter holte ich mir in einer Pharmacy noch „Anthisan“, weil die schmerzhaften Stiche (oder Bisse?) der Sandmücken unerträglich geworden waren. Mein armer Knöchel war angeschwollen und es juckte wie die Hölle. Aber die Salbe schaffte das, was weder Fenistil noch mein Mückenstift geschafft hatte – es half! Unfassbares Wunderzeug.



Als nächstes besuchten wir noch das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, einem Besucherpark mit ca. 40 Hektar und 25 geothermalen Sehenswürdigkeiten. Ich kann gar nicht beschreiben, wie surreal sich dieser Besuch angefühlt hat. Man hat wirklich das Gefühl, man läuft durch außerirdisches Gebiet – alleine die Farben in den Kratern und Becken war unfassbar surreal. Und der Geruch… wer Problem mit Schwefel hat, sollte den Besuch besser noch einmal überdenken…










Schlussendlich schafften wir es doch noch in unser AirBNB in Matamata. Wir gingen noch ein paar Vorräte einkaufen (denn wir wollten die nächsten zwei Abende selber kochen), aßen zu Abend und fielen schlussendlich todmüde ins Bett. Das waren ganz schön viele Eindrücke gewesen!
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von – natürlich! – Herr der Ringe. Denn es stand der Besuch des Hobbiton Filmsets in Matamata auf dem Programm! Einer der Punkte, auf die ich mich am meisten gefreut hatte! Dementsprechend aufgeregt war ich auch.
Leider war das Wetter zu Beginn der Tour noch recht neblig, so dass man von der Landschaft gar nicht so viel mitbekam. Man wurde mit dem Bus vom Visitor Center zum eigentlichen Start der Tour gefahren und bekam im Bus bereits ein kleines Willkommensvideo. Unter anderem mit „persönlichen“ Grüßen und Worten von Peter Jackson und Ausschnitten aus den Filmen. Und, was soll ich sagen? Da purzelten bei mir das erste Mal die Tränchen vor Glück.
Und dann war man auch schon da. Mitten in Hobbinton! Das Set ist einfach gigantisch und genauso, wie man es aus den Filmen kennt. Unsere Guide führte uns vorbei an den berühmten Gebäuden – wie Bilbos Haus oder auch der Festwiese, auf dem sein Geburtstag stattfand – und zum Schluss gab es noch ein Gratisgetränk im Tänzelnden Pony. Das Wetter wurde schließlich auch besser und so konnte man am Seeufer sitzen und die ganze Kulisse in sich aufsaugen. Ich kann gar nicht so viel dazu sagen – man muss einfach dort gewesen sein. Und was dieser Besuch dort für mich bedeutet hat, kann vermutlich sowieso niemand wirklich nachvollziehen.
Zurück im Visitor Center verarbeiteten wir unsere Eindrücke und Erlebnisse (also: ich) noch bei einer Tasse Kaffee. Der angeschlossene Souvenirladen war dann aber doch eher eine Enttäuschung – sehr viel Kram und Kitsch, was ich sehr schade fand. Ein paar kleinere Dinge landeten zwar trotzdem in meiner Einkaufstüte, aber hier hatte ich mir viel mehr erhofft. Aber man(u) kann ja auch nicht immer alles haben…





















Zurück im AirBNB musste ich erstmal ein Nickerchen machen – die ganzen Emotionen hatten mich dann doch erschöpft. Das Abendessen war Halloumi mit Salat, einfach, aber schmackhaft. Es muss ja nicht immer fancy sein …
Am nächsten Tag ging es dann auch schon weiter – und zwar zu unserem letzten Stopp in Neuseeland: Auckland. Hier sollten wir eine Nacht verbringen, bevor es weiter nach Französisch-Polynesien gehen sollte. Das Wetter wurde jedoch einfach immer schlechter – inzwischen gab es praktisch nur noch Dauerregen. Spontan beschlossen wir, dem Zealong Tea Estate einen Besuch abzustatten – Neuseelands einziger kommerziellen Teefabrik mit angeschlossenen Restaurant. Das Ganze wirkte unfassbar edel – und ich hatte ein wirklich ranziges Outfit an und kam mir dezent deplatziert vor. Die Angestellten ließen sich aber nichts anmerken und so genossen wir dort sehr leckere Scones und einen sehr leckeren Tee. Die Aussicht vom Restaurant aus muss spektakulär sein – leider war unsere Sicht wegen dem Wetter nur begrenzt.

Frisch gestärkt ging es dann weiter nach Auckland. Nach dem CheckIn beschlossen wir spontan, noch eine Tour bei Weta Workshop Unleashed zu buchen, nachdem der Besuch in Wellington so viel Spaß gemacht hatte. Auch diese Tour war sehr spannend und sehr interaktiv. Man konnte sehr viele Dinge ausprobieren und anfassen und viele Fotos machen. Ein guter Zeitvertreib bei wirklich schlechten Wetter.




















Unser Abschlussabendessen für Neuseeland gab es dann bei der (angeblich) besten Pizza Aucklands: Napoli Contemporanea pizzeria bar cucina – und was sollte ich sagen? Es *war* wirklich eine verdammt gute Pizza! Auch die Bedienung war super freundlich und am Schluss nahmen wir sogar noch ein Tiramisu zurück mit ins Hotel. Mit einem vollgestopften Food Bäuchlein gingen wir dann schlafen – das Sodbrennen danach war es wert…



Der nächste Tag startete dann weniger schön. Unser Flug nach Tahiti war gestrichen worden und wir wurden auf einen anderen Flug umgebucht, der jedoch 11h später abfliegen sollte. Damit verloren wir einen Tag auf Tahiti – und eine bereits bezahlte Nacht in unserem AirBNB. Das schlug mir etwas auf die Stimmung und auch die Aussicht, so viel Zeit am Flughafen zu verbringen, fand ich recht doof.
Aber was sollte man anderes machen?
Wir mussten das Auto schließlich auch zurückgeben und verbrachten dann wirklich unfassbar langweilige 11 Stunden am Aucklander Flughafen, bevor wir endlich einchecken durften. (Das ging online nämlich nicht. Man musste sich tatsächlich am Schalter anstellen.) Und da war dann der nächste Dämpfer für meine Laune – die Begleitung und ich bekamen Sitze, die nicht nebeneinander lagen. Da konnte selbst der leckere Veggie-Burger, den wir uns vor Abflug gönnten, nicht mehr helfen.




Aber wie das weiterging, erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag.






















































































































































































































