Neuseeland – Nordinsel

Die Fährfahrt zwischen der Nord- und der Südinsel Neuseelands wird öfter als eine „der schönsten Fährfahrten der Welt“ beschrieben. Und auch, wenn ich mir mit absoluten Aussagen schwer tue, kann ich verstehen, warum man es so betitelt. Wir hatten auch noch das Glück, an einem wirklich wunderschönen Tag mit blauen Himmel und Sonnenschein überzusetzen. (Na gut. Und es war windig. Und tendenziell eher kühl. Aber trotzdem wunderschön.)

Ein Highlight auf dieser Fährfahrt war eindeutig die Durchsage, dass jeder, dessen Vorname mit M beginnt, ein Gratisheißgetränk an Bord bekommen würde. Yay for being named Manu! Und so stapfte ich los zur Bar, legte meinen Ausweis vor und bekam meinen extra großen Chai Latte ausgehändigt. Meine Laune, die zu Beginn des Tages noch eher mäßig war, wurde direkt um etliche Prozentpunkte besser. Kleiner Einsatz, große Wirkung. Zwei Daumen hoch dafür.

Der Rest der Fahrt verlief unspektakulär spektakulär. In Wellington angekommen wägten wir unsere Optionen ab – entweder ÖV zum Hotel oder Uber. Aus Bequemlichkeitsgründen entschieden wir uns für das Uber. Ich weiß leider nicht mehr genau, wie teuer es war, aber für die relativ kurze Fahrzeit (10 – 15 Minuten) mussten wir doch recht in die Tasche greifen. Und die Begleitung ließ auch noch seine Mütze im Auto liegen. Von dem her – liebgemeinte 5/10 Punkte dafür.

Wir checkten im Ramada by Wyndham Wellington Taranaki Street ein und bezogen ein großes gemütliches Zimmer mit Waschmaschine und Trockner. Bevor wir aufbrachen, um die Stadt zu erkunden (zumindest ein wenig, weil wir beide recht müde waren) warfen wir dann auch noch die erste Ladung Wäsche an. Das war dringend nötig.

Wir machten einen kleinen Spaziergang in Richtung Hafen und besuchten das Te Papa Tongarewa – Museum of New Zealand. Der Eintritt kostete NZ$35 (ungefähr 20 Euro) und auch, wenn wir nur relativ kurz dort waren, lohnte es sich, um einen guten Einblick in die neuseeländische Kultur zu bekommen. Ich bin ja recht einfach zu begeistern, gerade, wenn es um Ausstellungen geht, bei denen man Dinge anfassen und nachfühlen kann. Daher war ich sehr begeistert und beeindruckt von dem Erdbeben Haus. Man stellt sich in ein kleines Haus, es wird ein Film abgespielt und dann wird ein Erdbeben simuliert. So bekommt man einen Eindruck davon, wie gruselig es sich anfühlen könnte, in so einer Situation zu stecken. Wenn man überlegt, dass in Neuseeland jährlich zwischen 14.000 – 15.000 Erdbeben passieren (davon 150 – 200 so stark, dass man sie fühlen kann)…

Danach benötigten wir (oder besser gesagt: ich) eine Stärkung und so beschlossen wir, Abendessen zu gehen. Unsere Wahl fiel auf einen Laden direkt um die Ecke vom Museum, das St. Johns Bar and Restaurant. Das Essen war lecker, das Bier war gut und die Bedienung sehr freundlich.

Auf dem Nachhauseweg fanden wir dann noch den weltgrößten Mjölnir (Thors Hammer), der einfach da auf einer Rasenfläche herumstand und beleuchtet war. Erst war ich ein wenig verwirrt, warum er da einfach so herumstand, aber schließlich fanden wir das Schild, auf dem stand, dass es sich um Werbung für eine Marvel Ausstellung im Takina Convention & Exhibition Centre handelte. Sehr cool gemacht, auf jeden Fall.

Der nächste Morgen brachte dann ein weiteres Highlight – eine Ganztagestour zum Thema „Der Herr der Ringe“. Denn, wie vermutlich die meisten wissen, wurde die Trilogie damals in Neuseeland gedreht und ein Teil auch in Wellington, dem Wohnsitz von Peter Jackson. Und daher ist es nicht verwunderlich, dass es nun inzwischen seit über 20 Jahren auch filmbezogene Touren gibt.

Wir buchten unsere Tour über GetYourGuide bei Wellington Rings Tour (Wellington: Original LOTR Ganztagestour mit Weta & Mittagessen) für insgesamt NZ$388 (ungefähr 210 Euro) und bekam dafür einen spektakulären Tag und einen tollen Guide – Grant. Er unterhielt uns auf den Fahrten zu den jeweilige Locations mit witzigen und interessanten Geschichten und Quiz zum Thema Herr der Ringe. Als eingefleischter Fan waren nicht alles neue Informationen, aber ein paar Sachen konnte ich auch lernen.

Wir besuchten unter anderem…

… den Wald, in dem die Szene mit der Verfolgungsjagd zwischen den Nazgul und den Hobbits im ersten Teil gedreht wurde

… den Platz, in dem sich die Hobbits vor den Nazgul unter einem Baumstamm versteckt haben (leider war der Baum damals nur Requisite, aber man kann noch ungefähr die Kuhle sehen)

… den Fluss, der zum Teil als Anduin benutzt wurde

… Bruchtal – und man, das ist ein verdammt kleines Areal gewesen. Davon war ich wirklich erstaunt

… den Baum, der für ein sehr bekanntes Legolas-Film-Poster benutzt wurde. Ich wurde dazu genötigt, den Baum für ein Foto zu umarmen, dabei stand ich nie auf Legolas, aber das hat niemanden interessiert 😦

… die Gärten von Isengart, in dem Saruman und Gandalf ihren Spaziergang machten und dabei hitzig diskutierten. Auch das durften wir nachstellen. Ich würde immernoch behaupten, dass an mir eine Schauspielerin verloren gegangen ist. (husthusthust)

… Weta Workshop – hier waren leider keine Fotos während der Tour erlaubt, aber man bekam einen guten Einblick in die Arbeit der Menschen dort und man durfte ganz viele Requisiten anfassen. Außerdem holte ich mir eines der T-Shirts von dort. Alleine schon, weil „Be creative and make cool stuff“ ein wunderbares Lebensmotto ist.

Am Abend ließen wir diesen erlebnisreichen Tag bei Mr. Go’s ausklingen – mit sehr leckeren Cocktails aus kreativen Gläsern und sehr leckeren vietnamesischen Essen.

Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von Wellington. Aber vorher ließen wir es uns nicht nehmen, noch mit dem Cable Car zum Botanischen Garten zu fahren, dort ein wenig spazieren zu gehen und noch ein verspätetes Frühstück zu uns zu nehmen.

Dann ging es zu unserem nächsten Stop – Ohakune. Und mir fällt gerade auf, dass ich kaum Erinnerungen an den Ort habe. Wir übernachteten in der Snoman Lodge & Spa, was okay war. Zumindest für die zwei Nächte, die wir geplant hatten, konnte man es doch aushalten. Das Abendessen, das wir im angeschlossenen Restaurant zu uns nahmen, war aber auch wirklich nur „okay“. Vermutlich sogar eines der schlechteren Essen auf der Reise. Aber gut, es machte satt und das war ja die Hauptsache.

Am Abend schauten wir uns noch „Black Sheep“ an, einer neuseeländischen Horrorkomödie, bei der die tollen und begabten MitarbeiterInnen von WETA Workshops mitgearbeitet hatte. Sehr unterhaltsam, aber auch ein wenig irre.

Am nächsten Tag wollten wir dem schlechten Wetter trotzdem und im Tongariro Nationalpark wandern gehen. Wir beschlossen den Tama Lakes Track zu gehen, einen ca. 18km Weg (oder zumindest bis zum Lower Tama Lake). Frohen Mutes zogen wir los und zunächst sah es auch wirklich gut aus. Allerdings wurde das Wetter nach den Taranaki Falls sehr schnell sehr viel schlechter – es regnete stark und Nebel zog aus, so dass die Sichtweise nur noch wenige Meter betrug. Wir haderten lange mit uns, aber entschlossen uns schlussendlich doch dazu, umzukehren. Das tat mir zwar schon ein wenig in der Seele weh, aber ich glaube immernoch, dass es die bessere Entscheidung war.

Wir stöberten anschließend noch ein wenig im Visitor Centre herum (und nutzten die Toilette) und da stand auch ein Schild, auf dem stand: „Make memories, not the 6 pm news.“ Und vermutlich sind wir daran vorbeigeschrammt. Auch schön von einem Schild validiert zu werden 🙂

Da wir aber noch nicht zurück in unsere Unterkunft wollten, machten wir noch einen Abstecher zu den Mangawhero Falls – oder besser bekannt auch als Gollums Pool in Ithilien. Ja genau, da wo Gollum im verbotenen Weiher badet und fast von Faramirs Männern abgeschossen wird.

Und weil wir immernoch nicht genug frische Luft geschnuppert hatten, machten wir uns auch noch auf, die Waitonga Falls zu besuchen, Neuseelands höchsten Wasserfall mit immerhin 39m. Der Weg dorthin verlief durch eine wirklich wunderschöne Landschaft und es machte unfassbar viel Spaß. (Auch wenn ich beim Aufstieg nach dem Wasserfall, auf dem Weg zurück, wiedermal ziemlich vor mich hinkeuchte. Aber gut.)

Am nächsten Tag ging es dann schon wieder weiter – Ziel des Tages war Matamata. Aber bevor wir wirklich dorthin kamen, hatten wir noch eine Mission. Da das Wetter deutlich besser war als am Tag zuvor fuhren wir nochmal in den Tongariro Nationalpark, um einen Blick auf den Ngauruhoe zu werfen – Herr der Ringe Fans besser bekannt als Schicksalsberg, oder Mount Doom. Und was soll ich sagen?

Da stand er plötzlich! Und er war wirklich wunderschön anzusehen. Sehr majestätisch mit einer unfassbaren Faszination. Ich hätte stundenlang dort stehen und ihn anschmachten können.

Wir beschlossen noch den Tawhai Falls Walk zu machen, der (ebenfalls) zu Gollums Pool führen sollte. Die 800m waren schnell gegangen und wir genossen den Wasserfall und schossen ein paar Erinnerungsfotos. Der perfekte Start in den Tag!

Unterwegs machten wir noch einen Stopp in Taupo – und zwar, weil es hier angeblich den „coolsten McDonalds der Welt“ geben sollte. Und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und man muss schon sagen – man sieht nicht oft (oder besser: nie) einen McDonalds, der ein ausrangiertes DC3-Flugzeug im Hof stehen hat. Leider war die vegetarische Auswahl auf dem Menü recht bescheiden und das Innere des Flugzeugs (in dem auch Tische stehen und in dem man auch essen kann) war dreckig… daher beschlossen wir lieber an einem der normalen Tische zu essen. Aber eine coole Idee auf jeden Fall!

Nach einem hilfreichen Tipp von einer netten Userin auf Twitter holte ich mir in einer Pharmacy noch „Anthisan“, weil die schmerzhaften Stiche (oder Bisse?) der Sandmücken unerträglich geworden waren. Mein armer Knöchel war angeschwollen und es juckte wie die Hölle. Aber die Salbe schaffte das, was weder Fenistil noch mein Mückenstift geschafft hatte – es half! Unfassbares Wunderzeug.

Als nächstes besuchten wir noch das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, einem Besucherpark mit ca. 40 Hektar und 25 geothermalen Sehenswürdigkeiten. Ich kann gar nicht beschreiben, wie surreal sich dieser Besuch angefühlt hat. Man hat wirklich das Gefühl, man läuft durch außerirdisches Gebiet – alleine die Farben in den Kratern und Becken war unfassbar surreal. Und der Geruch… wer Problem mit Schwefel hat, sollte den Besuch besser noch einmal überdenken…

Schlussendlich schafften wir es doch noch in unser AirBNB in Matamata. Wir gingen noch ein paar Vorräte einkaufen (denn wir wollten die nächsten zwei Abende selber kochen), aßen zu Abend und fielen schlussendlich todmüde ins Bett. Das waren ganz schön viele Eindrücke gewesen!

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von – natürlich! – Herr der Ringe. Denn es stand der Besuch des Hobbiton Filmsets in Matamata auf dem Programm! Einer der Punkte, auf die ich mich am meisten gefreut hatte! Dementsprechend aufgeregt war ich auch.

Leider war das Wetter zu Beginn der Tour noch recht neblig, so dass man von der Landschaft gar nicht so viel mitbekam. Man wurde mit dem Bus vom Visitor Center zum eigentlichen Start der Tour gefahren und bekam im Bus bereits ein kleines Willkommensvideo. Unter anderem mit „persönlichen“ Grüßen und Worten von Peter Jackson und Ausschnitten aus den Filmen. Und, was soll ich sagen? Da purzelten bei mir das erste Mal die Tränchen vor Glück.

Und dann war man auch schon da. Mitten in Hobbinton! Das Set ist einfach gigantisch und genauso, wie man es aus den Filmen kennt. Unsere Guide führte uns vorbei an den berühmten Gebäuden – wie Bilbos Haus oder auch der Festwiese, auf dem sein Geburtstag stattfand – und zum Schluss gab es noch ein Gratisgetränk im Tänzelnden Pony. Das Wetter wurde schließlich auch besser und so konnte man am Seeufer sitzen und die ganze Kulisse in sich aufsaugen. Ich kann gar nicht so viel dazu sagen – man muss einfach dort gewesen sein. Und was dieser Besuch dort für mich bedeutet hat, kann vermutlich sowieso niemand wirklich nachvollziehen.

Zurück im Visitor Center verarbeiteten wir unsere Eindrücke und Erlebnisse (also: ich) noch bei einer Tasse Kaffee. Der angeschlossene Souvenirladen war dann aber doch eher eine Enttäuschung – sehr viel Kram und Kitsch, was ich sehr schade fand. Ein paar kleinere Dinge landeten zwar trotzdem in meiner Einkaufstüte, aber hier hatte ich mir viel mehr erhofft. Aber man(u) kann ja auch nicht immer alles haben…

Zurück im AirBNB musste ich erstmal ein Nickerchen machen – die ganzen Emotionen hatten mich dann doch erschöpft. Das Abendessen war Halloumi mit Salat, einfach, aber schmackhaft. Es muss ja nicht immer fancy sein …

Am nächsten Tag ging es dann auch schon weiter – und zwar zu unserem letzten Stopp in Neuseeland: Auckland. Hier sollten wir eine Nacht verbringen, bevor es weiter nach Französisch-Polynesien gehen sollte. Das Wetter wurde jedoch einfach immer schlechter – inzwischen gab es praktisch nur noch Dauerregen. Spontan beschlossen wir, dem Zealong Tea Estate einen Besuch abzustatten – Neuseelands einziger kommerziellen Teefabrik mit angeschlossenen Restaurant. Das Ganze wirkte unfassbar edel – und ich hatte ein wirklich ranziges Outfit an und kam mir dezent deplatziert vor. Die Angestellten ließen sich aber nichts anmerken und so genossen wir dort sehr leckere Scones und einen sehr leckeren Tee. Die Aussicht vom Restaurant aus muss spektakulär sein – leider war unsere Sicht wegen dem Wetter nur begrenzt.

Frisch gestärkt ging es dann weiter nach Auckland. Nach dem CheckIn beschlossen wir spontan, noch eine Tour bei Weta Workshop Unleashed zu buchen, nachdem der Besuch in Wellington so viel Spaß gemacht hatte. Auch diese Tour war sehr spannend und sehr interaktiv. Man konnte sehr viele Dinge ausprobieren und anfassen und viele Fotos machen. Ein guter Zeitvertreib bei wirklich schlechten Wetter.

Unser Abschlussabendessen für Neuseeland gab es dann bei der (angeblich) besten Pizza Aucklands: Napoli Contemporanea pizzeria bar cucina – und was sollte ich sagen? Es *war* wirklich eine verdammt gute Pizza! Auch die Bedienung war super freundlich und am Schluss nahmen wir sogar noch ein Tiramisu zurück mit ins Hotel. Mit einem vollgestopften Food Bäuchlein gingen wir dann schlafen – das Sodbrennen danach war es wert…

Der nächste Tag startete dann weniger schön. Unser Flug nach Tahiti war gestrichen worden und wir wurden auf einen anderen Flug umgebucht, der jedoch 11h später abfliegen sollte. Damit verloren wir einen Tag auf Tahiti – und eine bereits bezahlte Nacht in unserem AirBNB. Das schlug mir etwas auf die Stimmung und auch die Aussicht, so viel Zeit am Flughafen zu verbringen, fand ich recht doof.

Aber was sollte man anderes machen?

Wir mussten das Auto schließlich auch zurückgeben und verbrachten dann wirklich unfassbar langweilige 11 Stunden am Aucklander Flughafen, bevor wir endlich einchecken durften. (Das ging online nämlich nicht. Man musste sich tatsächlich am Schalter anstellen.) Und da war dann der nächste Dämpfer für meine Laune – die Begleitung und ich bekamen Sitze, die nicht nebeneinander lagen. Da konnte selbst der leckere Veggie-Burger, den wir uns vor Abflug gönnten, nicht mehr helfen.

Aber wie das weiterging, erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag.

Kia Ora Aotearoa – Willkommen in Neuseeland! (Südinsel) – Teil 2

In Queenstown angekommen erwartet uns ein weiteres Highlight unserer Reise – zum ersten Mal würden wir in einem Tiny House übernachten. Da Queenstown nicht gerade günstig ist, was Unterkünfte angeht, schien uns das wie ein guter Kompromiss. Auch, wenn wir ein wenig erstaunt darüber waren, dass das Tiny House im Garten eins ganz normalen Wohnhauses stand. Dank Hecke und Sichtschutz war jedoch volle Privatsphäre garantiert.

Wir folgten den Anweisungen der Gastgeber und erkundeten die Unterkunft. Was, bei 15qm relativ schnell ging, um ehrlich zu sein. Aber es war alles vorhanden – eine kleine Küchenzeile, ein Kühlschrank, ein Bad mit Toilette und Dusche und – auf der zweiten Ebene – ein grosses, sehr gemütliches Bett. Die Leiter, die dort hinauf führte, sollte mich noch desöfteren vor Probleme stellen, aber … nun ja. Irgendeinen Tod muss man eben sterben.

Was noch spektakulär war, war der Ausblick von der Terrasse aus. Man hatte einen guten Blick über den See und auf die Berge dahinter. Allein dafür hatte es sich schon gelohnt.

Nachdem wir das Gepäck abgestellt und uns kurz frischgemacht hatten, ging es auch schon ins Stadtzentrum – der Tag wollte schliesslich noch genutzt werden. Wir bummelten ein wenig durch die Innenstadt, schauten in die Schaufenster der verschiedenen Läden (nicht sehr überraschend, dass es hier extrem viele Outdoormarken gab – Queenstown gilt nicht umsonst als die Abenteuer-Hauptstadt der Welt) und gönnten uns schliesslich ein Abendessen im Irish Pub Pog Mahones.

Die Nacht war unfassbar erholsam – der einzige Wermutstropfen war, dass ich bei jedem Toilettengang Angst hatte, mir den Hals zu brechen. (Was nicht passiert ist.) (Immerhin.) (Wäre ganz schön doof für die weitere Reise gewesen.)

Zum Frühstück fuhren wir zum Five Mile Shopping Centre zu Billy’s Espresso – und eigentlich nur deswegen, weil es dort das (angeblich) beste Mandelcroissaint überhaupt geben sollte. Und – was soll ich sagen? Es war tatsächlich das leckerste Mandelcroissaint, das ich je gegessen habe. 10/10. Gerne wieder.

Anschliessend bummelten wir noch ein wenig an den verschiedenen Läden vorbei. Und auch hier gab es wieder so einige Outdoorgeschäfte zu finden. Ich wurde schwach, als ich eine reduzierte Leggins mit Taschen fand! (Bequemste Leggins, die ich je besessen habe.) Und dann wanderte noch ein (ebenfalls reduzierter) Hoodie in meinen Einkaufswagen, was ich damit rechtfertigte, dass es abends und nachts wirklich empfindlich kalt wurde. Unterer einstelliger Bereich. Also wirklich kalt.

Danach ging es wieder in die Innenstadt von Queenstown. Die Begleitung wollte nämlich heute noch einen Termin für einen Fallschirmsprung ausmachen. (Fallschirmspringen ist ja etwas, was noch nicht mal in den Top 1000 meiner favorisierten Aktivitäten auftaucht, aber ich unterstützte diese Begeisterung trotzdem.)

Während sich die Begleitung also aufgeregt und fröhlich daran machte, sein Leben zu riskieren, sass ich eine Weile im Starbucks, nuckelte an einem Kaffee und versuchte, mich auf die weitere Reiseplanung und Blogposting zu fokussieren. (Wie das lief, könnt ihr euch denken, nachdem ich jetzt erst – zwei Monate nach Rückkehr – am Beitrag für Neuseeland sitze.) Ich konnte meine Nervosität nicht so ganz verbergen, also schnappte ich schliesslich mein Getränk, schulterte meinen Laptop und versuchte die Aufregung mit einem Spaziergang am See und im angrenzenden Park abzubauen. Auch das funktionierte nur so semi-gut.

Irgendwann erhielt ich dann die Nachricht, dass beim Fallschirmsprung alles gut gelaufen war (yippih!) und nachdem die Begleitung wieder in der Stadt war, beschlossen wir, dieses Ereignis bei einem Burger zu feiern. Unsere Wahl fiel auf Fergburger, einer wahren Institution der Stadt. (Hat auch, aber nicht nur, damit zu tun, dass Ed Sheeran sie mal in seiner Instagram-Story erwähnte und sich die Burger von ihnen zu seiner Show in Dunedin liefern liess.)

Die Schlange war lang, aber nicht zu lang und so reihten wir uns unter die Wartenden. Irgendwann durften wir dann auch bestellen und selber testen, ob die Burger den Hype wert waren. Und, was soll ich sagen? Es war tatsächlich sehr lecker! Also, leider absolut zu empfehlen.

Den Rest des Tages liessen wir gemütlich ausklingen. Man muss sich ja auch mal schonen… 🙂

Am nächsten Tag beschlossen wir, das schöne Wetter zu nutzen und wandern zu gehen. Unsere Wahl fiel auf den Queenstown Hill Walkway, eine nicht allzu anstrengende, ungefähr dreistündige Wanderung, die teilweise durch einen schönen Pinienwald führt. (Ich keuchte beim Aufstieg trotzdem wie so eine alte Dampflok. Man wird einfach auch nicht jünger…)

Am Gipfel und Aussichtspunkt angekommen machten wir ein kleines Picknick und genossen die wunderschöne 360° Landschaft, die sich uns bot. Da schmeckte die Gipfelcola gleich doppelt so gut.

Nach ein paar obligatorischen Schnappschüssen und Selfies machten wir uns wieder auf den Abstieg (der übrigens deutlich leichter ging als der Aufstieg). Bald schon waren wir wieder am Auto und machten noch einen kurzen Abstecher zu einem riesigen Sequoia, der dort in der Nähe einfach in einem Wohngebiet steht. Dieser wurde 1870 gepflanzt und ist inzwischen (plus / minus) 46m hoch. Der musste natürlich gebührend bestaunt werden – und mir drängte sich die Frage auf, ob mein kleiner Sequoia, der momentan auf meinem Balkon steht, auch solche grossen Ambitionen hat.

Wir fuhren wieder in die Innenstadt und gönnten uns Kaffee, Chai Latte und Törtchen in The Bakery. War guter Durchschnitt, aber nichts, was ich jetzt unbedingt weiterempfehlen würde. Aber die Bedienung war sehr nett.

Und, weil der Spass ja niemals enden darf, beschlossen wir, dem Rat meiner besten Freundin Anne zu folgen und eine Runde Disc Golf im Queenstown Gardens zu spielen. Ich hatte auf der Website gelesen, dass man das Equipment dafür im Eisstadion ausleihen kann – was sich jedoch als nur halb-wahr herausstellte. Das ging nämlich nur in der Sommersaison. Im Herbst und Winter musste man dafür in einen kleinen Laden in der Innenstadt gehen. Gesagt, getan – wir holten uns die Frisbees ab, hinterlegten Pfand und machten uns dann daran, diese Sportart auszuprobieren.

Für alle, die keine Ahnung haben, was Disc Golf ist, hier eine kurze Einführung (von discgolf.ch):

Das Ziel vom Spiel ist einen Parcours (meist 9 oder 18 Bahnen) mit so wenig Würfen wie möglich zu beenden. Jede Bahn hat eine Abwurfstelle und ein Ziel, den Disc Golf Korb. Die Ketten halten den Flug vom Disc Golf Frisbee und dieser fällt in den darunter liegenden Korb. Die Anzahl Würfe wird notiert und man geht zur nächsten Bahn. Am Ende der Runde (…) werden die Würfe addiert und der Sieger ermittelt. Wer für die Runde am wenigsten Würfe brauchte, hat gewonnen.

Unnötig zu sagen, dass keiner von uns eine wirklich gute Figur abgab, oder? Aber es machte wahnsinnig viel Spass – auch, wenn wir es wohl niemals zum Champion schaffen würden.

Wir gaben die Frisbees wieder ab und liessen den Tag mit einem gemütlichen Abendessen zuhause ausklingen. Und sahen von der Terrasse aus einen wunderschönen Sternenhimmel, den wir diesmal auch mit der „richtigen“ Kamera auf Film bannen konnten.

Der nächste Morgen begann mit einem kleinen, unfassbar gesunden (hust) Frühstück zuhause (Saft und ein Kitkat), dann gab es ein deftigeres zweites Frühstück mit einem Breakfast Burrito im Hustl Cafe (erneut im Five Mile Shopping Centre). Aber nicht nur aus reiner Freude am Essen gehen (aber auch), sondern weil es dort um die Ecke einen Waschsalon gab und wir dringend Wäsche waschen mussten. Also liessen wir es uns gutgehen, während die Wäsche seine Runden drehte und holten sie anschliessend ab. (Es war nicht der schönste Waschsalon, aber auch nicht der Schlechteste. Aber teuer war er auf jeden Fall.)

Da es ziemlich fies regnete, suchten wir uns ein paar Indooraktivitäten heraus. Und entschieden uns direkt für mehrere bei King Pin Queenstown. Dort hat man die Wahl zwischen diversen lustigen Aktivitäten – und wir entschieden uns für Karaoke, Bowling und Tischtennis. Die heilige Dreifaltigkeit.

Und, weil sie beim Karaoke unsere Getränkebestellung verbummelt hatten, bekamen wir noch einen 20 Dollar Gutschein für die hauseigene Spielhalle. Wir waren also bestens für ein paar Stunden beschäftigt und hatten sehr viel Spass. (Und man singt bei Karaoke nüchtern übrigens nur halb so gut wie angesäuselt. Oder so.)

Zur Stärkung gab es einen kleinen Snack bei Devil Burger. Die Burger waren zwar auch gut, aber nicht ganz so gut wie die bei Fergburger. Muss man leider so sagen.

Und danach war es Zeit für Wellness – zumindest für mich. Ich hatte einen Termin im Harmony Spa gebucht, um mir die Wimpern färben, die Augenbrauen zupfen und die Fingernägel lackieren zu lassen. Und mit dem Ergebnis war ich tatsächlich richtig zufrieden. Man fühlte sich direkt ein wenig hübscher.

Der restliche Abend verlief gemütlich und entspannend in den „eigenen“ vier Wänden.

Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen von Queenstown. Und das fiel uns beiden tatsächlich nicht so einfach. Wir hatten die Stadt in der kurzen Zeit schon sehr ins Herz geschlossen und hätten vermutlich noch eine Weile bleiben können. Aber die Strasse rief – und Twizel, was das Ziel des Tages werden sollte.

Also packten wir unsere Siebensachen wieder ein (so langsam war das ja zur Routine geworden) und beluden das Auto. Aber was fehlte war – natürlich, Kaffee! Also beschlossen wir in die Bäckerei von Fergburgers zu gehen und uns dort mit Kaffee und Frühstück einzudecken. Erwies sich als eine hervorragende Wahl – die Auswahl war gross und es schmeckte alles sehr lecker. Da tat die Weiterfahrt dann nicht mehr ganz so weh.

(Ja, okay, wen versuche ich hier zu veräppeln. Das Herz tat trotzdem weh.)

Wir machten einen kurzen Stopp in Arrowtown, angeblich eine der malerischten Siedlungen Neuseelands. Die Stadt wurde 1862 (auf dem Höhepunkt des Goldrausches) gegründet und heute sind noch rund 60 der damals gebauten Gebäude erhalten und restauriert. Ich muss sagen, dass es mich nicht wirklich abgeholt hat. Es war okay, aber schon seeehr touristisch und auch überlaufen. Der Indian Summer, der sich in den Wäldern drumherum abzeichnete, war jedoch sehr schön anzusehen. Dafür hat es sich dann doch gelohnt.

Man kann sagen, was man möchte, aber spektakuläre Landschaften können die Neuseeländer, wie wir bei der Fahrt mal wieder bemerkten. Alleine die Fahrt auf den Pass mit den Serpentinen und den massiven Bergen drumherum lohnte sich schon.

Dann besuchten wir noch den Wanaka Baum (bei eher mässigen Wetter), einer Weide, die mitten im Lake Wanaka steht. Angeblich der berühmteste Baum Neuseelands. Und zwar so berühmt, dass Schutzmassnahmen eingeleitet werden mussten, um ihn zu erhalten, da Touristinnen und Touristen begannen, auf dem Stamm und den Ästen herumzuklettern, um Fotos zu machen. Wir bestaunten den imposanten Baum daher brav vom Ufer aus und schossen ein paar Erinnerungsfotos. Hoffentlich darf die schöne Weide dort noch lange stehen.

In Omarama machten wir noch eine ausgedehnte Kaffeepause im The Wrinkly Rams, wo wir anschliessend auch noch durch den angrenzenden Laden stöberten. (Und ich mal wieder dem Impuls widerstehen musste, alles zu kaufen, was auch nur ansatzweise süss war. Und das war viel.)

Das Airbnb war wieder im Garten eines Privathauses, angrenzend zur Garage. Die Bewohner schienen nicht zuhause zu sein, doch dank kontaktlosen CheckIn war das kein Problem. Die Unterkunft bestand aus einem Wohn- und Schlafzimmer und einem angrenzenden Bad mit Dusche. Völlig ausreichend.

Ansonsten schien in Twizel jedoch nicht so viel los zu sein – und auch das Wetter war eher ungemütlich. Also machten wir uns auf die Suche nach Abendessen und landeten bei Mint Folk & Co, einem sehr gemütlichen Restaurant mit leckerer Küche. Und vollgestopft mit Einheimischen.

Beim Aufstehen am nächsten Tag müssen wir leider einsehen, dass wir die geplante Wanderung aufgrund von wirklich beschissenem Wetter absagen müssen. Also muss ein Alternativprogramm her. Nach einem sehr gemütlichen Morgen und einem kleinen Frühstück zuhause fahren wir zu High Country Salmon, einer Lachsfarm in der Nähe, und teilen uns eine gemischte Platte mit den Spezialitäten des Hauses. Auf der Terrasse. Im strömenden Regen. Nur geschützt durch ein paar Schirme. Aber lecker war es trotzdem. (Und anscheinend ist es ein beliebter Spot für Touristen aus aller Welt. So viel verschiedene Sprache habe ich schon lange nicht mehr auf einem Platz gehört.)

Irgendwann hörte dann sogar der Regen auf und wir konnten direkt zu unserem nächsten Stopp, den Hot Tubs Omarama. Was gibt es Besseres, als bei diesigen, ungemütlichen Wetter in wohlig warmen Wasser zu sitzen, komplette Privatsphäre zu geniessen und dabei noch auf eine traumhafte Kulisse zu schauen?

Eben!

Zwei Stunden später sind wir warm, weich und formbar und müssen erstmal ein kleines Nickerchen in der Unterkunft einlegen, bevor es zum Abendessen in die Ministry of Work Bar & Eatery geht. Mit einem Bierchen im Bauch (und nur ein bisschen geteilten Fingerfood – der Snack auf der Lachsfarm war reichhaltiger als gedacht) schlummerten wir schliesslich selig ein.

Als ich am Morgen aufwache und verschlafen auf Toilette gehe, stelle ich noch nichts Ungewöhnliches fest. Ausser, dass es draussen wirklich wie aus Eimern schüttet. Als ich dann jedoch meine Hände waschen möchte, werde ich stutzig. Es kommt nämlich kein Wasser aus dem Wasserhahn. Da stehe ich nun mit meinen eingeseiften Händen und weiss nicht so ganz weiter. Ich wasche mir die Seife mit meinem Mineralwasser ab und nehme dann mein Handy zur Hand, um zu googlen, was denn hier bitte los ist.

Und Bingo, meine Googlesuche hat Erfolg.

In der Gegend gibt es geplante Reparaturarbeiten an den Wasserrohren und deswegen wurde das Wasser abgestellt.

Wovon wir nichts wussten. Niemand hat uns informiert und so stehen wir da – ohne fliessend Wasser.

Dementsprechend genervt fällt auch die Mail an unsere Vermieter aus. Diese sagen zwar, dass sie davon auch nichts wussten und auch nicht informiert wurden, aber das hilft uns ja auch nichts. Nach einer kurzen Katzenwäsche und Zähneputzen aus unseren Wasserflaschen packen wir unsere Siebensachen und machen uns auf die Weiterfahrt. Die Laune ist eher mässig – vor allem auch, weil das nächste Cafe relativ weit entfernt ist. Nämlich erst in Lake Tekapo, ungefähr 45min entfernt. Aber schlussendlich trudeln wir dort auch ein und frühstücken gemütlich im The Greedy Cow Cafe. Und das besänftigt unsere aufgehitzten Gemüter ein wenig – das Essen ist nämlich wirklich lecker.

Der nächste Stopp ist dann knappe drei Stunden später in Springfield. Und dort wartet eine lustige kleine Überraschung – ein überdimensionaler Donut, der dort einfach im Park herumsteht! Wie wir später lernen, wurde dieser Comic-Donut von 20th Century Fox dorthin gestellt, um „The Simpson Movie“ zu promoten. Ein kleines Highlight direkt am Wegesrand.

Der Rest der Fahrt ist ziemlich spektakulär – und das lag zum grossen Teil an den (zum Teil leicht) nebligen Verhältnissen bei der Fahrt durch Regenwald über den Arthurs Pass. So toll die Landschaft jedoch war, umso weniger Möglichkeiten gibt es, um anzuhalten, um etwas zu essen. Genau so war meine Laune dann auch, als wir endlich bei unserem Stopp für die Nacht – Greymouth – ankamen. Und sie wurde noch ein wenig schlechter, als wir realisierten, dass das angestrebte Cafe bereits geschlossen hatte.

Wir beschlossen erstmal in unserem Airbnb einzuchecken und das Gepäck zu verstauen. Wir hatten eine Unterkunft auf einer kleinen Farm gemietet – und das entpuppte sich als eine riesige Wohnung mit mehreren Zimmern und einem Kamin. Und vollgestopft mit vielen kleinen merkwürdigen Dekoartikeln. Aber seht selbst…

Anschliessend beschlossen wir, etwas gegen meinen „hangry“-Status zu unternehmen und gingen ins Speights Ale House Burger essen und Cocktails trinken. Und danach ging es mir tatsächlich bedeutend besser.

Zurück in der Wohnung bemerkten wir, dass es nachts doch empfindlich kalt wurde. Also warfen wir nicht nur die Heizdecken im Bett an, sondern auch den Kamin. (Sorry, Herr Kachelmann.) Der restliche Abend verlief gemütlich und irgendwann schliefen wir angedüselt und zufrieden ein. Und dank den Heizdecken war uns die ganze Nacht über mollig warm. Hach!

Am nächsten Morgen hiess es dann wieder – zusammenpacken, Auto beladen und weiterfahren. Wir hatten nämlich ungefähr 350km vor uns liegen – zu unserem letzten Stopp auf der Nordinsel: Picton. Von dort aus würden wir am nächsten Tag die Fähre nach Wellington nehmen.

Auf dem Weg nach Picton machten wir einen ausgedehnten Spaziergang bei den Pancake Rocks, was nicht nur dem Rücken, sondern auch dem Gemüt gut tat. Der Rest der Fahrt verlief angenehm unspektakulär. Das Einchecken im Hotel verlief ohne Probleme, allerdings mussten wir ein paar Mal laufen, um alle Dinge aus dem Auto ins Zimmer zu bringen. Es hatten sich nämlich ein paar Dinge über die letzten zwei Wochen im Fahrzeug angesammelt… Es stellte sich auch als spassiges Unternehmen heraus, alles wieder in die Rucksäcke zu pressen. Das Auto würden wir morgen nämlich am Hafen abgeben und uns auf der Nordinsel ein Neues mieten.

Abendessen gab es in der Nähe vom Hafen, bei Oxleys Bar & Kitchen (wo es nicht nur Livemusik gab, sondern ich mich auch hoffnungslos underdressed fühlte).

Am nächsten Morgen war ich ein wenig pissig (und ich glaube bis heute, dass es dafür gar keinen richtigen Grund gab), als wir unser Gepäck ins Auto luden und zum Hafen fuhren. Die Rückgabe verlief problemlos und auch das Einchecken des Gepäcks für die Fähre war schneller erledigt, als gedacht.

Wir mussten noch ein wenig Zeit bis zum Boarding totschlagen, also drehten wir eine Runde am Hafen und gönnten uns dann noch ein Frühstück bei Toastie Picton mit Grilled Cheese und Limonade. Meine Laune wurde dadurch auch sehr schnell sehr viel besser. (Vielleicht war ich auch einfach nur hangry gewesen. Mal wieder.)

Dann flätzten wir uns im Wartebereich der Fähre auf einem Sofa herum, bis wir irgendwann an Bord gehen durften. Und was wir dort – und auf der Nordinsel generell – erlebten, dürft ihr im nächsten Blogbeitrag lesen.

Bis dahin! 🙂

Kia Ora Aotearoa – Willkommen in Neuseeland! (Südinsel) – Teil 1

Der nächste Stopp der Reise war wohl derjenige, auf den ich mich am meisten freute. Einem Land, das ich seit 2001 besuchen wollte, nachdem ich den ersten Teil der „Der Herr der Ringe“-Trilogie gesehen hatte.

Neuseeland.

Und deswegen verbrachten wir hier auch die meiste Zeit – ganze drei Wochen sollten wir uns auf den beiden Inseln herumtreiben. Und begonnen hat dieser Teil der Reise für uns auf der Südinsel, genauer gesagt in Christchurch.

Christchurch ist die zweitgrößte Stadt in Neuseeland (was die Einwohnerzahl angeht) und wurde durch das Erdbeben im Jahr 2011 schwer getroffen.

Der erste Tagesordnungspunkt nach Landung (und dem obligatorischen Selfie vor dem Christchurch-Schriftzug) war, eine SIM-Karte zu kaufen. Der Herr am Stand war sehr freundlich, allerdings dauerte die Aktivierung eine gefühlte Ewigkeit. Dann mussten wir nur noch den Mietwagen klarmachen und dann ging es los zum Motel. Der Empfang war verhalten und nicht sonderlich freundlich – da waren wir von Australien tatsächlich sehr verwöhnt…

Das Zimmer war dafür relativ groß und es gab sogar eine Information zum Verhalten im Falle eines Erdbebens. Hinterließ ein leicht mulmiges Gefühl.

Abendessen gab es dann in der Little High Eatery mit Burger und Bier. Sehr, sehr lecker, aber auch sehr gut besucht. Zufrieden und vollgefressen ließen wir den Abend im Botanischen Garten ausklingen. Und bewunderten auf dem Rückweg zur Unterkunft die Streetart, die es einfach überall in der Stadt zu geben schien. Sehr beeindruckend!

(Den restlichen Abend verbrachten wir noch damit, Wäsche zu waschen. Aber für so eine Beschreibung seid ihr ja nicht hier, also belasse ich es bei diesen zwei Sätzen.)

Der nächste Morgen begann schon früh. Es hieß zusammenpacken und das Auto beladen. Und dann machten wir einen Abstecher zum Riverside Market. Allerdings waren wir so früh dort, dass noch kaum eines der Geschäfte offen hatten. Ups! Immerhin Kaffee konnten wir ergattern und ein wenig schlendern ging auch. Mit einem warmen Getränk bewaffnet trotzten wir der kühlen Luft (schließlich ging es hier bereits stramm auf den Herbst zu) und bummelten durch die noch recht verschlafene Innenstadt. Dabei konnten wir auch einen Blick auf die historische Tram werfen, die sich durch die Straßen schlängelte.

Irgendwann mussten wir uns auf den Weg zum Brunchen machen – schließlich war Ostermontag und wir hatten einen Tisch im Hello Sunday reserviert, um das (angeblich sehr gute) Frühstück zu testen. Also flitzten wir dorthin und genossen (unter anderem) richtig gute Breakfast Tacos. Die Reservierung hatte sich auf jeden Fall gelohnt!

Anschließend ging es nochmals zum Riverside Market – es störte uns doch ein wenig, dass wir praktisch nichts gesehen hatten. Und zum Glück war es inzwischen deutlich belebter und alle Läden und Stände hatten offen. Und es gab ein paar lustige Osteraktionen (natürlich für die Kinder, hust) – unter anderem drehte der Osterhase seine Runden und verteilte Süßigkeiten und posierte für Fotos. Sehr süß!

Nachdem wir uns sattgesehen (und einen Snack für die Fahrt eingekauft) hatten, ging es für uns weiter – und zwar nach Dunedin. (Und ich hoffe, ich bin nicht die Einzige, die ständig Dunedain denkt und deswegen auch immer direkt Herr der Ringe–Assoziationen hat?)

Angekommen in Dunedin war es noch zu früh, um im Motel einzuchecken, also beschlossen wir, zum Pilots Beach zu fahren, um zu sehen, ob wir Pinguine entdecken würden. Die kleinen Zwergpinguine (blue penguins) sind nur etwa 25cm groß und wiegen ungefähr 1 Kilo. Und wir sind uns bis heute nicht sicher, ob wir welche gesehen haben oder nicht. Aber vielleicht ein Grund, doch wieder hinzufahren?! 🙂

Nachdem wir uns an der wunderschönen Landschaft und den vielleicht-vielleicht-auch-nicht-Pinguinen sattgesehen hatten, checkten wir in unserem Motel für die Nacht ein. Eine sehr tolle Unterkunft auf zwei Ebenen mit viel Platz. Perfekt für mich, die die Gabe hat, innerhalb von fünf Minuten Chaos zu verbreiten. Und das, obwohl ich nicht mal sooo viel Gepäck dabei hatte. Es ist ein Talent.

Und, was uns hier so richtig auffällt ist, wie viel kälter es ist, im Vergleich zu Australien. So kalt, dass wir sogar die Heizung aufdrehen mussten. Darf ich die 28 Grad nochmal sehen?

Aber gut, nur die Harten kommen in den Garten und so fuhren wir noch zum Sandfly Bay Wildlife Refuge, um ein wenig zu spazieren und Seelöwen zu beobachten. Ein kleiner Trampelpfad führte uns hinab zum Strand und durch die Dünen – direkt vorbei an einem Seelöwen, der einfach so im Weg rumlag. Und oh mein Gott, die sind ganz schön groß. Ich hatte tatsächlich etwas Angst und machte einen weiteren Bogen, als vermutlich nötig gewesen wäre. Aber man kann ja nie wissen, ne?

Am Strand gab es wirklich VIELE Seelöwen. Und man konnte einfach da sitzen und sie aus sicherer Entfernung beobachten. Und das alles zusätzlich noch vor einer wirklich spektakulären Kulisse. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte man dort ewig sitzen bleiben können. Und (mal wieder) verfluchte ich, dass ich im Vorfeld nicht mehr Energie hineingesteckt habe, um mehr und besser fotografieren zu können. (Etwas, was seitdem aber auf meiner ToDo-Liste steht.) Also mussten die Handyschnappschüsse erstmal reichen. Aber auch die sind schon sehr schön geworden.

Nachdem wir reichlich durchgefroren und angemessen fasziniert waren, gab es zum Abendessen noch eine Pizza bei Poppas Pizza (nachdem er eigentlich angestrebte Italiener geschlossen hatte). (Und ich erwähne extra nicht, dass sich zwei Einheimische einfach vorgedrängelt hatten, während wir darauf warteten, unsere Bestellung aufzugeben. Nein, nein.)

Am nächsten Morgen hieß es wieder packen und dann machten wir los nach Invercargill. Also, nicht direkt, denn vorher ging es noch zur steilsten Straße der Welt, der Baldwin Street. Das war wirklich aufregend – und wir waren nicht die Einzigen, die Fotos machten und einmal hoch- und wieder runterfuhren. Ein schönes, unerwartetes Erlebnis.

Und danach ging es immer noch nicht direkt nach Invercargill, denn erst musste noch Frühstück her. Ich weiß leider nicht mehr, wie das Café hieß, in dem wir aßen, aber ich weiß noch, dass es Grilled Cheese mit Kohl und Kartoffelchips gab.

Frisch gestärkt beschlossen wir dann spontan, noch einmal unser Glück mit den Zwergpinguinen zu versuchen und fuhren zu den Blue Penguins Pukekura.

Doch auch hier waren wir zur falschen Tageszeit unterwegs und wir sahen wieder keine Pinguine. (In der Dämmerung kommen die kleinen Pinguine vom Meer zurück in ihre Behausungen am Strand und in den Dünen. Offenbar jedes Mal ein unglaublich niedliches Spektakel. Das wir leider verpassten.)

Dafür konnten wir Robben sehen (sogar ein kleiner, erstaunlich lauter) Heuler und ein paar Albatrosse. (Glaubten wir zumindest. Zumindest waren wir an der einzigen Festlandbrutkolonie der Albatrosse.)

Aber dann ging es nach Invercargill. Also – fast. Ein kleiner Stopp an den McLean Falls musste sein.

Nach einem zwanzigminütigen Spaziergang und ein paar (vielen) Treppen standen wir vor dem 22m hohen Wasserfall und genossen den Anblick. Nach einer kleinen Verschnaufpause und den obligatorischen Fotos ging es dann zurück zum Auto – und dann ging es wirklich nach Invercargill!

Dort bezogen wir unser Zimmer für die nächsten zwei Nächte im Ibis und waren sehr erstaunt, wie sauber das Zimmer war. Von Ibis Hotels hört man ja manchmal die ein oder andere Gruselgeschichte. Aber hier – absolut positiv. Bis auf den leicht merkwürdigen Geruch nach Desinfektionsmittel im Zimmer. Aber das war verschmerzbar.

Zum Abendessen gab es thailändisch bei Thai Opal auf der High Street und dann hieß es ausruhen und die Erlebnisse und Eindrücke des Tages verarbeiten. Auch das muss sein.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Bluff, dem südlichsten Punkt der Südinsel. Unsere erste Anlaufstelle war der Stirling Point, der das Ende des State Highway 1 darstellt. (Der State Highway 1 ist mit 2047 Kilometern die längste Straße Neuseelands, die das Land vom Norden der Nordinsel bis zum Süden der Südinsel längs durchläuft.)

Vor dem Wegweiser mit den verschiedenen Punkten machten wir ein paar typische Touristenfotos (und waren definitiv nicht die Einzigen mit dieser Idee) – und wir stellten fest, dass Badener einfach überall anzutreffen sind. Es war sehr windig, deswegen machten wir nur einen kleinen Spaziergang zum kleinen Leuchtturm (der Stirling Point Light Beacon Station) und bewunderten die einheimischen Vögel, die wir dabei trafen.

Danach fuhren wir zum Bluff Hill Lookout, was eine wirklich spektakuläre Übersicht über die Landschaft gab. Leider war das Wetter eher regnerisch und grau – bei blauen Himmel sieht das Ganze sicherlich nochmal ein Stück spektakulärer aus.

Die viele frische Luft machte hungrig, also fuhren wir zu Fowlers Oysters, einer Institution im Ort. Dort gönnten wir uns Fish & Chips und die berühmte Bluff Auster.

Ich habe sie selbst nicht probiert, aber habe mir sagen lassen, dass es ganz lecker war.

Danach gab es einen Verdauungsspaziergang auf dem Greenpoint Domain & Ships Graveyard, wo man Wracks beobachten konnte, die hier hingeschleppt wurden. Es war tatsächlich eine etwas merkwürdige Stimmung – es fühlte sich wirklich ein wenig wie ein Friedhof an.

Wie die guten Deutschen, die wir nun mal sind, gab es anschließend Kaffee und Kuchen im Cafe der Bill Richardson Transport World – dem The Grille Cafe. Eine absolute Empfehlung!

Nicht nur waren die Menschen unglaublich nett, der Kaffee war zudem sehr lecker, die Toilette selbst war eine Erfahrung wert und die gesamte Einrichtung war cool.

Nach einer Verschnaufpause im Hotel – inzwischen war es auch schon später geworden – gönnten wir uns einen kleinen Snack zum Abendessen. Und zwar einen Dürüm im Kebab Shop – Turkish Kebabs. War lecker, aber man darf es mit nichts vergleichen, was man so in Deutschland bekommt. Auf jeden Fall auch eine Erfahrung.

Der nächste Tag beginnt mit Frühstück im Black Shag Boutique Cafe auf der High Street. (Und falls ihr jetzt denkt: Mensch, die ist aber ständig nur am essen – da habt ihr nicht ganz unrecht. Kulinarisches Erleben fremder Länder nenne ich das.)

Um die zu sich genommenen Kalorien wieder abzutrainieren, ging es anschließend in den Botanischen Garten, der nicht nur viele Pflanzen, sondern auch einen kleinen Streichelzoo und ein Denkmal für Burt Munro hatte. Außerdem einen schön angelegten Spielplatz mit Schaukeln (yay!) und jede Menge Fliegenpilze. (Was einem nicht so alles auffällt…)

Ausgetobt ging es dann auf den Weg nach Manapouri, unserem Ziel für den Tag. Am Monkey Island Beach machten wir einen kleinen Stopp zum Verschnaufen – und, um die wunderschöne Landschaft einzusaugen. Zudem gab es sehr saubere öffentliche Toiletten und jede Menge Wind. Also, am Strand. Nicht auf den Toiletten.

Natürlich mussten wir das danebenliegende Orepuki Beach Cafe testen. Dort gab es wirklich leckeres Essen, das lecker abgeschmeckt war – dafür waren die Preise ziemlich gesalzen.

Den Schock über die Rechnung verdauten wir mit einem Spaziergang am Gemstone Beach, wo ich sehr (!) viele Steine gesammelt habe.

Der nächste Stopp war an der Clifden Suspension Bridge. Dazu kann ich jetzt nicht so viel erzählen – ist halt eine Hängebrücke, über die man drüberlaufen kann. Aber in einer sehr schönen Landschaft gelegen.

Unser AirBNB erreichten wir schließlich auch irgendwann – eine kleine Einliegerwohnung in einem Privathaus, nur einem Steinwurf vom Lake Manapouri entfernt. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und konnten uns dann erstmal ein wenig ausruhen.

Aber nicht zu lange, denn schon ging es weiter zu einem der Drehorte der Herr der Ringe Filme. Und zwar zu einem Punkt, wo Aufnahmen vom Fluss Anduin gemacht wurden. Man musste zwar illegal am Straßenrand (einer ziemlich staubigen Schotterstraße) parken und sich dann durchs Gebüsch schlagen, aber das war es wert. Hat mich sehr glücklich gemacht, dieser erste kleine Einblick in die Welt von Herr der Ringe.

Anschließend fuhren wir noch weiter nach Te Anau, um ein wenig Proviant zu kaufen. Das Abendessen war Mac & Cheese mit Salat, während wir den ersten Teil der Herr der Ringe Trilogie auf Netflix schauten. Ein perfekter Abschluss für diesen schönen und erlebnisreichen Tag.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker schon verhältnismäßig früh, denn wir hatten beschlossen ein wenig wandern zu gehen. Und die Wahl war auf einen Teil des Kepler Tracks gefallen (wohl einer der bekanntesten Wege in dieser Gegend). Wir wollten aber nur bis zur Moturai Hut laufen – hin und zurück ungefähr 3h. Und die Wanderung war wirklich wunderschön und nur mäßig anstrengend. Das Schlimmste war wohl die Hängebrücke, über die man zu Beginn laufen musste. Aber das ist nur mein Empfinden…

An der Moturai Hut angekommen frühstückten wir das mitgebrachte Vesper – und wurden dabei von unzähligen Moskitos belagert. Also verweilten wir nicht allzu lange dort und machten uns auf den Rückweg.

Zurück in Manapouri gönnten wir uns ein Heißgetränk (hust, Chai Latte, hust) beim Manapouri Cafe & Dairy und schlenderten damit zum See und genossen die wunderschöne Bergkulisse. Allerdings wurde auch dies relativ kurz gehalten, denn wir wurden von Sandmücken attackiert. (Und wenn ich attackieren sage, meine ich attackiert. Ich musste mir extra eine Salbe aus der Drogerie holen, weil die Stiche nicht nur schmerzhaft waren, sondern auch unglaublich juckten und anschwollen. Sehr unangenehm. Liebgemeinte 2 Punkte.)

Gegen Spätnachmittag war es dann noch Zeit für ein weiteres Highlight – einem Ausflug zu den Te Anau Glowworm Caves. Um dorthin zu gelangen gab es eine schöne Bootsfahrt (bei untergehender Sonne ein doppelter Genuss). Bevor man sich in die Glühwürmchen-Höhle stürzen konnte, gab es noch eine kurze Präsentation des Teams und dann wurde man in Kleingruppen durch das Höhlenlabyrinth geführt. Und dann gab es noch eine zehnminütige (?) Bootsfahrt durch die komplett dunkle Höhle, so dass man die Glühwürmchen beobachten konnte. Es fühlte sich ein wenig so an, wie durch den Kosmos zu schweben und die Sterne zu beobachten. Unglaublich schön und magisch. Eines meiner Highlight der gesamten Reise.

Und außerdem lernte ich noch, dass Glühwürmchen eher Glühmaden heißen sollten. Und dass sie nicht unbedingt die nettesten Tierchen sind, wenn sie von ihren Nachbarn genervt werden. Und dass sie bei Motten als erstes die Augen fressen.

Zum Abendessen gab es italienisch – Pizza! Bei Ristorante Pizzeria Paradiso, wo wir übrigens nicht die einzigen Deutschen waren.

Auf dem Rückweg nach Manapouri gab es noch ein weiteres Highlight. Und zwar hielten wir am Straßenrand (mitten in der Einöde) an und konnten den schönsten Sternenhimmel betrachten, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Man sah sogar die Milchstraße. Ich habe immernoch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke. (Das Handy konnte diesen unfassbar schönen Anblick leider nicht auf ein Foto bannen, daher gibt es dieses Erlebnis nur noch in meiner Erinnerung. Um das selbst zu sehen, solltet ihr selber dorthin fahren. Kleiner Protipp von mir.)

Der nächste Morgen begann – mal wieder – mit Packen und Auto beladen. Denn heute hatten wir ein volles Programm. Nicht nur, dass es heute nach Queenstown gehen sollte, nein. Wir hatten uns überlegt, dass wir einen „kurzen“ Abstecher nach Milford Sound machen. (Was übrigens überhaupt nicht auf dem Weg lag, aber … yolo und so, ne?)

Milford Sound ist eine der bekanntesten Touristenattraktionen des Landes und gehört sogar zum Weltnaturerbe der UNESCO. Außerdem wurde es auch schon als das „achte Weltwunder“ betitelt.

Da hing die Latte der Erwartungen natürlich extrem hoch!

Alleine für die Fahrt dorthin lohnte es sich jedoch. Man durchquerte eine beeindruckende Bergkulisse – inklusive Tunnel – und landet dann direkt am Sound. (Also, fast direkt – am Parkplatz zumindest.) Und auf dem Parkplatz sahen wir dann auch noch Wekas. Auch ein tolles Erlebnis!

Wir hatten eine zweistündige Bootstour bei Pure Milford gebucht und warteten geduldig auf Boarding. Und ich weiß gar nicht, wie man diese Bootsfahrt beschreiben soll. Magisch – das auf jeden Fall. Und sehr beeindruckend. Und ein wenig überfordernd. Diese ganzen Eindrücke und Wasserfälle und Tiere, die man sehen konnte… und dann wurden wir auch noch von Delfinen begleitet. Es war wunderschön und die Zeit verging viel zu schnell. (Übrigens war es auch verdammt kalt. Das darf man ja auch mal sagen.)

Völlig geflasht gingen wir von Bord und gönnten uns dann noch ein Heißgetränk zum Aufwärmen, bevor wir dann (diesmal wirklich) nach Queenstown fuhren. Aber auch der Weg dorthin war ein Erlebnis für sich. Ich habe sehr viele Fotos gemacht.

So, soviel zum ersten Teil des Berichtes über die Südinsel Neuseelands. Was wir in Queenstown – und dem Rest der Südinsel – getrieben haben gibt es dann im nächsten Beitrag!

(Diesmal ohne Wortwitz) Auf an in die Ostküste Australiens!

Wie immer: Ich verwende in meinen Posts Links, die auf externe Seiten führen. Ich verdiene hiermit kein Geld – alle Aktivitäten, Unterkünfte und Dinge habe ich selbst bezahlt. Daher Werbung, aber unbezahlte.

Tja, der letzte Satz des letzten Blogposts hat mir nicht nur einmal in den Hintern gebissen. Ich habe diesmal nämlich NOCH länger gebraucht – und ich habe nicht einmal eine gute Ausrede dafür. Mea Culpa.

Der Flug selbst war recht unspektakulär – außer dem wirklich hübschen Sonnenuntergang, den man durch das Fenster sehen konnte. Und auch diesmal gab es wieder eine Zeitverschiebung – nun trennten uns zusätzliche zwei weitere Stunden von der heimatlichen Zeitzone. Weiterhin ein komisches Gefühl.

In Melbourne angekommen mussten wir durch die ganz normale Grenz- und Passkontrolle. Da wir jedoch diesen Vermerk auf dem Boarding Pass hatten, mussten wir die Arrival Card nicht nochmal ausfüllen und konnten ganz entspannt passieren.

Die Abholung des Autos bei Avis war auch unspektakulär – was jedoch nicht unspektakulär war, dass man sich nun erstmal an den Linksverkehr gewöhnen musste. Aber auch das lief, nach kurzer Eingewöhnung, besser als gedacht.

Das Hotel (Adina Apartment Hotel) war wirklich wunderschön und der Concierge am Empfang sehr entgegenkommend. Er ließ sogar das Bett von zwei Einzelbetten noch zu einem Doppelbett umbauen. Und es gab eine Waschmaschine und einen Trockner – jedes Mal ein echtes Highlight. Das Bett war groß und gemütlich – das war mir vor allem sehr wichtig, weil ich (mal wieder) eine aufkeimende Erkältung im Zaum zu halten hatte.

Die Waschmaschine wurde direkt beladen und die ersten Dinge aussortiert, die wir via Paket nach Hause schicken wollten. (Und das waren einige…) Und dann hieß es erstmal schlafen – das bequeme Bett wollte ausgenutzt werden. Wir hatten nämlich nur eine Nacht in Melbourne gebucht…

Am nächsten Morgen hieß es dann die restliche Wäsche trocknen, zusammenlegen und packen. Und danach gab es ein kleines Frühstück mit Pain Au Chocolat und einen Mandelcroissant und Kaffee von Cobrick Coffee.

Von Melbourne selbst haben wir tatsächlich nur wenig gesehen. Wir schlenderten einmal durch das Stadtzentrum, schauten uns ein Einkaufszentrum an und machten dann eine Audiotour durch die Bücherei (die sehr, sehr schön war).

Und dann ging es wieder auf die Straße, zu unserem ersten AirBnb der Reise in Venus Bay. Zwischendurch gingen wir noch einkaufen, da wir erst unterwegs merkten, dass es vor Ort praktisch keine Restaurants geben würde. Und keiner von uns wollte, dass ich hungrig und hangry werde. (Wer das einmal erlebt hat, möchte es nie wieder. Glaubt mir hier einfach.)

Unsere Unterkunft war zwar recht klein, aber sehr gemütlich und besaß eine Dusche mit viel Wasserdruck. Etwas, das auf Reisen niemals unterschätzt werden darf. (Wie mir im späteren Verlauf der Reise auch immer wieder klar wurde.)

Wir machten noch einen kleinen Spaziergang zum 10 – 15 Minuten entfernten Strand. Das Meer war wild und es windete recht, aber es war soooo schön!

Auf dem Rückweg entdeckten wir dann noch Papageien, die hier einfach so leben. Ein wirklich ungewohnter, aber schöner Anblick.

Den Abend ließen wir gemütlich mit gebackenen Bohnen und gegrillten Käsesandwich, sowie einer kleinen Melone zum Nachtisch ausklingen.

Am nächsten Tag wollten wir ein wenig was von der Gegend sehen, also schwangen wir uns ins Auto. Der erste Stopp war ein Leuchtturm, der nur ein paar Minuten Spaziergang vom Parkplatz entfernt war. Danach ging es weiter zum Wilsons Promontory National Park. 

Am Norman Lookout machten wir kurz Halt und ganz viele Fotos – schon spektakulär.

Und dann passierte das erste tierische Highlight für uns auf der Ostküste Australiens – wir sahen unser erstes wildes Känguru. Und zwar spazierten wir auf dem Prom Wildlife Lookout – und da stand es dann einfach, ein paar Meter vor uns. Und es blieb nicht das Einzige. Und ich war ein wenig erstaunt, wie groß die Beuteltiere sind. Das war ziemlich einschüchternd (zumindest für mich). Aber sie ließen uns in Ruhe – und selbst, als wir praktisch aus Versehen in eines hineinliefen (es stand einfach auf dem Weg und während dem Unterhalten übersahen wir es) hüpfte es einfach nur weiter.

Nach dieser wirklich tollen Überraschung fuhren wir noch zum Venus Bay Lookout, wo man ebenfalls Kängurus und Wombats sehen können sollte. Jedoch hatten wir hier kein Glück. Aber gut – man kann nicht immer gewinnen.

Zum Abendessen gab es noch die restlichen Bohnen und nochmal gegrilltes Käsesandwich – aber ehrlich gesagt kann man das auch wirklich täglich essen. Nomnomnom.

Am nächsten Tag hieß es wieder packen und auschecken, dann es ging weiter zu unserem nächsten Stopp: Sale.

Unterwegs hielten wir an und aßen in einem kleinen Café eine Granola Bowl, die wirklich nicht geil war. (Ich weiß auch den Namen nicht mehr.) Unterwegs passierte nicht so viel, außer, dass wir bei einem Strand anhielten und dort jede Menge Hunde sahen. Das war schön.

Irgendwann erreichten wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte: Das Wurruk Motel, das ein paar Kilometer außerhalb der Stadt lag. Es war recht altmodisch eingerichtet, aber das Zimmer hatte einen netten Blick in den Garten. Und wir hatten ja eh nicht vor, allzu viel Zeit hier zu verbringen. Schließlich wollte die Gegend erkundet werden.

Was zuvor aber erledigt werden musste, war ein kleines Nickerchen. Reisen macht schließlich müde…

Nach dem Aufwachen ging es in den Botanischen Garten, der leider nicht wirklich Außergewöhnliches bot – außer Pfauen und Kakadus. Und vielen, vielen jungen Frauen in Brautkleidern? Wir konnten leider nicht herausfinden, was es damit auf sich hatte. Aber es wirkte ein wenig merkwürdig…

Danach machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Swing Bridge. Leider wurde die recht gemütliche Atmosphäre gedämpft, als eine Horde Halbstarker mit ihrem getunten, tiefergelegten Sportwagen aufschlugen und lautstark Fotos machten. Das war unser Zeichen weiterzuziehen.

Der nächste Stopp war der Supermarkt für ein paar Snacks und einer Flasche Wein, die (natürlich) nur wegen des Etiketts gekauft wurde. Aber australischer Wein ist ja international berühmt, also wollten wir es einfach mal probieren.

Abendessen gab es im Viet Kitchen (277 Raymond St, Sale VIC 3850 – leider haben sie keine Website), einem vietnamesischen Restaurant, wo wir viel zu viele Vorspeisen bestellten und deswegen beim Hauptgang zu kämpfen hatten. Aber es war auch alles sehr, sehr lecker.

Am nächsten Tag gab es Frühstück mit Scones und Kaffee. Und dann stand ein weiteres Highlight auf der Liste: Raymond Island

Und, um dorthin zu gelangen, muss man die wohl kürzeste Fährfahrt aller Zeiten auf sich nehmen. Die dauerte (ungelogen) vielleicht höchstens fünf Minuten. Ich frage mich bis heute, warum nicht einfach eine Brücke gebaut wird…

Und was gibt es auf Raymond Island? Wildlebende Koalas. Und obwohl wir am Anfang dachten, dass wir keinen einzigen sehen würden, sahen wir wirklich jede Menge. Und es war tatsächlich sehr süß, wie die pelzigen Kerlchen in ihren Bäumen hingen.

Wir mussten uns schon fast dazu zwingen die Insel wieder zu verlassen – ich für meinen Teil hätte den süßen Koalas noch ewig zusehen können. Auch, wenn mich der eine Koala anknurrte, weil ich seinem Baum offenbar zu nahe kam… ups.

Nach der Fährfahrt holte ich mir noch einen Lachsbagel und Kaffee bei Ginny’s Place (3PJF+3C Paynesville, Victoria – leider keine Website, von der ich weiß), dann fuhren wir zurück ins Motel für eine kleine Pause. Dann beschlossen wir, abends ins Kino (ins Sale Cinema) zu gehen. Die Wahl fiel auf den neuesten Ghostbuster-Film… und wow, war der Film schlecht. Zudem lernte ich, dass das Popcorn in australischen Kinos standardmäßig salzig ist.

Wieder was gelernt.

Der nächste Tag begann mit packen, auschecken und der Weiterfahrt nach Eden, wo unsere nächste Unterkunft auf uns wartete.

In einem sehr gut besuchten Brunchspot in Sale (dem Wild Honey Cafe) nahmen wir dann noch ein Frühstück zu uns, bestehend aus mushroom toast und einem brisket sandwich. Sehr sättigend – sehr, sehr sättigend. Unterwegs machten wir dann noch spontan Halt in einer kleinen Stadt, dessen Name ich nicht weiß, wo es bei strahlendem Sonnenschein einen schönen Sunday Market gab. Und einer der Marktstände hatte einen Hund, der sich von uns den Bauch kraulen ließ. 10/10, gerne wieder.

In Eden angekommen war der CheckIn im Coast Motel Eden etwas problematisch, denn die Rezeption des Motels war nicht besetzt. Man musste anrufen und bekam dann den Zugangscode zur Schlüsselbox für das Zimmer. Aber auch das war irgendwann gelöst und wir konnten unser Zimmer beziehen. Und (zumindest ich) konnte ein kleines Nickerchen einlegen. Dafür ist Urlaub schließlich auch da…

Nach einem kurzen Einkaufsstopp im Supermarkt direkt nebendran fuhren wir noch an den Hafen, wo es nicht nur eine beeindruckende Anzahl an Möwen gab, sondern auch Rochen. Und das war schon ein echtes Spektakel.

Zum Abendessen fuhren wir in den nächstgrößeren Ort (da die Auswahl an Restaurants in Eden, die um so eine späte Uhrzeit wie 18 Uhr noch offen hatten, sehr beschränkt war) und gönnten uns Fish & Chips bei Fish Pen Takeaway, die wir dekadent am Strand verzehrten. (Wobei wir von einer Gruppe Möwe kritisch beobachtet wurden…) Den Tag ließen wir mit dem in Sale gekauften Wein ausklingen. (Und nein, er war nicht gut.)

Der nächste Tag startete im Toast Cafe Eden (WWP4+3G Eden, New South Wales – ihr werdet es erraten: wieder keine Website zu finden) mit einem Grilled Cheese Sandwich, einem Dirty Chai Latte und einem Banana Bread (mit gesalzener Butter?) – insgesamt ein sehr interessantes Essen. Direkt nebendran war praktischerweise direkt eine Filiale der australischen Post, wo wir einen Karton für unser Paket nach Hause kauften. Die nette Dame am Schalter gab uns auch direkt eine Zolldeklaration mit, die wir ausfüllen sollten.

Den Nachmittag verbrachten wir mit dem Besuch des Killer Whale Trails. Da die Killerwale regelmäßig an Eden vorbeizogen (was unter anderem jährlich mit einem riesigen Festival gefeiert wird) gibt es hier verschiedene spannende Stopps entlang der Küste, die etwas mit den sanften Riesen zu tun haben. So zum Beispiel ein Leuchtturm, ein Museum oder auch einer Whaling Station, wo die Wale zerlegt und ihre Einzelteile verwertet wurden.

Natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen ein paar Souvenirs am Visitor Information Center zu shoppen. Dort gab es auch eine sogenannte Lucky Dip Tüte mit unbekanntem Inhalt, die wir mitnahmen. Leider war tatsächlich nur Schrott drin.

Zur Krönung des Tages gönnten wir uns Burger, Fritten und Bier in einem coolen Restaurant namens Dulcie’s Cottage

Und, als ob das nicht schon großartig genug wäre, flatterten bei der Rückfahrt hunderte Flughunde über unsere Köpfe hinweg. Ein einmaliges Schauspiel mit Gänsehautgarantie.

Am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder zeitig los. Unser Ziel? Die Hauptstadt Australiens! Und wer jetzt denkt, dass damit Sydney gemeint ist, liegt falsch. Die Hauptstadt ist Canberra. Und eigentlich auch nur deswegen, weil es damals ein fairer Kompromiss schien, um sich nicht zwischen Sydney und Melbourne entscheiden zu müssen. (Auch ein wenig lustig.)

Der Halt in Canberra war nicht geplant gewesen, aber als wir auf der Karte sahen, wie nah es eigentlich war, entschieden wir uns doch recht spontan dafür. So einen Abstecher sollte man sich nicht entgehen lassen.

Doch bevor wir in die Hauptstadt einfielen, machten wir noch einen Abstecher zu einem Naturschwimmbecken, das in Stein direkt am Meer eingelassen war. Und tatsächlich stürzten sich dort ein paar mutige Menschen sogar ins Wasser. Mir persönlich wäre es ja zu kalt gewesen…

Und direkt um die Ecke lag dann noch ein Rudel Seehunde auf den Felsen herum. Das war eine schöne Überraschung!

Den nächsten Halt machten wir am Camel Rock, der seinen Namen daher hat, weil der Fels aussieht wie ein liegendes Kamel. Und ja, mit ein wenig Fantasie konnte man das tatsächlich erkennen.

Eine Stärkung holten wir uns bei der Bodalla Dairy Shed, wo wir nicht nur einen sehr leckeren Käsetoastie aßen, sondern auch eine Iced Latte tranken und wo ich ein sehr süßes Kinderbuch (Brave-bottomed Wombat) kaufte. Und wir konnten die Frage klären, warum das Huhn die Straße überquerte. (Antwort: Um in der Bodalla Dairy Shed in den Laden zu kommen und die Krümel vom Boden aufzupicken.) Ein Eis aus der eigenen Produktion durfte für die Weiterfahrt auch nicht fehlen.

In Canberra angekommen durften wir im Deco Hotel einchecken. Dort bekamen wir ein Zimmer, das nicht nur über ein separates Wohn- und Esszimmer, sondern auch über Waschmaschine und Trockner verfügte. Eigentlich auch der Hauptgrund, warum wir uns für dieses Hotel entschieden hatten.

Abendessen gab es in der Stadt in einem rein veganen vietnamesischen Laden (ich hab mir leider den Namen nicht gemerkt) und dann fielen wir auch schon wieder müde ins Bett. Die Reisetage vergingen immer viel zu schnell und waren doch recht kräftezehrend.

Am nächsten Morgen fiel uns dann auch mal auf, dass wir uns mal der weiteren Reiseplanung widmen sollten. Neuseeland, zum Beispiel, was unser nächster Stopp werden sollte, war noch nicht fertig durchgeplant. Uns fehlten zum Beispiel noch fast alle Unterkünfte. Wir beschlossen uns daran zu machen und kamen tatsächlich auch ein wenig voran. 

Also durften wir uns auch mit ein wenig Sightseeing belohnen – und da kam der Ausflug in die National Gallery of Australia gerade recht. Man musste sich zwar ein Ticket holen, das jedoch nichts kostete – nur die speziellen Ausstellungen kosteten extra. Wir bummelten ein wenig durch die Hallen – und dann bemerkte ich, dass ich „etwas“ hangry wurde.

Also war der nächste Punkt auf der Liste erstmal Mittagessen. Wir hatten ursprünglich geplant, in den Zoo zu gehen, doch wir entschieden zu dagegen. Da der letzte Halt an der Ostküste Sydney werden sollte, wollten wir dann doch lieber dort in den Zoo gehen. Stattdessen gingen wir lieber in den Botanischen Garten.  Und überall standen Warnschilder herum, dass Schlangen gesichtet wurden und man vorsichtig sein soll.

Hilfe!

(Wir sahen jedoch keine, was bei 50% der Beteiligten Begeisterung und bei 50% Missmut erzeugte. Ich überlasse es jetzt euch, zu erraten, wer hier wie beteiligt war…)

Ihr erinnert euch bestimmt noch daran, dass ich weiter oben erzählte, dass wir ein Päckchen nach Hause schicken wollten, richtig? Eigentlich eine gute Idee, um unnötigen Ballast aus dem ursprünglichen Gepäck zu verbannen. Oder aber, um gerade gekaufte Souvenirs aus dem Souvenirshop des Botanischen Garten nach Hause zu schicken. Unsere Disziplin, möglichst wenig zu kaufen, war am Boden. Gelinde gesagt.

Mit einer vollen Tüte ging es dann zum nächsten Stop – einem Outlet. In Neuseeland war es noch kälter als angenommen, daher brauchten wir noch ein paar wärmere Schichten. Bei Kathmandu fand ich schließlich noch eine Mütze (die ich im Verlauf der Reise sehr oft benutzen würde) und bei Macpac noch eine stark reduzierte (also praktisch fast kostenlose) Fleecejacke, die nicht nur hervorragend aussah, sondern auch hervorragend warmhielt. Und ich hatte ja Platz im Gepäck. Schließlich schickten wir ein Päckchen nach Hause…

Am späten Nachmittag fuhren wir noch auf einen Aussichtspunkt, der einen schönen Blick über Canberra bot. Jedoch hatten sehr, sehr viele Menschen dieselbe Idee, weswegen die Stimmung etwas litt. Aber gut.

Die Aussicht (haha) auf ein leckeres Abendessen bei der Bent Spoke Brewing Co. ließ uns unseren Ärger dann schnell vergessen und so ließen wir den Abend bei Mac’n’Cheese Bällchen, Burgern und Bier (eines sogar gratis) ausklingen.

Ich fiel schon relativ früh ins Bett, denn am nächsten Tag klingelte der Wecker schon vor sechs Uhr. Und warum? Nicht etwa, weil wir so früh weiterfahren würden – nein. Der Grund war viel banaler.

Weil „Die Passion“ lief!

Das „Spektakel“ von RTL, das diesmal in Kassel spielte, war sogar noch schlimmer als zwei Jahre zuvor und ich genoss jede trashige Sekunde. Das war die Augenringe wert!

Nun ja, dann hieß es wieder packen und auschecken – los ging es zum letzten Stopp an der Ostküste. Und ich hatte es ja schon gespoilert: es ging nach Sydney.

Auf dem Weg dorthin stoppten wir beim Ona Coffee House für ein kleines Frühstück. Und klein hieß hier wirklich klein – man konnte sogar halbe Portionen bestellen, was ich sehr begrüßte. Die Portionsgrößen in Australien waren nämlich schon sehr groß und erinnerten eher an die USA. Da nahm ich das Angebot hier gerne an. Außerdem trank ich einen extrem leckeren Kaffee mit leichter Himbeernote. Diese Art von Kaffee gibt es in Deutschland nicht (und glaubt mir, ich habe gesucht – falls ihr da eine Quelle habt, die Kommentare sind offen) und daher werde ich mir irgendwann mal Kaffee aus Australien importieren. Der war *wirklich* lecker.

Unterwegs spürte ich dann den Ruf der Natur (klar, nach so viel Kaffee), aber die anvisierte Toilette konnte ich leider nicht betreten. Zu viele Spinnen in allen möglichen und unmöglichen Größen und Formen hingen in der Kabine. Da verkniff ich es mir lieber, bevor ich noch wegen eines Bisses zu Spidergirl mutierte. Ich bin eindeutig nicht motiviert genug dafür, um neben meinem normalen Job nachts noch die Kriminalität zu bekämpfen… #sorrynotsorry

Die Fahrt ging durch schönen Regenwald und wir machten auch Halt am Jamberoo Lookout, wo wir einen beeindruckenden Blick über den Budderoo National Park hatten. Die Aussicht war wirklich wunderschön! Leider war uns das Wetter nicht so hold.

In einem kleinen Örtchen namens Kiama gab es noch ein Blowhole, das wir ebenfalls noch besuchten. Außerdem gab es dort ein Post Office, wo wir unser fertig gepacktes Päckchen abgeben wollten. Die Mitarbeiterin dort war zwar sehr nett, aber auch ein wenig genervt, weil wir die Zollerklärung nicht online ausgefüllt hatten. Aber wir wussten schlicht nicht, dass das geht… Und so tippte sie brav jedes einzelne Item in ihren Computer ein, was recht lange dauerte. Ich hatte ein dezent schlechtes Gewissen…

Das Paket wog übrigens 2.8kg und kostete 53 Euro. (Aber dafür kam es recht schnell und sicher zuhause an.)

Wir kamen schließlich erst am späten Nachmittag an unserem Hotel Citadines Connect in Sydney an. Es lag in der Nähe vom Flughafen, was für unsere Weiterreise natürlich ideal war. Zudem hatte es noch einen kleinen Shop und ein kleines Café, wo man sich mit dem nötigsten eindecken konnte. Das musste ich ausnutzen und kaufte mir erstmal eine Portion Rice Crispies, die ich mir direkt reinknallte. Das war himmlisch. Ich bin ein einfacher Mensch…

Der nächste Tag begann mit einem Frühstück bei Krispy Creme Donuts, wo es erstaunlich guten Kaffee und sehr leckere Donuts gab. Die perfekte Stärkung für unseren Ausflug in den Sydney Zoo, wo wir mehrere Stunden verbrachten. Man konnte nicht nur tolle Tiere (wie Seehunde, Löwen, Capybaras, Red Pandas, einen sehr motzigen Heuler und Giraffen) sehen, sondern auch die wunderschöne Skyline von Sydney bewundern. Zudem wurden wir von einem englischen Pärchen gebeten, Fotos von ihnen zu machen, was eventuell zu einem kleinen Kampf ausartete, wer die besseren Bilder schoss.

Unser kleiner Snack-Stopp wurde von einem Truthahn torpediert, der unbedingt auch etwas von unserem Essen haben wollte. Und die Vögel sind ganz schön groß und wirken ganz schön bedrohlich, wenn sie sich so vor einem aufbauen…

Der nächste Halt war an der Watson Bay, die mir von einer sehr lieben Kollegin empfohlen wurde. Die Parkplatzsuche gestaltete sich (wegen des wirklich schönen Wetters und dem Osterwochenende) als schwierig, doch schließlich fanden wir einen Platz, wo wir unser Auto stehen lassen konnten. Im Robertson Park ergatterten wir noch eine letzte Portion Fish & Chips, bevor sie schlossen und machten dann einen Spaziergang zum Hornby Lighthouse und auf dem South Head Heritage Trail mit toller Aussicht.

Den Abend verbrachten wir im Hotel und gönnten uns Sandwiches aus dem Kühlregal. Denn die weitere Reise musste nun wirklich langsam geplant werden. Und nach ein paar Stunden Brütens und Diskutierens waren wir dann ein ganzes Stück weiter.

So konnte man dann auch mit guten Gewissen schlafen gehen. (So gut es eben mit einem fetten Sonnenbrand ging. Irgendwie konnte man sich so oft eincremen, wie man wollte, die australische Sonne war gnadenlos. Gerade bei mir, dem Milchbrötchen mit der hellen Haut.)

Am nächsten Tag standen wir schon recht früh auf und nahmen den Bus zur Arden Street. Das dauerte ungefähr eine Stunde und es war spannend, mal den ÖV zu nehmen. Eröffnete auch wieder einen anderen Blick auf die Stadt.

An der Arden Street angekommen starteten wir den Coastal Walkway zum Bondi Beach, ein sehr schöner Wander-/Spazierweg, immer an der Küste entlang. Und mit relativ wenig Schatten, weswegen wir auch schon so früh loswollten. (Sonnenbrand gab es, natürlich, trotzdem.)

Das Ziel – Bondi Beach – war zwar sehr nett, aber irgendwie hatte ich es mir immer größer und spektakulärer vorgestellt? Aber es war trotzdem cool, mal dort gewesen zu sein.

Mit dem Bus ging es schließlich weiter zum Fish Market, wo es wirklich vollgestopft mit Touristen und Touristinnen war. Aber das Essen im Boat Shed Pyrmont war sehr lecker.

Als nächstes nahmen wir die Fähre zum Fähranleger beim Opera House. Allein die Fährfahrt mit Aussicht auf die Sydney Harbour Bridge und die Skyline war schon ein Highlight für sich. Aber dann auch noch das Sydney Opera House mit eigenen Augen zu sehen… das war wow. Und fühlte sich auch dezent surreal an, dass man WIRKLICH dort war.

Wir legten noch einen Spaziergang im Botanischen Garten ein und nahmen dann den Zug zurück ins Hotel. Dort angekommen musste ich mich erstmal ein wenig ausruhen und dann ging es ans Packen. Aber diesmal richtig, denn morgen stand ein „richtiger“ Weiterreisetag an. Und dann ging es nochmal in die Stadt, weil es am Darling Harbour ein Feuerwerk gab.

Nach diesem – mit vielen Erlebnissen und Eindrücken gespickten – Tag fiel ich wirklich hundemüde ins Bett.

Am nächsten Morgen ging der Wecker wirklich sehr früh. Wir hatten einen Flug am Morgen und wir mussten noch zum International Airport und das Auto musste abgegeben werden.

Ich wurde, mitsamt unserem gesamten Gepäck, am Domestic Airport abgegeben und machte mich auf der Suche nach dem Shuttle Bus zum International Terminal, während meine Begleitung das Auto abgab und dann mit dem Bus zu mir stieß.

Die Weiterfahrt zum International Airport ging recht easy (und ich hatte mir mal wieder viel zu viele Sorgen umsonst gemacht) … und dann ging es schon weiter zu unserem nächsten großen Stopp auf dieser Reise: nach Neuseeland. Einem Kindheitstraum von mir.

Aber davon dann im nächsten Blogpost mehr.

Der Perth-ekte Startpunkt für Australien

Der nächste Stopp auf der Reise lag an der Westküste Australiens – Perth. Eine Stadt, an die ich in meinem Leben noch nie allzu viele Gedanken verschwendet habe. Und daher hatte ich auch keine Ahnung, was mich erwarten würde.

Aber erstmal mussten wir durch die Grenzkontrolle in Australien – und jeder, der schon einmal Border Control Australia gesehen hat, weiß, dass die MitarbeiterInnen dort keinen Spaß verstehen, wenn es um die Sicherheit des Landes geht.

Auf dem Flug füllten wir brav unsere Incoming Passenger Card aus und gaben dort auch unsere Wanderschuhe und die Strandschuhe an, die wir bei den Elefanten in Sri Lanka getragen hatten. In weiser Voraussicht hatten wir die Schuhe jedoch im Vorfeld nochmals gründlich – sogar mit einer Zahnbürste! – gesäubert. Wir – und die Schuhe – wurden gesondert kontrolliert – und ich bekam sogar ein „Well done!“ von den beiden Mitarbeiterinnen dort. Tja. Gelernt ist gelernt.

Am Flughafen kauften wir noch australische SIM-Karten, damit wir auch unterwegs Internet haben konnten und dann gingen wir auf die Suche nach dem Zug. Wir mussten aus dem Flughafen raus, ein paar Meter laufen, in ein anderes Gebäude und nach ein paar Minuten standen wir dann vor den Verkaufsautomaten für die Tickets. Und waren dezent überfordert. Aber ein sehr netter Mitarbeiter von Transperth führte uns durch den Ticketprozess und beriet uns wirklich sehr kompetent.

Und hier fiel uns auch zum ersten Mal etwas auf, was uns die gesamte Australien-Reise auffallen würde: die Menschen hier sind einfach nett. Also wirklich auffallend nett. Sehr, sehr sympathisch!

Wenig später saßen wir im Zug (U-Bahn? S-Bahn? So ganz weiß ich immernoch nicht, was das genau war) und fuhren bis zu unserer Haltestelle, die praktischerweise nur ein paar Meter vom Hotel entfernt lag. CheckIn und der Bezug des Zimmers ging problemlos und schnell und, nachdem wir uns ein wenig eingerichtet hatten, beschlossen wir, erstmal Abendessen zu gehen. Unsere Wahl fiel auf Ribs & Burgers, wo ich einen hervorragenden Veggieburger und ein Bier zu mir nahm. Nomnomnom. Wir beschlossen noch ein wenig am (wunderschön beleuchteten) Pier spazieren zu gehen, wo sich meine Begleitung noch ein Eis genehmigte. Und dann… lagen wir eigentlich auch schon wieder im Bett. Erstmal schlafen nach dem aufregenden Reisetag!

Der nächste Tag begann sehr gemütlich. Zum Mittagessen gingen wir um die Ecke zu einem kleinen vietnamesischen Lokal, wo wir nicht nur den nettesten Service aller Zeiten hatten, sondern auch noch sehr leckeres Essen (vegetarisches Banh Mi Sandwich und Eistee) zu uns nahmen. Klare Empfehlung!

Und dann waren wir direkt abenteuerlustig und nahmen den (gratis) Blue CAT-Bus zum Botanischen Garten. (Gratis und sehr leicht erreichbarer ÖV in einer Großstadt ist schon etwas sehr, sehr tolles!) Was eigentlich nur ein kleiner Spaziergang werden sollte, wurde zu einer sehr tollen Beschäftigung für die nächsten Stunden. Das Wetter (strahlend blauer Himmel) lud aber auch wirklich zum Verweilen und Schlendern ein. Zudem ist es auch noch ein sehr schön angelegtes Areal mit tollem Blick auf die Bucht und die Stadt. Und so war es dann auch schon recht spät, als wir zurück zum Hotel kamen. Und es meldete sich (mal wieder) der Hunger. Wir machten uns also auf den Weg zu einem Italiener, dessen Speisekarte sehr gut geklungen hatte – und dann stolperten wir (im wahrsten Sinne des Wortes) über einen Street Food Market (Twilight Food Market) in der Fußgängerzone. Und dort futterten wir uns einmal quer durch, denn alles sah so gut aus, dass man es haben wollte. Ich aß einen hervorragenden Bao Bun mit Tofu, dann noch eine viel zu große Portion Gnocchi mit Tomatensauce und zum Abschluss noch ein Softeis. Das Sodbrennen in der Nacht war garantiert, aber das war es wert.

Für den nächsten Tag hatten wir bei Captain Cook Cruises eine 90minütige Schiffsfahrt nach Fremantle gebucht. Pünktlich standen wir am Fährterminal – so wie sehr viele andere, die an diesem sonnigen Sonntag nichts anderes zu tun hatten. Glücklicherweise ergatterten wir noch einen schönen Platz und konnten die Fahrt sehr genießen. (Und im Geiste überlegen, welches der Traumhäuser am Wasser wir denn kaufen würden, wenn wir könnten, wie wir wollten…) 

In Fremantle angekommen gingen wir zu Chalkys, um erstmal ausgiebig zu frühstücken. Gemütlich bummelten wir anschließend noch durch das Städtchen, aßen noch ein Eis und fuhren dann mit dem ÖV zurück nach Perth. Den restlichen Tag ließen wir sehr gemütlich ausklingen.

Gibt es eigentlich eine schönere Art und Weise weiterzuschreiben, als ständig nur „am nächsten Tag“ zu schreiben? Mir fällt gerade keine ein, also entschuldigt diese ständige Wiederholung.

Also.

Wie gesagt.

Am nächsten Tag ging es mit der U-Bahn zum Cottlesloe Beach, angeblich einer der schönsten Strände im Umkreis von Perth. Dort angekommen wurde uns bewusst, dass dort gerade ein Skulpturenfestival (das Sculpture By The Sea) stattfand – und dass wir deswegen nicht die einzigen Personen dort sein würden. Wir bummelten also gemütlich an der Strandpromenade entlang und bestaunten die ausgestellte Kunst. Und nicht nur einmal kam uns der Spruch „Ist das Kunst oder kann das weg?“ in den Sinn. Aber schön anzusehen war das meiste trotzdem. 

Wir suchten uns schließlich noch ein halbsonniges/halbschattiges Plätzchen und ließen uns von der Sonne bescheinen. Genau so hatte ich mir diese Auszeit vorgestellt! Herrlich! (Und trotz Sonnencreme sollte ich mir hier nicht den letzten Sonnenbrand der Reise holen…)

Beim Rückweg stolperten wir noch über ein kleines hübsches Restaurant namens Vans, wo wir uns einen kleinen Snack gönnten. (Ziemlich geile Potato Skin Nachos und Avocado auf Sauerteigbrot.) 

Mit der U-Bahn ging es dann zurück in die Stadt. Zum Abendessen hatten wir einen Tisch bei der Bright Tank Brewing Co. (Brown Street Grill) reserviert. Und zwar aus dem einzigen Grund, weil ich Bock auf Fisch hatte und es auf der Speisekarte, die im Internet zu finden war, richtig geilen auf dem Holzkohlegrill zubereiteten Fisch gab. Dort angekommen hatten sie jedoch eine geänderte Karte und es war leider kein Fisch mehr zu sehen…

Bisschen trotzig bestelle ich viel zu viel anderes Essen, was wir jedoch tapfer aufaßen. (Und es schmeckte auch ziemlich gut.)  

Der nächste Tag brachte dann das Highlight, weswegen ich überhaupt diesen Stopp an der Westküste Australiens eingeplant hatte: Der Ausflug nach Rottnest Island. Landläufig auch als Quokka Island bekannt geworden. Denn diese kleine Insel ist die Heimat der süßen Minikängurus, die vorwiegend deswegen bekannt geworden sind, dass sie immer zu lächeln scheinen. Und auch extrem zutraulich sind – vor allem deswegen, weil sie auf der Insel keine natürlichen Feinde haben. Eigentlich sind die kleinen Beuteltiere nachtaktiv, haben sich aber den Gegebenheiten (und den Touristen) angepasst und sind auch tagsüber anzutreffen.

(Und trotzdem bereue ich es bis heute, dass ich keine Übernachtung auf Rottnest Island gebucht habe. Ich kann es euch jetzt schon sagen – ein Tagesausflug ist NICHT genug.)

Um 9 Uhr ging die Fähre von Fremantle aus. Bevor wir an Bord gehen konnte, gingen wir noch kurz am Infoschalter vorbei, wo wir unsere Tickets bekamen und ein Armband, denn wir hatten zusätzlich noch ein Fahrrad bei der Fährgesellschaft mitgebucht. Die relativ kurze Hinfahrt (ich bin mir nicht mehr ganz sicher – aber es dauerte unter einer Stunde) war nur etwas ruckelig, aber sonst ereignislos. Nach Ankunft bekamen wir je ein Fahrrad, einen Helm und ein Fahrradschloß ausgehändigt. Und schon konnte es losgehen.

Und holla die Waldfee, es war windig. Damit hatte ich absolut gar nicht gerechnet. Und es war auch hügeliger als gedacht. Und ich bin nicht unbedingt die fitteste Person, wenn es ums Radfahren geht… man kann sich denken, wie ich ein wenig geflucht und geschwitzt habe.

Aber die erste Begegnung mit den Quokkas ereilte uns dann am Parker Point – eigentlich ein schöner Aussichtspunkt und ein schönes Fleckchen Strand mit glasklaren Wasser, an dem man auch schön schnorcheln gehen kann. (Wenn man Badekleidung dabei gehabt hätte… hatten wir nicht.)

Drei Quokkas beäugten uns interessiert – oder mehr den Inhalt unserer Rucksäcke. Allerdings wird dringend davon abgeraten, die kleinen Beuteltiere zu füttern. Aber als ich so auf dem Boden saß und völlig fasziniert war und eigentlich nur einen Schluck Wasser aus meiner Wasserflasche nehmen wollte, kam eines der Quokkas auf mich zu, krabbelte auf mir herum und versuchte an das Wasser zu kommen. Ich kippte einen kleinen Schluck auf den Boden aus und es stürzte sich beinahe schon darauf.

Mein Herz ey.

Die Delfine, die danach nur wenige Meter vom Strand entfernt an uns vorbeischwammen, brachten uns das nächste ungläubige Staunen ein. An was für einen zauberhaften Ort waren wir hier nur gekommen?!

Der nächste Stopp war an der Salmon Bay – und dort bekamen wir auch nasse Füße beim Versuch, schöne Fotos zu machen. Die Wellen kamen nämlich höher an den Strand als erwartet… einmal mit Profis.

Als wir schließlich am Wadjemub Lighthouse ankamen, war ich nicht nur ein wenig hangry. Ein Umstand, den meine Begleitung von mir glücklicherweise schon kannte. Also wurde mir praktisch eine Rettungsleine im Form von Keksen zugeworfen, das mich über Wasser halten sollte, bis wir zum nächsten Punkt mit Verpflegung kamen. Nach einer halben Packung Butterkekse ging es mir dann auch schon besser 🙂

Beim Ricey Beach hielten wir nochmal an – ein wunderschöner, ewig langer, fast menschenleerer Strand, wo ich es mir nicht nehmen ließ, die Füße ins Wasser zu halten. Es war zwar frisch, aber nicht übermäßig kalt – und noch einmal verfluchte ich mich dafür, dass ich keinen Bikini eingepackt hatte. Aber gut.

Nach dieser kleinen Abkühlung gab es dann schließlich in einem Restaurant Fish & Chips, Chai Latte, Flat White und einen Quokka, der sich reingeschlichen hatte. (Eigentlich hatte das Restaurant einen Zaun um das Gelände, um Quokkas draußen zu halten. Dieser kleine freche Kerl hatte sich allerdings offenbar nicht daran gehalten und lebte jetzt seinen Traum.)

Und dann mussten wir uns schon wieder langsam auf den Weg zur Fähre machen, denn wir mussten rechtzeitig vorher dort sein, um die Fahrräder wieder zurück zu bringen. Und dann passierte etwas, was mein eindeutiges Highlight des Tages werden sollte.

Neben der Straße am RICG Clubhouse entdeckte meine Begleitung zwei Quokkas. Wir hielten an, stiegen ab und schossen ein paar Fotos. Und dann kam eines der beiden Quokkas auf mich zu, kletterte auf meinen Schoß und gab mir sogar einen Nasenstüber. Ich konnte nicht anders und gab ihm ein wenig Wasser, was er aus meiner Hand trank.

Ich war eindeutig verliebt in dieses kleine Tierchen und hätte noch viel, viel länger dort sitzen können, aber leider drängte die Zeit. Und wenn es erlaubt gewesen wäre, hätte ich es direkt mitgenommen.

Das war ein so schönes Erlebnis, an das ich noch ewig denken werde. (Und eventuell habe ich mir selbst den Titel Quokkaqueen verpasst. Sollte meine Visitenkarte ändern lassen.)

Die Abgabe der Fahrräder verlief problemlos, was man von der Rückfahrt mit der Fähre nicht so sagen konnte. Denn es gab ziemlich starken Wellengang und es wirklich ruckelig. So ruckelig, dass mindestens eine Passagierin sich das Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen musste. Das blieb mir glücklicherweise erspart, obwohl ich nicht den festesten aller Mägen habe… Die Crew verteilte noch Eis am Stiel – ich vermute nicht nur aus Nettigkeit, sondern auch zur Ablenkung. Es war auf jeden Fall lecker.

In Fremantle angekommen stiegen wir auf eine andere Fähre um, die uns nach Perth City brachte. Auf diesem Stück erlebten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang – der perfekte Abschluss für diesen magischen Tag. (Na gut, nicht ganz der Abschluss – den hatten wir erneut im Ribs & Burgers, wo wir uns zum Abendessen einfanden.)

Und was weniger magisch war, war der Sonnenbrand, den wir uns eingefangen hatten – und das, obwohl wir uns wirklich ständig eingecremt hatten. Nun ja, ein kleiner Preis für die tollen Quokkabegegnungen.

Der nächste Tag begann mit einem Frühstück bei Gabes Deli, direkt um die Ecke des Hotels. 

Danach wurde wieder einmal gepackt und es ging mit der U-Bahn zum Flughafen. Nun ja, nicht ganz bis zum Flughafen – zwischendrin mussten wir auf den Shuttlebus umsteigen, da unser Terminal nicht mit der U-Bahn zu erreichen war. Aber dank guter Beschilderung schafften wir auch das.

Als wir dann bei den Qantas-Automaten selbst einchecken wollten, ging das nicht. Online einchecken ging zwar, aber dann ging der Druck der Bordkarten nicht. Nach kurzer Verwirrung und einer Nachfrage bei einer sehr netten Mitarbeiterin klärte sie uns auf, dass wir zum Infoschalter mussten. Denn der Flug, den wir nach Melbourne nehmen würden, galt als international, da er aus London losgeflogen war und in Perth nur zwischenlandete.

Deswegen mussten unsere Dokumente nochmal separat geprüft und Vermerke auf unseren Bordkarten gemacht werden. Gesagt, getan – auch das verlief gut.

Da der Flug als internationaler Flug galt, mussten wir auch durch zwei Sicherheitskontrollen – die erste recht entspannt, wo man auch die Elektronik im Rucksack lassen durfte, die zweite dann strenger mit genauerem Check und Scanner – aber schließlich war auch das geschafft. Und irgendwann saßen wir am Gate, unsere Zeit an der Westküste Australiens war damit auch vorbei.

Und es hatte uns weit aus besser gefallen, als wir gedacht hätten – vor allem Perth hatte uns restlos begeistert. Eindeutig eine Stadt, in der man sich sehr gut vorstellen könnte zu leben … wenn sie nicht so verdammt weit weg von zuhause wäre.

Was wir auf unserem Roadtrip an der Ostküste Australiens erlebt haben, gibt es dann im nächsten Beitrag. (Hoffentlich ein wenig schneller als der letzte. Mea Culpa.)

Die Bilder von Rottnest Island trage ich im nächsten Beitrag nach. WordPress will gerade nicht so, wie ich möchte…

SingaPUR – Komm mit mir ins Abenteuerland…

Was ich nicht bedacht hatte, war, dass der Flug von Colombo nach Singapur nur vier Stunden dauerte. Aufgrund der Zeiten auf dem Ticket war ich von sieben oder acht Stunden ausgegangen… bis mir klar wurde, dass wir natürlich einen Zeitunterschied haben würden, was die tatsächliche Flugdauer drastisch verkürzte. Und so verkürzte sich die Zeit, die ich zum Schlafen eingeplant hatte, auf … nun ja, plus / minus null.

Der Flug an und für sich war jedoch angenehm, es gab etwas zu essen und das on board entertainmentüberzeugte. Schade, dass wir das nur so kurz genießen konnten.

Der Flughafen in Singapur beeindruckte unsere schlafentzogenen Gehirne jedoch mit einer automatischen Grenzkontrolle und einer Gepäckausgabe, die so gut funktionierte, dass wir innerhalb von fünfzehn Minuten (nach Ausstieg aus dem Flugzeug) unser Gepäck hatten.

Und was war das Erste, was wir brauchten?

Natürlich – Kaffee!

Und so suchten wir uns ein Café im Flughafen, wo wir erstmal verschnauften und einen (naja, also nicht so besonders leckeren) Kaffee zu uns nahmen. Die im Voraus gekaufte eSIM (3 GB für ungefähr 7 Euro) funktionierte auch problemlos.

Ich merkte den Schlafentzug vorwiegend daran, dass ich mich über Videos, die zwar lustig, aber nicht SO lustig waren, so sehr beömmelte, dass ich Tränen lachte und mich kaum beruhigen konnte. Ihr könnt euch vorstellen, was für eine angenehme Gesprächspartnerin ich in diesem Moment war…

Dank Grab (einer App wie Uber) waren wir dann auch relativ schnell in unserem Hotel (lyf Farrer Park Singapore) und konnten tatsächlich auch bereits einchecken.

Nach einem ausgedehnten zweieinhalb Stunden Nickerchen fühlten wir uns dann auch bereit die Stadt zu entdecken – oder zumindest Teile davon. Aber zuerst besorgten wir uns noch den Singapore Tourist Passfür den ÖV – in unserem Fall benötigten wir ihn eigentlich nur für den (das?) MRT. Und ich habe selten eine so reibungslos funktionierende, gut ausgebaute U-Bahn erlebt. Die Waggons waren extrem breit, die Stationen waren jeweils sehr gut ausgeschildert und hell und es war herrlich unaufgeregt. Zwei Daumen hoch dafür.

Um Singapur zu entdecken, beschlossen wir (aufgrund unseres Schlafmangels) langsam anzufangen – und zwar mit den vielen unterschiedlichen Malls der Orchard Road.

Das entpuppte sich als eine Explosion für die Sinne – so viele Menschen und so hell und bunt und einfach viel. Aber auch spannend, wie viele Luxusmarken man auf eine einzige Straße quetschen kann…

Wir nahmen noch eine kleine Mahlzeit zu uns und dann besuchten wir noch Decathlon, da wir noch die eine oder andere Kleinigkeit brauchten. Und ich kaufte noch eine Computermaus, da die Bild- und Blogbearbeitung mit dem Touchpad des Laptops einfach nur ein pain in the ass war…

Wir schlenderten noch ein wenig durch die Stadt und nahmen dann den MRT nach Hause, wo wir relativ schnell auch schon einschliefen.

Der nächste Tag begann mit einem frisch gepressten Orangensaft von einem ijooz-Automaten. Für umgerechnet 1.40 Euro bekommt man hier einen erstaunlich leckeren Saft – etwas, das wir in den nächsten Tagen noch oft ausnutzen sollten…

Nach einem Frühstück to go bei einer Bäckerei nahmen wir den Sentosa-Express (für 2 Singapur-Dollar pro Person) zum Aquarium. Und zwar nicht nur irgendein Aquarium, sondern dem stark umworbenen, größten Aquarium in South East Asia.

Da wir auf unseren Reisen bereits einige sehr tolle Aquarien besucht hatten (man denke nur an das Aquarium in Monterey, Kalifornien), waren unsere Erwartungen hoch – und wurden doch etwas enttäuscht. Für den Eintritt von 44 Singapur Dollar (umgerechnet ungefähr 30 Euro) erwarteten wir einiges und waren dann doch nach einer knappen Stunde schon durch. Im Nachhinein hätten wir uns diesen Ausflug sparen können, aber gut…

Wir nahmen den Sentosa Express zurück aufs Festland (die Rückfahrt war gratis) und machten uns auf zur Marina Bay. Dort schlenderten wir ein wenig durch das Einkaufszentrum, tranken ein kaltes Getränk und gingen dann ins Art Science Museum – das ist das berühmte Gebäude in der Form einer Orchidee vor dem Marina Bay Sands Hotel.

Das Museum (48 Singapur Dollar, umgerechnet etwa 33 Euro) war echt interessant und kurzweilig. Meine Highlights waren die Stationen, in denen man Vorlagen ausmalen und einscannen konnte. Daraufhin wurden sie „zum Leben erweckt“ und auf die Wand projiziert, wo sie dann herumschwammen.

Dann gab es noch einen Kaffee im Café des Museums und ein kleines Dessert – und das war beides wirklich ziemlich gut. Nach einem kurzen Abstecher in die Apotheke (ich hatte recht penetrante Kopfschmerzen entwickelt) ging es dann auch schon weiter zu den Gardens by the Bay (Eintritt für Flower Dome + Cloud Forest 32 Singapur Dollar, ca. 22 Euro).

Und das war eindeutig das Highlight des Tages.

In verschiedenen (klimatisierten) Hallen gab es viele tropische Pflanzen und Bäume zu sehen – problemlos verbummelten wir hier mehrere Stunden. Nach einem Abendessen bei Shake Shack schauten wir uns noch die spektakuläre Lichtershow an. Und dann fielen wir auch schon todmüde und mit vielen tollen Erinnerungen ins Bett.

Der nächste Tag begann mit einem leckeren Frühstück (für mich eine Smoothie Bowl, für meine Begleitung gab es Pancakes) und einem soliden Kaffee.

Dann ging es weiter in den Botanischen Garten, der wirklich sehr schön und liebevoll angelegt und viel größer als erwartet ist. Der Eintritt ist gratis, jedoch ließen wir es uns nicht nehmen, auch den Eintrittspreis für den Orchideengarten zu zahlen. Und das hat sich wirklich gelohnt – eine sehr schöne gepflegte Anlage!

Nach einem sehr leckeren (aber auch gehaltvollen) späten Mittagessen im Black Pepper (einem indischen Restaurant) gab es eine Verschnaufpause im Hotel. Und dann ging es für uns zur Night Safari im Mandai Wildlife Reserve, einer Attraktion, die mir von vielen Leuten empfohlen wurde.

Die Anfahrt war recht unspektakulär, auch wenn die Beschilderung zum Shuttle Bus an der MRT-Station ein wenig besser hätten sein können.

Man merkte jedoch recht schnell, dass die Night Safari kein Geheimtipp mehr ist – es waren wirklich VIELE Menschen da. Wir begannen mit einer Show, in der verschiedene Tiere vorgestellt wurden. Und hier fragten wir uns wirklich, ob das sein muss – und ob das so gut für die Tiere ist, wenn sie auf einer Bühne vorgeführt werden, zudem noch mit Lichteffekten und einem relativ hohen Geräuschpegel.

Der Rest der Night Safari war aber echt schön gemacht. In Wägen wurde man einmal durch den Park gefahren, vorbei an den Gehegen der Tiere. Und es gab wirklich viele Tiere zu bestaunen – nicht nur …, sondern auch ….

Danach konnte man auf den verschiedenen Trails auf eigene Faust den Park erkunden. Und das war eigentlich der Teil, der am tollsten war. Im Dunkeln, nur im Schein der Laternen durch den Park zu stiefeln, war wirklich sehr schön.

Die Heimfahrt verlief problemlos – nur die Nacht sollte recht kurz werden, denn der Flug ging am nächsten Tag bereits gegen 11 Uhr.

Am Flughafen angekommen checkten wir am Self Service Kiosk von Scoot ein – oder versuchten es zumindest. Wir hatten im Vorfeld unsere Plätze gebucht, doch auf der Anzeige standen plötzlich komplett andere Sitze. Und auch noch dreißig Reihen voneinander getrennt. Ein netter Mitarbeiter half uns schließlich – wir sollten einfach einchecken, unser Gepäck abgeben und dann am Schalter nachfragen.

Bevor wir das aber tun konnten, mussten wir erst noch ein paar Probleme lösen, die die automatische Gepäckabgabe mit unseren Rucksäcken hatte (der Strichcode wurde von der Maschine nicht gut gelesen), aber irgendwann war auch das geschafft.

Die Dame am Schalter half uns schnell und unkompliziert und machte sogar noch den document check für den Abflug nach Australien, aber besonders freundlich war sie nicht. Aber gut. Hauptsache uns wurde geholfen.

Anschließend machten wir noch einen Ausflug zu Terminal 2, gaben wir unseren Singapore Tourist Passzurück und machten uns dann auf den Weg zum Gate. Eine Weile verplemperten wir noch bei Kaffee und Frühstück bei Starbucks, bevor es dann wirklich zum Flugzeug ging. Die Sicherheitskontrolle war direkt am Gate und auch hier durften wir ohne größere Vorkommnisse passieren.

Und schließlich saßen wir.

Und auf dem Flug merkte man dann doch, dass Scoot eine Billigairline war – es gab keine kostenlosen Getränke, geschweige denn kostenloses Essen (und das bei einem 5-Stunden-Flug) und on-board-entertainment gab es auch nicht. Aber gut, ich vertrieb mir die Zeit mit Schlafen, lesen und Sudoku spielen. Ging auch.

Und dann… berührten unsere Füße das erste Mal australischen Boden. Aber dazu mehr im nächsten Blogeintrag…

Sri Lanka – Keep calm and curry on

Wegen mehrfacher Nachfrage von verschiedenen Personen (mal mehr, mal weniger geduldig), hier endlich der Beitrag zum ersten Teil der Reise. Und diese begann für uns in Sri Lanka. 

Alles begann mit dem Hinflug mit Vistara ab Frankfurt am Main, mit Zwischenstopp in Mumbai. So viel gibt es hier gar nicht zu erzählen, nur, dass ich am Flughafen sehr froh war, dass wir Premium Economy gebucht hatten und somit einen eigenen Schalter zum Einchecken hatten: die Schlange für die „normale“ Economy Class ging nämlich einmal durch das gesamte Terminal.

Der Flug mit Vistara hat mich wirklich überzeugt – leckeres Essen, tolles on board entertainment und (zumindest für mich) genug Beinfreiheit.

Der Zwischenstopp in Mumbai hatte noch ein paar Highlights zu bieten. Nicht nur einen Automaten, an dem man sich das Wifi-Passwort ziehen konnte, sondern auch die erste Kakerlake der Reise (yay) und einen Ausflug zu McDonalds, weil sich der kleine Hunger meldete. Und dort gab es tatsächlich einen Burger mit Paneer! Dieser musste natürlich probiert werden, denn… Paneer. Und, was soll ich sagen – er war spicy. Aber lecker. Aber spicy.

Die Ankunft in Colombo war dann doch nochmal ein Fest für alle Sinne. Es war nämlich warm und laut und irgendwie alles sehr viel. Zudem war der SIM-Karten-Kauf ein Erlebnis. Es gab vor der Immigration einen kleinen Counter mit ein paar fleißigen Damen, die die ganze Menschentraube abfertigten. Und das erstaunlich effizient. 30 GB Daten für 30 Tage kosteten hier 9 Dollar. Und man kann sagen, was man möchte, aber das Netz und die mobilen Daten funktionierten die gesamte Reise über sehr gut. (Sogar in eher abgelegenen Gebieten hatte ich besseres Internet als auf der Zugfahrt von Freiburg nach Basel. Was auch immer das aussagt…)

Nachdem wir dann auch gerafft hatten, dass wir noch eine Arrival Card für die Einreise ausfüllen müssen, ging die Immigration dann auch sehr einfach. Mit einem Stempel reicher im Pass ging es dann in die Ankunftshalle.

Während ich dann so dastand, weil meine Begleitung noch Bargeld am ATM abheben musste, quatschte mich ein Amerikaner an, der einen Wifi-Hotspot von mir haben wollte. Ich lehnte höflich ab (nicht nur, dass ich niemanden Zugriff auf mein Handy geben möchte, auch weil es Gratis-Wifi am Flughafen gab). Was dazu führte, dass er mich als „stupid bitch“ bezeichnete. Natürlich ein komplett normales Verhalten. Komischer Typ ey.

Eine Taxifahrt später checkten wir dann in unser Hotel ein – ins Granbell Hotel, direkt am Meer. Ein sehr schönes Hotel, mit einem kleinen Café in der Lobby, einem schönen großen Zimmer mit einem tollen Bad und einer Toilette mit Bidetfunktion, die für viel Erheiterung sorgte. Und einer Dusche mit ordentlich Druck auf der Wasserleitung – etwas, an das ich im Verlauf der Reise öfter zurückdenken würde…

Abends ging es dann ins hoteleigene japanische Restaurant, wo ich den wohl leckersten gebratenen Tofu aller Zeiten (serviert mit Teriyaki-Sauce) gegessen habe. Eine Flasche Lion Larger Beer und ein wunderschöner Sonnenuntergang rundete die Ankunft ab.

Am nächsten Tag beschloss der Jetlag, einfach hart bei mir zuzuschlagen, weswegen ich kaum aus dem Bett kam. Allerdings musste ich – denn um 9 Uhr hatten wir (via Tripadvisor) eine Stadtrundfahrt gebucht. Zum Glück gab es überraschend guten Kaffee. 

Unser Fahrer (Romesh) erwies sich als wirklich netter Zeitgenosse, der uns in den nächsten vier Stunden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zeigte.

Unter anderem folgendes:

  • Temple of Sri Kailawasanathan Swami Devasthanam Kovil
  • Old Town Hall
  • Independence Memorial Hall
  • Kaymans Gate Belltower
  • Colombo Fort
  • Colombo Fort Railway Station (Hier half uns Romesh sogar noch, die online gekauften Tickets für den nächsten Tag in richtige Tickets umzutauschen. Etwas, das mir bereits ein wenig Sorgen bereitet hatte. Zwei Daumen hoch für diesen extra Service!)

Es gab noch einen kleinen Snack (mit Hühnchen gefüllte frittierte Bällchen – es roch sehr lecker, auch, wenn ich es nicht essen konnte) und ein Mittagessen.

Danach ging es zurück ins Hotel – erstmal duschen und dann wurde der Hotelpool auf dem Dach ausgiebig getestet.

Ein Abendessen später fiel ich dann auch schon wieder todmüde ins Bett. Etwas, das sich regelmäßig in den nächsten Tagen der Reise wiederholen sollte (Spoileralarm!).

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Aufbruchs. (Wow. Was für ein Satz. Tut mir leid, da hat mich meine dramatische Seite wohl kurz mitgerissen…)

Für uns ging heute weiter nach Kandy. Und zwar via Zug. Und zu dem mussten wir jetzt erstmal hinkommen – also buchten wir eine Fahrt über PickMe (dem srilankesischen Uber sozusagen). Leider cancelte der Fahrer die Fahrt spontan einfach wieder, was dazu führte, dass wir spontan auf ein Tuktuk umsatteln mussten.

Die vorher verhandelten 1500 LKR (umgerechnet ungefähr 5 Euro) wurden dann spontan auf 2500 erhöht… aber wir hatten ein wenig Zeitdruck und (ehrlich gesagt) keinen Bock auf Stress. Also zahlten wir es, wie die dummen Touristen, die wir nun mal sind 🙂

Der Zug war fast pünktlich (also pünktlicher als die Deutsche Bahn…) und die Fahrt war recht angenehm. Wir fuhren in der 1. Klasse mit reservierten Sitzplätzen und es gab sogar Klimaanlage. Man konnte Wasser und Snacks an Bord kaufen, wir hatten aber Cracker und trockene Schokocornflakes in weiser Voraussicht eingekauft. Zudem literweise Wasser. Ging auch ganz gut so.

Die Tuktuk-Fahrt vom Bahnhof zum Hotel war unspektakulär und recht günstig (aber meine Perspektive ist hier auch sehr einseitig geprägt, glaub ich – was ist schon günstig?) – 500 Rupien für 800 m.

Was ein großer Pluspunkt am Hotel war, war, dass wir direkt einchecken und das Zimmer beziehen konnten, obwohl wir viel zu früh dran waren. Das Zimmer war groß und halbwegs sauber. Leider durften die Fenster nicht geöffnet werden, weil sonst die Affen reinkommen könnten… da hab ich noch drüber gelacht. Wie naiv ich war…

Haben dann über unseren Tuktuk-Fahrer eine Stadtrundfahrt gebucht… und die erwies sich einfach als große Touristenfalle. Aber der Reihe nach.

Der erste Tempel (Big White Buddha) war super, auch wenn die Steinplatten sehr heiß waren (man zieht ja schließlich die Schuhe aus, bevor man einen Tempel oder eine Tempelanlage betritt). Aber es war sehr beeindruckend und der Blick war traumhaft. (Eintritt 300 Rupien pro Person) 

Zurück beim Tuktuk bekamen wir eine Mangostane (die ein wenig aussieht wie eine Litschi), die erstaunlich lecker war.

Danach ging es zum Herb & Spice Garden. Wir wurden von einem ayurvedischen „Arzt“ in Empfang genommen, der uns durch den Park führte. Die Erklärungen hier waren ja noch ganz spannend und es war cool, zum Beispiel mal eine Currypflanze in echt zu sehen.

Der Garten gehört angeblich zur angebundenen Ayurveda-Schule und ist komplett gratis. Sie finanziert sich nur durch Spenden. (Angeblich. Wie gesagt – ob das stimmt konnten wir leider nicht nachprüfen.)

In der offenen Küche bekamen wir noch etwas typisch Sri Lankesisches zu essen (ein Brot aus 50% Kokosnussmehl & 50% Reismehl, mit kleingehackter Kokosnuss, Chili, Tomaten, Salz, Limette, Zwiebeln), was lecker war aber … also … hygienische Zubereitung sieht anders aus. Aber wir beschlossen, einfach nicht genau drüber nachzudenken und es einfach zu essen.

Danach gab es noch eine Massage, die ungefähr 20 Minuten dauerte und nicht direkt unangenehm, aber auch nicht wirklich angenehm war.

Anschließend wurde um Spenden „gebeten“ (also eigentlich wurde es erwartet) und es gab einen Ausflug in den Shop, wo komplett überteuerte Heilsalben angeboten wurden.

Spätestens hier begann meine Laune den Tiefflug anzutreten…

Wir versuchten uns gegenseitig noch zu motivieren – vielleicht war der Garten nur ein Ausrutscher gewesen. Die nächsten Stopps würden bestimmt besser werden.

Was waren wir naiv.

Die nächste Haltestelle war ein Gem „Museum“ (in großen Anführungszeichen), wo wir einen 9minütigen Film über den Juwelenabbau zu sehen bekamen (mit einer schwäbischen Sprecherin, was für ungewollte Heiterkeit sorgte). Der Film war tatsächlich sehr informativ und zeigte (wie ich fand) gut die Gefahren auf, die beim Edelsteinabbau so lauerten. Anschließend gab es noch eine kleine Führung durch die Herstellung, also dem Teil des Betriebes, in dem die Edelsteine geschliffen und in Schmuckstücke eingesetzt werden. Dieser Teil dauerte ungefähr vier Minuten und dann ging es – natürlich – in den Shop. Als wir kein wirkliches Interesse daran zeigten, etwas kaufen zu wollen, wurde mir noch berichtet, dass es auch tolle Anhänger für nur 12 bis 15 Dollar geben würde. Ich lehnte höflich, aber bestimmt ab, was den Verkäufer sichtlich verärgerte. Er begleitete uns nicht einmal mehr nach draußen, sondern machte praktisch auf dem Absatz kehrt und verschwand.

Danke für Nichts.

Danach ging es zum nächsten Highlight – einer Teefabrik. Natürlich mit – Trommelwirbel bitte – einem anschließenden Shop. Zwar war die kurze Führung durch die Teeherstellung wirklich spannend, aber es war einfach von Anfang an klar, dass es nur um den Verkauf ging. Meine Begleitung, der einfach ein zu guter Mensch ist, kaufte dann aus Gefälligkeit ein Beutelchen Tee für 5000 Rupien… und die Verkäuferin war auch noch angepisst, dass er nicht mehr genommen hatte.

Ab diesem Punkt hatte ich eigentlich WIRKLICH überhaupt keine Lust mehr.

Es ging durch den dichten Verkehr (und viele Abgase) zurück nach Kandy, denn die Teefabrik lag ungefähr 11 km außerhalb der Stadt, hin zum Kandy Viewpoint, einem Aussichtspunkt mit netten Blick über die Stadt. Mit besserer Laune wäre ich vermutlich wirklich begeistert gewesen – so war es jedoch nur ein Pflichtpunkt, den ich abhaken wollte.

Ich machte jedoch trotzdem pflichtschuldig ein paar Fotos. Der Tuktuk-Fahrer, dem meine Laune offenbar aufgefallen war, redete auch nur noch mit meiner Begleitung. Offenbar hatte er Angst, was ich sagen könnte, wenn ich nach meiner Meinung gefragt werden würde…

Danach ging es zu einem weiteren Tempel, auf den ich mich eigentlich gefreut hatte, den The Temple of the Sacred Tooth Relic, wo angeblich einer von Buddhas Zähnen aufbewahrt wird. Doch meine Laune war wirklich einfach am Tiefpunkt angelangt.

Man musste durch den Haupteingang und durch einen Metalldetektor. Zudem wurden die Taschen geröngt. Danach musste man die Schuhe abgeben (natürlich, es war ja noch immer eine heilige Stätte), was eigentlich gratis war, aber es wurde um Spenden gebeten. Hier hatte ich noch eine Begegnung mit einer Gruppe unfreundlicher, ein wenig rüpelhafter Russen… das half der Laune halt auch nicht.

Der Eintritt in den Tempel kostete dann nochmal 2000 Rupien Eintritt pro Person… man merkt, es läppert sich.

Und für das, was dann geboten wurde (sehr viele Menschen, keine Erklärungen, nichts) war es wirklich übertrieben. Mir hat es leider gar nicht gefallen. Und den Zahn hat man auch nicht zu Gesicht bekommen. Für mich persönlich eine große Enttäuschung.

Zurück beim Tuktuk brachte uns der Fahrer wieder ins Hotel. Dort wurde erstmal ausgiebig geduscht (seit der Massage im Herb Garden waren wir nämlich ölig und ziemlich verschwitzt). Anschließend machten wir eine kleine Lagebesprechung und tauschten uns über den Tag aus.

Zum Abendessen gab es ein leckeres Veggiesandwich, Pepsi und einen Chai Tee im „The Garage Café“ nur wenige Meter weiter.

Den Tag, der so viele unterschiedliche Gefühle in mir geweckt hatte, ließen wir dann mit einem Bier auf der Dachterrasse gemütlich ausklingen. So hatte der Tag doch noch etwas Gutes.

Am nächsten Tag war ausschlafen angesagt, das mit einem anschließenden Frühstück  in unserem neuen Stammlokal „The Garage Café“ mit Spiegelei mit Toast gekrönt wurde. Leider war der Avocadotoast (den ich eigentlich haben wollte) und die Pancakes (die ich als zweite Wahl haben wollte) ausverkauft.

Dann ging es für uns weiter zum nächsten Stopp der Reise – und vermutlich der Stopp, auf den ich mich am meisten gefreut hatte. Es ging nach Kegalle, denn wir hatten eine Nacht im „Elephant Freedom Project“ gebucht.

Gegen 11 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt, einem jungen Burschen, der nur wenig Englisch sprach. Aber da weder meine Begleitung noch ich so wirklich gut im Smalltalk sind, war uns das eigentlich ganz recht.

Die Fahrt war recht unspektakulär – bis auf die letzten Meter. Es gab nämlich eine recht steile Anhöhe zum Anwesen des Elephant Freedom Projects… und die packte sein Auto einfach nicht. Also mussten wir (und unser Gepäck) aussteigen und er schaffte es (mit ein wenig Starthilfe von zwei weiteren Männern) dann doch noch nach oben.

Wir wurden sehr nett von den Mitarbeiterinnen des Projektes begrüßt und bekamen erstmal Tee serviert. Dann war auch schon recht schnell unser Zimmer für die Nacht fertig… was ein wenig ernüchternd war. Dass es nur eine kalte Dusche geben würde, hatte ich bereits im Vorfeld gewusst. Dass es aber auch keine Klimaanlage gab oder einen Ventilator, der wirklich etwas nutzte – das war neu. Und sollte die Nacht recht tropisch machen…

Dann gab es ein leckeres, hausgemachtes Mittagessen mit viel Reis und Curry. Anschließend gab es ein Informationsvideo über das Projekt – wie es gegründet wurde und warum sie es als notwendig erachtet hatten, so ein Projekt ins Leben zu rufen. Viele Elefanten auf Sri Linka werden in holzverarbeitenden Betrieben eingesetzt oder als Reittiere für Touristen. Beides „Berufszweige“, die mit harter Arbeit und nicht selten körperlichen Misshandlungen der Elefanten einhergehen. An manchen Orten werden die Elefanten auch so kurz angekettet, dass sie praktisch keinen Bewegungsspielraum haben. Es ist wohl keine Seltenheit traumatisierte, misshandelte Tiere anzutreffen.

Spannenderweise sind die beiden Elefanten, die im Projekt leben, nur gemietet – die Besitzer bekommen monatlich Geld vom Projekt, was auch der Grund ist, warum sie sie nicht verkaufen wollen. Sie wollen schlicht und ergreifend ihr festes Grundeinkommen nicht verlieren. Was aber auch bedeutet, dass ihr schönes Leben vorbei wäre, wenn das Projekt die monatliche Miete einmal nicht aufbringen könnte. (Und so ein Elefant ist nicht billig – mit Miete, Futter und medizinischer Versorgung sind es im Schnitt 3500 USD pro Monat, die pro Elefant aufgebracht werden muss. In einem Land wie Sri Lanka, wo der monatliche Verdienst ungefähr 300 USD sind (wenn meine Quellen stimmen) eine ungeheure Summe.) 

Und danach ging es los zu den Elefanten: Manike und Kumari. Wir trafen die beiden am Fluss, wo sie schon dabei waren zu baden. Wir durften sie mit Kokosnussschalen abschrubben und sie auch streicheln. Und diese sogenannten Dickhäuter haben eine sehr sensible Haut… lässt sich wirklich schön anfassen.

Was ich noch sehr berührend fand, ist die Verbindung, die der Mahout Chooti mit Manike hat. Die beiden sind nämlich bereits seit über 30 Jahren ein unzertrennbares Gespann. Und egal, wo Chooti hingeht, Manike folgt ihm. Und zwar wortwörtlich. 

Ich weiß nicht genau, was die beste Übersetzung für „Mahout“ ist – auf Englisch sagt man elephant keeper.

Nach dem Bad ging es dann auf einen kleinen Spaziergang. Wir durften die Elefanten noch mit Mangostücken füttern und bekamen noch viele spannende Fakten erzählt – nicht nur über Elefanten, sondern auch über die dort ansässige Flora und Fauna.

Zurück in der Unterkunft gab es erstmal eine kalte Dusche (und bei den Temperaturen war das tatsächlich ziemlich großartig) und Abendessen. (Und einem Tausendfüßler, der es sich bei uns im Bad bequem gemacht hatte…)

Und dann ging es hinein in eine (wie schon erwähnte) sehr, sehr tropische Nacht mit wenig Schlaf. Aber der großartige Tag mit den faszinierenden Tieren war es wert.

Der nächste Morgen begann erneut mit einer Dusche und Frühstück. Und schon ging es wieder zurück nach Kandy.

Nach einem kalten Getränk (natürlich im „The Garage Café“) ging es mit einem anderen Fahrer weiter nach Ella, das ungefähr drei Stunden entfernt im Landesinnere lag.

Unser Fahrer war ein sehr unterhaltsamer Zeitgenosse, der sehr (auch geschichtlich spannende) Dinge über Sri Lanka erzählen konnte. Leider konnte ich dem Gespräch nicht allzu lange folgen – wegen der kurvigen Straßen hatte ich Vomex eingeworfen, das mich immer sehr müde macht. Daher verschlief ich beinahe die ganze Fahrt und wurde nur passend zur Toilettenpause wach.

Unsere Unterkunft in Ella wirkte auf den ersten Blick sehr paradiesisch – etwas abseits der Hauptstraße mit einem schön angelegten Garten und einem Zimmer mit kleiner Terrasse und Liegemöglichkeiten. Auf den zweiten Blick bemerkten wir dann den leicht modrigen Geruch im Zimmer und die dampfige Luft. Auch die Dusche hatte bereits bessere Tage gesehen – von dem kaum vorhandenen Wasserstrahl mal abgesehen…

Aber nun gut – andere Länder, andere Sitten.

Der Tag verlief unspektakulär. Ich hatte mir in Kandy einen hartnäckigen Husten eingefangen, der immer schlimmer wurde. Also war das größte Highlight des Tages eigentlich das Abendessen. Ich wollte eigentlich den „besten Avocado-Toast der Insel“ (laut Google) probieren, doch der war leider ausverkauft. Also gab es Shakshuka, das überraschend gut war. 

Den Abend verbrachte ich mit Netflix im Bett. Tat auch gut.

Am nächsten Morgen gab es ein leckeres, hausgemachtes Frühstück in der Unterkunft – allerdings viel zu viel. Und so lecker Schwarztee auch ist, so langsam machte sich Sehnsucht nach einer guten Tasse Kaffee in mir breit… 

Mein Husten war schlimmer geworden und inzwischen hatte sich auch Schnupfen dazugesellt. Aber wir wollten trotzdem ein wenig was von der Gegend sehen, also beschlossen wir, den „Little Adams Peak“ zu besteigen.

Der Weg verlief am Anfang hübsch durch Teeplantagen und dann immer schön stetig zum Gipfel. Zudem konnte man sich nicht verlaufen – zum einen gab es Schilder, zum anderen musste man nur den Touristen folgen. Nach einem knapp einstündigen Spaziergang (vom Stadtzentrum aus gerechnet) waren wir dann am Gipfel. Und die Aussicht war wirklich sehr schön – dafür hatte sich der Anstieg gelohnt. Auch, wenn ich inzwischen keuchte wie so eine alte Dampflokomotive…

Beim Abstieg kamen wir am 98 Acres Resort & Spa vorbei, wo wir uns einen leckeren Mocktail bei einer wirklich spektakulären Aussicht gönnten. Zudem gab es dort eine süße Katze, die man nebenbei noch gratis streicheln konnte 🙂

Zurück in Ella gab es ein frühes Mittagessen und diesmal konnte ich tatsächlich den besten Avocadotoast der Insel ergattern. Und was soll ich sagen? Er war wirklich lecker.

Den Nachmittag verbrachte ich erneut mit Netflix im Bett, wo ich zwischendurch ein paar kleinere Nickerchen einschob. Denn am Abend wollte ich fit sein – wir hatten nämlich einen Kochkurs gebucht.

Meine Begleitung (die deutlich fitter war als ich) wanderte derweil zur Nine Arch Bridge, der wohl berühmtesten Brücke Sri Lankas. Wenn man das Glück hat an Zugtickets von Kandy nach Ella (immer wieder als eine der schönsten Bahnstrecken der Welt gekrönt) zu kommen, überquert man diese Brücke auch. Aber auch als Fußgänger offenbar ein sehr schöner Anblick.

Der Kochkurs im „Ella Spice Garden“ mit Chef Theeka war eine unglaublich tolle Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann.

Zuerst gab es eine Führung durch den Garten, wo uns mit viel Ironie und Witz die Fauna erklärt wurde. Dann ging es in die offene Outdoorküche.

Wir waren eine Gruppe von 10 Leuten (fast alles Deutsche, bis auf ein französisches Pärchen) und wurden in Zweiergruppen eingeteilt. Jede Gruppe durfte dann ein Gericht kochen. Wir waren Team Garlic Curry – und da, wo Garlic draufsteht, ist definitiv auch Garlic drin! In diesem Falle waren es ganze 100 Zehen – in Worten: einhundert. Ja, so haben wir auch geschaut.

Es gab verschiedene Gerichte:

  • Reis mit verschiedenen Gewürzen
  • Garlic Curry
  • Coconut Rotti
  • Dhal Curry
  • Coconut Sambol
  • Eggplant Pickle
  • Papadam

Außerdem durfte jeder von uns mal ganz traditionell eine Kokosnuss raspeln. Dinge, die man im Leben einfach mal getan haben musste… 

Theeka machte viele Fotos und Videos und teilte anschließend auch sein Kochbuch mit uns. Wirklich ein unglaublich sympathischer Zeitgenosse, mit dem an sicher auch Nächte durchquatschen könnte.

Das Essen schmeckte vorzüglich und wir wurden alle mehr als satt.

Glücklich und zufrieden kugelten wir nach Hause und fielen ins Bett.

Der nächste Morgen war, mal wieder, geprägt von Aufstehen, Packen, fertigmachen. Oh, und natürlich Frühstück. Diesmal traditionell mit Dal – nicht ganz so meins zu so früher Stunde, aber meiner Begleitung schien es zu schmecken.

Dann ging es mit einem Fahrer zu unserem nächsten Stopp – Heriketiya, ungefähr wieder drei Stunden entfernt und direkt am Meer. Beliebt bei Touristen und vor allem bei Surfern. Die Fahrt verging wieder wie im Flug – Vomex sei Dank 🙂

Unsere Unterkunft lag ungefähr fünf Minuten Fußweg vom Strand entfernt, mitten im Dschungel und war wirklich toll – ein sehr großes Bett mit funktionierenden (!) Moskitonetzen und einem kleinen Balkon, von wo aus man direkt in die Natur sehen konnte. Obwohl ich ziemlich müde und erkältet war, wollte ich trotzdem direkt an den Strand. Am Meer ist einfach alles immer besser.

Und die wunderschöne Bucht ließ keine Wünsche offen. Feinporiger Sand, Wellen, warmes Wasser, Bars … was will man mehr? Wir ließen uns noch einen Mocktail in einer Hotelbar schmecken und gingen dann wieder zurück ins Zimmer, wo ich den Nachmittag damit verbrachte, meine Erkältung zu pflegen.

Am Abend schleppte ich mich dann aber doch nochmal raus, um bei Malu Poke (in zweiter Reihe vom Strand entfernt) eine sehr leckere Tofubowl mit Teriyaki-Sauce zu essen. Als Nachtisch gab es eine gefrorene Banane mit Schokoladenüberzug.

Damit ließ es sich gleich doppelt so gut schlafen…

Der nächste Morgen begann früh – und das nicht nur, weil ich die halbe Nacht mit Husten wachgelegen hatte. Denn eine Sache stand noch auf der imaginären ToDo-Liste: im Meer baden gehen. Und da wir am Mittag bereits zu unserem letzten Stopp weiterziehen mussten, musste das eben früh am Morgen sein.

Und wir wurden nicht enttäuscht.

Das Wasser hatte Badewannentemperatur und wir waren nicht die einzigen Menschen, die die Idee gehabt haben, baden (oder surfen) zu gehen. Und so konnten wir den Morgen perfekt beginnen. Danach gab es noch ein leckeres Frühstück mit Pancakes und Avocadotoast und eine kalte (aber sehr erfrischende) Dusche.

Meine Begleitung beschloss noch heldenhaft einen ATM suchen zu gehen, damit wir mit genügend Bargeld versorgt waren. Ich nutzte die Zeit, um schon mal zu packen. Während ich gerade meine Badekleidung auf dem Balkon zusammensammelte, war ich Zeugin, wie ein Affe einfach auf den Balkon sprang und zielsicher in unser Zimmer lief – direkt zum Mülleimer. Dort wühlte er erst einmal herum. Da wir jedoch nichts Spannendes dort hereingeworfen hatten, suchte er sich ein neues Ziel – und das schien mein Handy zu sein, das an der Steckdose zum Laden hing. Das fand ich wiederum nicht so lustig und ich versuchte ihn zu verscheuchen – was den kleinen Mistsack dazu veranlasste, mich mit Fauchen und Spucken anzugehen. Ich ließ eventuell einen kurzen Schrei los, was einen der Hotelangestellten auf den Plan rief. Gerade, als er mir zu Hilfe eilen wollte, beschloss der Affe abzuhauen.

Zum Glück.

Ich hatte wirklich einen Moment lang richtig Schiss vor dem Tier.

Mit diesem kleinen Adrenalinschub ging das Packen dann auch direkt viel schneller von der Hand.

Der letzte Stopp auf unserer Sri Lanka Reise war Galle. Ein schöner Ort im Süden, der vom Tsunami 2004 sehr schwer betroffen gewesen war.

Die Haupttouristenattraktion ist das Fort, ein Stadtteil, der sehr holländisch geprägt ist und in dem es sehr viele kleine Restaurant, Cafés und Geschäfte gibt. Unser Hotel lag ungefähr fünf Gehminuten von dort entfernt – und es war einfach das beste Hotel auf der gesamten Reise.

Ein sehr herzlicher Empfang, sehr schöne Ausstattung, italienischer Kaffee (die Besitzerin ist Italienerin) und ein großes Zimmer mit einem großartigen Badezimmer. Die Dusche war ein gottverdammter Traum und ich habe viel zu viel Zeit darunter verbracht. Einfach nur, weil ich es konnte.

Gegen Spätnachmittag schlenderten wir dann durch das Fort, aßen noch ein Eis und bestaunten die riesige Festungsanlage und den Leuchtturm. Unser Abendessen nahmen wir im Ocean Bistro By Starbeans im Old Dutch Hospital ein, wo wir nicht nur hervorragend speisten, sondern bei ein paar Mocktails und Livemusik auch noch gut unterhalten wurden.

Der Heimweg war dann für mich schon wieder ein wenig zu gruselig – aber zum Glück dauerte der ja nur kurz. Die Nacht war sehr angenehm (dank Klimaanlage), aber wurde bei mir durch den Husten immer wieder unterbrochen.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Aufbruches – und diesmal wirklich und nicht aus dramaturgischen Zwecken. Da unser Flug kurz nach Mitternacht von Colombo aus abfliegen sollten, hatten wir uns dafür entschieden, erst spät in Galle loszumachen, um möglichst wenig Zeit am Flughafen verbringen zu müssen. (Spoiler: Schafften wir auch nur so semi.)

Also frühstückten wir erst gegen neun Uhr – und meine Güte, was für ein Frühstück! Es gab Toast mit Marmelade, Eier (entweder als Spiegelei, Rührei oder Omelette) und eine Waffel mit frischem Obst. Außerdem Cappuccino.

Es war ein Gedicht und ließ keine Wünsche offen.

Danach wurde die Dusche nochmal ausgenutzt und die Zeit damit verbracht, die Koffer und das Handgepäck bereits für den Flug strategisch klug zu packen. Die Zeit nach dem Check-out verbummelten wir in der Hotelbar, wo wir dann auch jeweils eine Gratiskokosnuss zum Trinken bekamen. Der Service in diesem Hotel war einfach toll!

Schließlich aßen wir noch eine Kleinigkeit im „Hungry Restaurant“, einer Lokalität, die ich ansonsten niemals betreten hätte. Sie sah nämlich aus wie ein Loch – entschuldigt bitte die Wortwahl, aber es war einfach so. Aber der Service war sehr aufmerksam und freundlich und das Essen war sehr lecker und günstig. Für zwei Getränke, eine riesige Portion Nudeln mit Gemüse und frittierten Bananen zahlten wir umgerechnet 8.50 Euro. Zwei Daumen hoch. Dort würde ich jederzeit wieder essen gehen.

Gegen 16 Uhr wurden wir dann von unserem Fahrer abgeholt. Die zweistündige Fahrt zum Flughafen war unspektakulär und wir vertrödelten sehr viel Zeit in der Abflughalle vor dem ersten Sicherheitscheck, denn der CheckIn für unseren Flug war noch nicht offen.

Zum Glück gab es Toiletten, einen kleinen Laden mit Snacks und Getränken, Wifi und Sitzplätze. Mehr gibt es eigentlich auch gar nicht zu erzählen – meine Laune war wegen der Müdigkeit ausbaufähig 🙂 Auch, dass es beim Burger King keine vegetarischen Optionen mehr gab und wir deswegen auf eine ekelhafte Pizza bei PizzaHut ausweichen mussten, half da nicht. Und auch nicht, dass es am Gate keine Toilette mehr gab…

Aber gut. Irgendwann saßen wir im Flugzeug von Singapore Airlines und flogen unserem nächsten Stopp entgegen.

Hier gibt es wohl keine großen Überraschungen, steckt es ja schon im Namen – für uns ging es weiter nach Singapur. Aber was wir da so alles erlebt haben, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag…

Mein Fazit zu Sri Lanka. Es ist eine wunderschöne Insel mit einer reichhaltigen Geschichte, faszinierender Natur, einer Artenvielzahl in Flora und Fauna, die man kaum glauben mag, und mit sehr vielen netten Menschen. Ich habe die Einheimischen in den meisten Fällen als sehr freundlich, interessiert und offen erlebt. Leider haben wir (gerade in Kandy) auch die andere Seite erlebt.

Für die Städte würde ich wohl nicht nochmal nach Sri Lanka kommen, aber für die Natur (und die Strände) auf jeden Fall wieder.

Ein faszinierendes Land mit vielen Facetten. Auf jeden Fall ein guter Start für diese Reise.

MEINE 90-TAGE-CHALLENGE – WOCHE 13

Wahnsinn, jetzt ist es soweit – ich berichte euch von meiner letzten Woche! Und zwar praktisch „live“, denn während ich diesen Beitrag schreibe, befinde ich mich an Tag 90. Und das bedeutet: Ich hab die Challenge durch. Erstmal erzähle ich euch, wie meine Woche so verlaufen ist und dann ziehe ich noch ein kurzes Fazit.

Tag 85: Workout Eval (4 Übungen, 5 Sätze pro Übung, 30 Sekunden Training, 30 Sekunden Pause) – Auch hier hätte ich wieder in Level 3 aufsteigen können, aber … ich wollte nicht. Vielleicht probiere ich die Übungen einfach mal aus Jux und Tollerei aus, aber auch in der Abschlusswoche hab ich auf Level 2 weitertrainiert.

Tag 86: Workout Opus (4 Übungen, 5 Runden, 45 Sekunden Training, 15 Sekunden Pause) – Opus ist eines der schlimmsten Workouts (für mich) … 45 Sekunden Training wirken nicht viel, aber wie sehr ich die letzten 20 Sekunden auf der Uhr gehasst habe…

Tag 87: Abschluss-Check Teil 1 – Hier sollte man sich Gedanken machen, wie sich die eigene Einstellung zu Fitness in den letzten Monaten verändert hat und ob man mehr Energie verspürt. Das hab ich alles in meinem Fazit zusammengetragen.

Tag 88: Workout Ruckus (20 Minuten, 4 Übungen, so viele Runden, wie man schafft) – Mein Bruder notiert während meiner Workouts immer meine Zeiten und Runden. Und es gibt nichts, was ich mehr hasse, als wenn mich jemand bei meinem Training anfeuert. Manchmal macht er es dann doch und … dummerweise funktioniert es dann auch noch. Hmpf.

Tag 89: Workout Tyrant (6 Runden, 4 Übungen mit festgesetzten Wiederholungen; notiere die Zeit, die man für die Wiederholungen braucht) – Das letzte Workout der 90-Tage-Challenge! Und, was soll ich sagen? Es war wirklich hart, aber ich hab jede Runde genossen. Denn: ich habs geschafft! Und ich habe mich in der letzten Runde wirklich selbst übertroffen, was die Zeit anging.

Tag 90: Abschluss-Check Teil 2 – Auch hier hab ich die Antworten im Fazit zusammengefasst.

FERTIG!

Hier noch die harten Fakten:

Gestartet bin ich mit 74cm Bauchumfang und 53,1kg. An Tag 90 kann ich einen Bauchumfang von 73cm vorweisen und ein Gewicht von 52kg. Es war aber nie mein Ziel „dünner“ zu werden, sondern ich wollte mich fitter fühlen, aktiver werden, Muskeln aufbauen und meine love handles (das Muffintop) loswerden. Und ich würde sagen… das hab ich durchaus geschafft. Als angenehmer Nebeneffekt hab ich zudem praktisch keine Rückenschmerzen mehr. Ich muss sagen… es waren anstrengende 3 Monate, ich hab oft geflucht und sehr viel geschwitzt, aber es hat sich durchaus gelohnt. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Und da ich meine Ernährung ja nicht großartig umgestellt habe (nur den Kaffee ohne Zucker trinke ich noch immer), ist der Unterschied nicht ganz so krass, wie im Buch beworben. Aber für mich reicht es und ich bin stolz, dass ich es durchgezogen hab!

Hier auch noch meine Vorher-Nachher-Fotos:

Da ich als nächstes die 8 Wochen Yogachallenge der Adidas-App starten werde, werde ich hier vermutlich nicht mehr so ausführlich über meine sportlichen Tätigkeiten schreiben. In den nächsten 3 Wochen sowieso nicht, denn… ich fliege morgen nach Kanada! Also werdet ihr hier in nächster Zeit erstmal ultranervigen Urlaubscontent finden. Woopwoop!

Danke, dass ihr mich auf meiner Reise begleitet habt – und vielleicht hat es euch ja auch motiviert, ein wenig mehr zu machen. Haltet durch, es lohnt sich!

MEINE 90-TAGE-CHALLENGE – WOCHE 12

Oh je, Woche 12 – nicht meine Glanzwoche, um es mal nett auszudrücken. In dieser Woche habe ich mich eigentlich nur drauf konzentriert, dass ich die Trainings überhaupt mache (Spoiler: hat nicht ganz funktioniert) und dass ich die Übungen sauber ausführe. Daher auch die schlechtesten Ergebnisse meiner gesamten Challenge. Aber auch das ist das Leben. Läuft halt nicht immer glatt.

Auf der positiven Seite: Vorletzte Woche der 90-Tage-Challenge! Woopwoop!

Wie lief sie denn jetzt nun? Lest hier…

Tag 78: Workout Hammer (4 Übungen, 5 Sätze pro Übung, 40 Sekunden Training, 20 Sekunden Pause) – Ich konnte meine Leistung vom ersten bis zum fünften Satz kaum steigern, aber zumindest hab ich durchgehalten.

Tag 79: Denke über deine Fitnesszukunft nach! – Das fand ich mal spannend. Ich habe wirklich überlegt, wie es mit mir nach dem 26.08. (dem ersten Tag nach der Challenge) sportlich weitergehen soll. Die Antwort? Ich mache ein 8-wöchiges Yogatraining und freu mich schon wie Bolle drauf!

Tag 80: Workout Anvil (4 Übungen, 5 Runden, 45 Sekunden Training, 15 Sekunden Pause) – Hier hatte ich mich wieder ein wenig erholt und aufgerafft… aber weiterhin war ich am schwächeln. Ich war die gesamte Woche über ziemlich abgekämpft und müde und hätte am liebsten das Sofa nicht verlassen.

Tag 81: Überleg dein neues Fitnessziel! – Ja, ist ein wenig wie Tag 79. Ich hab ein neues Fitnessziel. Yippihyeahyeah!

Tag 82: Workout Burner (20 Minuten, 4 Übungen, so viele Runden, wie man schafft) – Hier hätte ich, da ich auf Level 2 trainiere, eigentlich 20 Minuten durchhalten müssen. Nach 16 Minuten hab ich die Reißleine gezogen. Aber immerhin hab ich mich aufgerafft…

Tag 83: Workout Joker (6 Runden, 4 Übungen mit festgesetzten Wiederholungen; notiere die Zeit, die man für die Wiederholungen braucht) – Das Workout hab ich ausfallen lassen. Ich konnte nicht und wollte nicht und ja … naja, was soll ich dazu sagen.

Tag 84: Nimm dir digitalfrei! – Hab ich auch nicht geschafft. Hupps.

Ja, ihr seht – schwache Woche mit schwachen Leistungen, aber immerhin halte ich noch durch. Und als kleiner Teaser… in Woche 13 (der letzten Woche!) wird es besser. So viel sei gesagt… 🙂