Kia Ora Aotearoa – Willkommen in Neuseeland! (Südinsel) – Teil 1

Der nächste Stopp der Reise war wohl derjenige, auf den ich mich am meisten freute. Einem Land, das ich seit 2001 besuchen wollte, nachdem ich den ersten Teil der „Der Herr der Ringe“-Trilogie gesehen hatte.

Neuseeland.

Und deswegen verbrachten wir hier auch die meiste Zeit – ganze drei Wochen sollten wir uns auf den beiden Inseln herumtreiben. Und begonnen hat dieser Teil der Reise für uns auf der Südinsel, genauer gesagt in Christchurch.

Christchurch ist die zweitgrößte Stadt in Neuseeland (was die Einwohnerzahl angeht) und wurde durch das Erdbeben im Jahr 2011 schwer getroffen.

Der erste Tagesordnungspunkt nach Landung (und dem obligatorischen Selfie vor dem Christchurch-Schriftzug) war, eine SIM-Karte zu kaufen. Der Herr am Stand war sehr freundlich, allerdings dauerte die Aktivierung eine gefühlte Ewigkeit. Dann mussten wir nur noch den Mietwagen klarmachen und dann ging es los zum Motel. Der Empfang war verhalten und nicht sonderlich freundlich – da waren wir von Australien tatsächlich sehr verwöhnt…

Das Zimmer war dafür relativ groß und es gab sogar eine Information zum Verhalten im Falle eines Erdbebens. Hinterließ ein leicht mulmiges Gefühl.

Abendessen gab es dann in der Little High Eatery mit Burger und Bier. Sehr, sehr lecker, aber auch sehr gut besucht. Zufrieden und vollgefressen ließen wir den Abend im Botanischen Garten ausklingen. Und bewunderten auf dem Rückweg zur Unterkunft die Streetart, die es einfach überall in der Stadt zu geben schien. Sehr beeindruckend!

(Den restlichen Abend verbrachten wir noch damit, Wäsche zu waschen. Aber für so eine Beschreibung seid ihr ja nicht hier, also belasse ich es bei diesen zwei Sätzen.)

Der nächste Morgen begann schon früh. Es hieß zusammenpacken und das Auto beladen. Und dann machten wir einen Abstecher zum Riverside Market. Allerdings waren wir so früh dort, dass noch kaum eines der Geschäfte offen hatten. Ups! Immerhin Kaffee konnten wir ergattern und ein wenig schlendern ging auch. Mit einem warmen Getränk bewaffnet trotzten wir der kühlen Luft (schließlich ging es hier bereits stramm auf den Herbst zu) und bummelten durch die noch recht verschlafene Innenstadt. Dabei konnten wir auch einen Blick auf die historische Tram werfen, die sich durch die Straßen schlängelte.

Irgendwann mussten wir uns auf den Weg zum Brunchen machen – schließlich war Ostermontag und wir hatten einen Tisch im Hello Sunday reserviert, um das (angeblich sehr gute) Frühstück zu testen. Also flitzten wir dorthin und genossen (unter anderem) richtig gute Breakfast Tacos. Die Reservierung hatte sich auf jeden Fall gelohnt!

Anschließend ging es nochmals zum Riverside Market – es störte uns doch ein wenig, dass wir praktisch nichts gesehen hatten. Und zum Glück war es inzwischen deutlich belebter und alle Läden und Stände hatten offen. Und es gab ein paar lustige Osteraktionen (natürlich für die Kinder, hust) – unter anderem drehte der Osterhase seine Runden und verteilte Süßigkeiten und posierte für Fotos. Sehr süß!

Nachdem wir uns sattgesehen (und einen Snack für die Fahrt eingekauft) hatten, ging es für uns weiter – und zwar nach Dunedin. (Und ich hoffe, ich bin nicht die Einzige, die ständig Dunedain denkt und deswegen auch immer direkt Herr der Ringe–Assoziationen hat?)

Angekommen in Dunedin war es noch zu früh, um im Motel einzuchecken, also beschlossen wir, zum Pilots Beach zu fahren, um zu sehen, ob wir Pinguine entdecken würden. Die kleinen Zwergpinguine (blue penguins) sind nur etwa 25cm groß und wiegen ungefähr 1 Kilo. Und wir sind uns bis heute nicht sicher, ob wir welche gesehen haben oder nicht. Aber vielleicht ein Grund, doch wieder hinzufahren?! 🙂

Nachdem wir uns an der wunderschönen Landschaft und den vielleicht-vielleicht-auch-nicht-Pinguinen sattgesehen hatten, checkten wir in unserem Motel für die Nacht ein. Eine sehr tolle Unterkunft auf zwei Ebenen mit viel Platz. Perfekt für mich, die die Gabe hat, innerhalb von fünf Minuten Chaos zu verbreiten. Und das, obwohl ich nicht mal sooo viel Gepäck dabei hatte. Es ist ein Talent.

Und, was uns hier so richtig auffällt ist, wie viel kälter es ist, im Vergleich zu Australien. So kalt, dass wir sogar die Heizung aufdrehen mussten. Darf ich die 28 Grad nochmal sehen?

Aber gut, nur die Harten kommen in den Garten und so fuhren wir noch zum Sandfly Bay Wildlife Refuge, um ein wenig zu spazieren und Seelöwen zu beobachten. Ein kleiner Trampelpfad führte uns hinab zum Strand und durch die Dünen – direkt vorbei an einem Seelöwen, der einfach so im Weg rumlag. Und oh mein Gott, die sind ganz schön groß. Ich hatte tatsächlich etwas Angst und machte einen weiteren Bogen, als vermutlich nötig gewesen wäre. Aber man kann ja nie wissen, ne?

Am Strand gab es wirklich VIELE Seelöwen. Und man konnte einfach da sitzen und sie aus sicherer Entfernung beobachten. Und das alles zusätzlich noch vor einer wirklich spektakulären Kulisse. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte man dort ewig sitzen bleiben können. Und (mal wieder) verfluchte ich, dass ich im Vorfeld nicht mehr Energie hineingesteckt habe, um mehr und besser fotografieren zu können. (Etwas, was seitdem aber auf meiner ToDo-Liste steht.) Also mussten die Handyschnappschüsse erstmal reichen. Aber auch die sind schon sehr schön geworden.

Nachdem wir reichlich durchgefroren und angemessen fasziniert waren, gab es zum Abendessen noch eine Pizza bei Poppas Pizza (nachdem er eigentlich angestrebte Italiener geschlossen hatte). (Und ich erwähne extra nicht, dass sich zwei Einheimische einfach vorgedrängelt hatten, während wir darauf warteten, unsere Bestellung aufzugeben. Nein, nein.)

Am nächsten Morgen hieß es wieder packen und dann machten wir los nach Invercargill. Also, nicht direkt, denn vorher ging es noch zur steilsten Straße der Welt, der Baldwin Street. Das war wirklich aufregend – und wir waren nicht die Einzigen, die Fotos machten und einmal hoch- und wieder runterfuhren. Ein schönes, unerwartetes Erlebnis.

Und danach ging es immer noch nicht direkt nach Invercargill, denn erst musste noch Frühstück her. Ich weiß leider nicht mehr, wie das Café hieß, in dem wir aßen, aber ich weiß noch, dass es Grilled Cheese mit Kohl und Kartoffelchips gab.

Frisch gestärkt beschlossen wir dann spontan, noch einmal unser Glück mit den Zwergpinguinen zu versuchen und fuhren zu den Blue Penguins Pukekura.

Doch auch hier waren wir zur falschen Tageszeit unterwegs und wir sahen wieder keine Pinguine. (In der Dämmerung kommen die kleinen Pinguine vom Meer zurück in ihre Behausungen am Strand und in den Dünen. Offenbar jedes Mal ein unglaublich niedliches Spektakel. Das wir leider verpassten.)

Dafür konnten wir Robben sehen (sogar ein kleiner, erstaunlich lauter) Heuler und ein paar Albatrosse. (Glaubten wir zumindest. Zumindest waren wir an der einzigen Festlandbrutkolonie der Albatrosse.)

Aber dann ging es nach Invercargill. Also – fast. Ein kleiner Stopp an den McLean Falls musste sein.

Nach einem zwanzigminütigen Spaziergang und ein paar (vielen) Treppen standen wir vor dem 22m hohen Wasserfall und genossen den Anblick. Nach einer kleinen Verschnaufpause und den obligatorischen Fotos ging es dann zurück zum Auto – und dann ging es wirklich nach Invercargill!

Dort bezogen wir unser Zimmer für die nächsten zwei Nächte im Ibis und waren sehr erstaunt, wie sauber das Zimmer war. Von Ibis Hotels hört man ja manchmal die ein oder andere Gruselgeschichte. Aber hier – absolut positiv. Bis auf den leicht merkwürdigen Geruch nach Desinfektionsmittel im Zimmer. Aber das war verschmerzbar.

Zum Abendessen gab es thailändisch bei Thai Opal auf der High Street und dann hieß es ausruhen und die Erlebnisse und Eindrücke des Tages verarbeiten. Auch das muss sein.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Bluff, dem südlichsten Punkt der Südinsel. Unsere erste Anlaufstelle war der Stirling Point, der das Ende des State Highway 1 darstellt. (Der State Highway 1 ist mit 2047 Kilometern die längste Straße Neuseelands, die das Land vom Norden der Nordinsel bis zum Süden der Südinsel längs durchläuft.)

Vor dem Wegweiser mit den verschiedenen Punkten machten wir ein paar typische Touristenfotos (und waren definitiv nicht die Einzigen mit dieser Idee) – und wir stellten fest, dass Badener einfach überall anzutreffen sind. Es war sehr windig, deswegen machten wir nur einen kleinen Spaziergang zum kleinen Leuchtturm (der Stirling Point Light Beacon Station) und bewunderten die einheimischen Vögel, die wir dabei trafen.

Danach fuhren wir zum Bluff Hill Lookout, was eine wirklich spektakuläre Übersicht über die Landschaft gab. Leider war das Wetter eher regnerisch und grau – bei blauen Himmel sieht das Ganze sicherlich nochmal ein Stück spektakulärer aus.

Die viele frische Luft machte hungrig, also fuhren wir zu Fowlers Oysters, einer Institution im Ort. Dort gönnten wir uns Fish & Chips und die berühmte Bluff Auster.

Ich habe sie selbst nicht probiert, aber habe mir sagen lassen, dass es ganz lecker war.

Danach gab es einen Verdauungsspaziergang auf dem Greenpoint Domain & Ships Graveyard, wo man Wracks beobachten konnte, die hier hingeschleppt wurden. Es war tatsächlich eine etwas merkwürdige Stimmung – es fühlte sich wirklich ein wenig wie ein Friedhof an.

Wie die guten Deutschen, die wir nun mal sind, gab es anschließend Kaffee und Kuchen im Cafe der Bill Richardson Transport World – dem The Grille Cafe. Eine absolute Empfehlung!

Nicht nur waren die Menschen unglaublich nett, der Kaffee war zudem sehr lecker, die Toilette selbst war eine Erfahrung wert und die gesamte Einrichtung war cool.

Nach einer Verschnaufpause im Hotel – inzwischen war es auch schon später geworden – gönnten wir uns einen kleinen Snack zum Abendessen. Und zwar einen Dürüm im Kebab Shop – Turkish Kebabs. War lecker, aber man darf es mit nichts vergleichen, was man so in Deutschland bekommt. Auf jeden Fall auch eine Erfahrung.

Der nächste Tag beginnt mit Frühstück im Black Shag Boutique Cafe auf der High Street. (Und falls ihr jetzt denkt: Mensch, die ist aber ständig nur am essen – da habt ihr nicht ganz unrecht. Kulinarisches Erleben fremder Länder nenne ich das.)

Um die zu sich genommenen Kalorien wieder abzutrainieren, ging es anschließend in den Botanischen Garten, der nicht nur viele Pflanzen, sondern auch einen kleinen Streichelzoo und ein Denkmal für Burt Munro hatte. Außerdem einen schön angelegten Spielplatz mit Schaukeln (yay!) und jede Menge Fliegenpilze. (Was einem nicht so alles auffällt…)

Ausgetobt ging es dann auf den Weg nach Manapouri, unserem Ziel für den Tag. Am Monkey Island Beach machten wir einen kleinen Stopp zum Verschnaufen – und, um die wunderschöne Landschaft einzusaugen. Zudem gab es sehr saubere öffentliche Toiletten und jede Menge Wind. Also, am Strand. Nicht auf den Toiletten.

Natürlich mussten wir das danebenliegende Orepuki Beach Cafe testen. Dort gab es wirklich leckeres Essen, das lecker abgeschmeckt war – dafür waren die Preise ziemlich gesalzen.

Den Schock über die Rechnung verdauten wir mit einem Spaziergang am Gemstone Beach, wo ich sehr (!) viele Steine gesammelt habe.

Der nächste Stopp war an der Clifden Suspension Bridge. Dazu kann ich jetzt nicht so viel erzählen – ist halt eine Hängebrücke, über die man drüberlaufen kann. Aber in einer sehr schönen Landschaft gelegen.

Unser AirBNB erreichten wir schließlich auch irgendwann – eine kleine Einliegerwohnung in einem Privathaus, nur einem Steinwurf vom Lake Manapouri entfernt. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und konnten uns dann erstmal ein wenig ausruhen.

Aber nicht zu lange, denn schon ging es weiter zu einem der Drehorte der Herr der Ringe Filme. Und zwar zu einem Punkt, wo Aufnahmen vom Fluss Anduin gemacht wurden. Man musste zwar illegal am Straßenrand (einer ziemlich staubigen Schotterstraße) parken und sich dann durchs Gebüsch schlagen, aber das war es wert. Hat mich sehr glücklich gemacht, dieser erste kleine Einblick in die Welt von Herr der Ringe.

Anschließend fuhren wir noch weiter nach Te Anau, um ein wenig Proviant zu kaufen. Das Abendessen war Mac & Cheese mit Salat, während wir den ersten Teil der Herr der Ringe Trilogie auf Netflix schauten. Ein perfekter Abschluss für diesen schönen und erlebnisreichen Tag.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker schon verhältnismäßig früh, denn wir hatten beschlossen ein wenig wandern zu gehen. Und die Wahl war auf einen Teil des Kepler Tracks gefallen (wohl einer der bekanntesten Wege in dieser Gegend). Wir wollten aber nur bis zur Moturai Hut laufen – hin und zurück ungefähr 3h. Und die Wanderung war wirklich wunderschön und nur mäßig anstrengend. Das Schlimmste war wohl die Hängebrücke, über die man zu Beginn laufen musste. Aber das ist nur mein Empfinden…

An der Moturai Hut angekommen frühstückten wir das mitgebrachte Vesper – und wurden dabei von unzähligen Moskitos belagert. Also verweilten wir nicht allzu lange dort und machten uns auf den Rückweg.

Zurück in Manapouri gönnten wir uns ein Heißgetränk (hust, Chai Latte, hust) beim Manapouri Cafe & Dairy und schlenderten damit zum See und genossen die wunderschöne Bergkulisse. Allerdings wurde auch dies relativ kurz gehalten, denn wir wurden von Sandmücken attackiert. (Und wenn ich attackieren sage, meine ich attackiert. Ich musste mir extra eine Salbe aus der Drogerie holen, weil die Stiche nicht nur schmerzhaft waren, sondern auch unglaublich juckten und anschwollen. Sehr unangenehm. Liebgemeinte 2 Punkte.)

Gegen Spätnachmittag war es dann noch Zeit für ein weiteres Highlight – einem Ausflug zu den Te Anau Glowworm Caves. Um dorthin zu gelangen gab es eine schöne Bootsfahrt (bei untergehender Sonne ein doppelter Genuss). Bevor man sich in die Glühwürmchen-Höhle stürzen konnte, gab es noch eine kurze Präsentation des Teams und dann wurde man in Kleingruppen durch das Höhlenlabyrinth geführt. Und dann gab es noch eine zehnminütige (?) Bootsfahrt durch die komplett dunkle Höhle, so dass man die Glühwürmchen beobachten konnte. Es fühlte sich ein wenig so an, wie durch den Kosmos zu schweben und die Sterne zu beobachten. Unglaublich schön und magisch. Eines meiner Highlight der gesamten Reise.

Und außerdem lernte ich noch, dass Glühwürmchen eher Glühmaden heißen sollten. Und dass sie nicht unbedingt die nettesten Tierchen sind, wenn sie von ihren Nachbarn genervt werden. Und dass sie bei Motten als erstes die Augen fressen.

Zum Abendessen gab es italienisch – Pizza! Bei Ristorante Pizzeria Paradiso, wo wir übrigens nicht die einzigen Deutschen waren.

Auf dem Rückweg nach Manapouri gab es noch ein weiteres Highlight. Und zwar hielten wir am Straßenrand (mitten in der Einöde) an und konnten den schönsten Sternenhimmel betrachten, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Man sah sogar die Milchstraße. Ich habe immernoch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke. (Das Handy konnte diesen unfassbar schönen Anblick leider nicht auf ein Foto bannen, daher gibt es dieses Erlebnis nur noch in meiner Erinnerung. Um das selbst zu sehen, solltet ihr selber dorthin fahren. Kleiner Protipp von mir.)

Der nächste Morgen begann – mal wieder – mit Packen und Auto beladen. Denn heute hatten wir ein volles Programm. Nicht nur, dass es heute nach Queenstown gehen sollte, nein. Wir hatten uns überlegt, dass wir einen „kurzen“ Abstecher nach Milford Sound machen. (Was übrigens überhaupt nicht auf dem Weg lag, aber … yolo und so, ne?)

Milford Sound ist eine der bekanntesten Touristenattraktionen des Landes und gehört sogar zum Weltnaturerbe der UNESCO. Außerdem wurde es auch schon als das „achte Weltwunder“ betitelt.

Da hing die Latte der Erwartungen natürlich extrem hoch!

Alleine für die Fahrt dorthin lohnte es sich jedoch. Man durchquerte eine beeindruckende Bergkulisse – inklusive Tunnel – und landet dann direkt am Sound. (Also, fast direkt – am Parkplatz zumindest.) Und auf dem Parkplatz sahen wir dann auch noch Wekas. Auch ein tolles Erlebnis!

Wir hatten eine zweistündige Bootstour bei Pure Milford gebucht und warteten geduldig auf Boarding. Und ich weiß gar nicht, wie man diese Bootsfahrt beschreiben soll. Magisch – das auf jeden Fall. Und sehr beeindruckend. Und ein wenig überfordernd. Diese ganzen Eindrücke und Wasserfälle und Tiere, die man sehen konnte… und dann wurden wir auch noch von Delfinen begleitet. Es war wunderschön und die Zeit verging viel zu schnell. (Übrigens war es auch verdammt kalt. Das darf man ja auch mal sagen.)

Völlig geflasht gingen wir von Bord und gönnten uns dann noch ein Heißgetränk zum Aufwärmen, bevor wir dann (diesmal wirklich) nach Queenstown fuhren. Aber auch der Weg dorthin war ein Erlebnis für sich. Ich habe sehr viele Fotos gemacht.

So, soviel zum ersten Teil des Berichtes über die Südinsel Neuseelands. Was wir in Queenstown – und dem Rest der Südinsel – getrieben haben gibt es dann im nächsten Beitrag!

Der Perth-ekte Startpunkt für Australien

Der nächste Stopp auf der Reise lag an der Westküste Australiens – Perth. Eine Stadt, an die ich in meinem Leben noch nie allzu viele Gedanken verschwendet habe. Und daher hatte ich auch keine Ahnung, was mich erwarten würde.

Aber erstmal mussten wir durch die Grenzkontrolle in Australien – und jeder, der schon einmal Border Control Australia gesehen hat, weiß, dass die MitarbeiterInnen dort keinen Spaß verstehen, wenn es um die Sicherheit des Landes geht.

Auf dem Flug füllten wir brav unsere Incoming Passenger Card aus und gaben dort auch unsere Wanderschuhe und die Strandschuhe an, die wir bei den Elefanten in Sri Lanka getragen hatten. In weiser Voraussicht hatten wir die Schuhe jedoch im Vorfeld nochmals gründlich – sogar mit einer Zahnbürste! – gesäubert. Wir – und die Schuhe – wurden gesondert kontrolliert – und ich bekam sogar ein „Well done!“ von den beiden Mitarbeiterinnen dort. Tja. Gelernt ist gelernt.

Am Flughafen kauften wir noch australische SIM-Karten, damit wir auch unterwegs Internet haben konnten und dann gingen wir auf die Suche nach dem Zug. Wir mussten aus dem Flughafen raus, ein paar Meter laufen, in ein anderes Gebäude und nach ein paar Minuten standen wir dann vor den Verkaufsautomaten für die Tickets. Und waren dezent überfordert. Aber ein sehr netter Mitarbeiter von Transperth führte uns durch den Ticketprozess und beriet uns wirklich sehr kompetent.

Und hier fiel uns auch zum ersten Mal etwas auf, was uns die gesamte Australien-Reise auffallen würde: die Menschen hier sind einfach nett. Also wirklich auffallend nett. Sehr, sehr sympathisch!

Wenig später saßen wir im Zug (U-Bahn? S-Bahn? So ganz weiß ich immernoch nicht, was das genau war) und fuhren bis zu unserer Haltestelle, die praktischerweise nur ein paar Meter vom Hotel entfernt lag. CheckIn und der Bezug des Zimmers ging problemlos und schnell und, nachdem wir uns ein wenig eingerichtet hatten, beschlossen wir, erstmal Abendessen zu gehen. Unsere Wahl fiel auf Ribs & Burgers, wo ich einen hervorragenden Veggieburger und ein Bier zu mir nahm. Nomnomnom. Wir beschlossen noch ein wenig am (wunderschön beleuchteten) Pier spazieren zu gehen, wo sich meine Begleitung noch ein Eis genehmigte. Und dann… lagen wir eigentlich auch schon wieder im Bett. Erstmal schlafen nach dem aufregenden Reisetag!

Der nächste Tag begann sehr gemütlich. Zum Mittagessen gingen wir um die Ecke zu einem kleinen vietnamesischen Lokal, wo wir nicht nur den nettesten Service aller Zeiten hatten, sondern auch noch sehr leckeres Essen (vegetarisches Banh Mi Sandwich und Eistee) zu uns nahmen. Klare Empfehlung!

Und dann waren wir direkt abenteuerlustig und nahmen den (gratis) Blue CAT-Bus zum Botanischen Garten. (Gratis und sehr leicht erreichbarer ÖV in einer Großstadt ist schon etwas sehr, sehr tolles!) Was eigentlich nur ein kleiner Spaziergang werden sollte, wurde zu einer sehr tollen Beschäftigung für die nächsten Stunden. Das Wetter (strahlend blauer Himmel) lud aber auch wirklich zum Verweilen und Schlendern ein. Zudem ist es auch noch ein sehr schön angelegtes Areal mit tollem Blick auf die Bucht und die Stadt. Und so war es dann auch schon recht spät, als wir zurück zum Hotel kamen. Und es meldete sich (mal wieder) der Hunger. Wir machten uns also auf den Weg zu einem Italiener, dessen Speisekarte sehr gut geklungen hatte – und dann stolperten wir (im wahrsten Sinne des Wortes) über einen Street Food Market (Twilight Food Market) in der Fußgängerzone. Und dort futterten wir uns einmal quer durch, denn alles sah so gut aus, dass man es haben wollte. Ich aß einen hervorragenden Bao Bun mit Tofu, dann noch eine viel zu große Portion Gnocchi mit Tomatensauce und zum Abschluss noch ein Softeis. Das Sodbrennen in der Nacht war garantiert, aber das war es wert.

Für den nächsten Tag hatten wir bei Captain Cook Cruises eine 90minütige Schiffsfahrt nach Fremantle gebucht. Pünktlich standen wir am Fährterminal – so wie sehr viele andere, die an diesem sonnigen Sonntag nichts anderes zu tun hatten. Glücklicherweise ergatterten wir noch einen schönen Platz und konnten die Fahrt sehr genießen. (Und im Geiste überlegen, welches der Traumhäuser am Wasser wir denn kaufen würden, wenn wir könnten, wie wir wollten…) 

In Fremantle angekommen gingen wir zu Chalkys, um erstmal ausgiebig zu frühstücken. Gemütlich bummelten wir anschließend noch durch das Städtchen, aßen noch ein Eis und fuhren dann mit dem ÖV zurück nach Perth. Den restlichen Tag ließen wir sehr gemütlich ausklingen.

Gibt es eigentlich eine schönere Art und Weise weiterzuschreiben, als ständig nur „am nächsten Tag“ zu schreiben? Mir fällt gerade keine ein, also entschuldigt diese ständige Wiederholung.

Also.

Wie gesagt.

Am nächsten Tag ging es mit der U-Bahn zum Cottlesloe Beach, angeblich einer der schönsten Strände im Umkreis von Perth. Dort angekommen wurde uns bewusst, dass dort gerade ein Skulpturenfestival (das Sculpture By The Sea) stattfand – und dass wir deswegen nicht die einzigen Personen dort sein würden. Wir bummelten also gemütlich an der Strandpromenade entlang und bestaunten die ausgestellte Kunst. Und nicht nur einmal kam uns der Spruch „Ist das Kunst oder kann das weg?“ in den Sinn. Aber schön anzusehen war das meiste trotzdem. 

Wir suchten uns schließlich noch ein halbsonniges/halbschattiges Plätzchen und ließen uns von der Sonne bescheinen. Genau so hatte ich mir diese Auszeit vorgestellt! Herrlich! (Und trotz Sonnencreme sollte ich mir hier nicht den letzten Sonnenbrand der Reise holen…)

Beim Rückweg stolperten wir noch über ein kleines hübsches Restaurant namens Vans, wo wir uns einen kleinen Snack gönnten. (Ziemlich geile Potato Skin Nachos und Avocado auf Sauerteigbrot.) 

Mit der U-Bahn ging es dann zurück in die Stadt. Zum Abendessen hatten wir einen Tisch bei der Bright Tank Brewing Co. (Brown Street Grill) reserviert. Und zwar aus dem einzigen Grund, weil ich Bock auf Fisch hatte und es auf der Speisekarte, die im Internet zu finden war, richtig geilen auf dem Holzkohlegrill zubereiteten Fisch gab. Dort angekommen hatten sie jedoch eine geänderte Karte und es war leider kein Fisch mehr zu sehen…

Bisschen trotzig bestelle ich viel zu viel anderes Essen, was wir jedoch tapfer aufaßen. (Und es schmeckte auch ziemlich gut.)  

Der nächste Tag brachte dann das Highlight, weswegen ich überhaupt diesen Stopp an der Westküste Australiens eingeplant hatte: Der Ausflug nach Rottnest Island. Landläufig auch als Quokka Island bekannt geworden. Denn diese kleine Insel ist die Heimat der süßen Minikängurus, die vorwiegend deswegen bekannt geworden sind, dass sie immer zu lächeln scheinen. Und auch extrem zutraulich sind – vor allem deswegen, weil sie auf der Insel keine natürlichen Feinde haben. Eigentlich sind die kleinen Beuteltiere nachtaktiv, haben sich aber den Gegebenheiten (und den Touristen) angepasst und sind auch tagsüber anzutreffen.

(Und trotzdem bereue ich es bis heute, dass ich keine Übernachtung auf Rottnest Island gebucht habe. Ich kann es euch jetzt schon sagen – ein Tagesausflug ist NICHT genug.)

Um 9 Uhr ging die Fähre von Fremantle aus. Bevor wir an Bord gehen konnte, gingen wir noch kurz am Infoschalter vorbei, wo wir unsere Tickets bekamen und ein Armband, denn wir hatten zusätzlich noch ein Fahrrad bei der Fährgesellschaft mitgebucht. Die relativ kurze Hinfahrt (ich bin mir nicht mehr ganz sicher – aber es dauerte unter einer Stunde) war nur etwas ruckelig, aber sonst ereignislos. Nach Ankunft bekamen wir je ein Fahrrad, einen Helm und ein Fahrradschloß ausgehändigt. Und schon konnte es losgehen.

Und holla die Waldfee, es war windig. Damit hatte ich absolut gar nicht gerechnet. Und es war auch hügeliger als gedacht. Und ich bin nicht unbedingt die fitteste Person, wenn es ums Radfahren geht… man kann sich denken, wie ich ein wenig geflucht und geschwitzt habe.

Aber die erste Begegnung mit den Quokkas ereilte uns dann am Parker Point – eigentlich ein schöner Aussichtspunkt und ein schönes Fleckchen Strand mit glasklaren Wasser, an dem man auch schön schnorcheln gehen kann. (Wenn man Badekleidung dabei gehabt hätte… hatten wir nicht.)

Drei Quokkas beäugten uns interessiert – oder mehr den Inhalt unserer Rucksäcke. Allerdings wird dringend davon abgeraten, die kleinen Beuteltiere zu füttern. Aber als ich so auf dem Boden saß und völlig fasziniert war und eigentlich nur einen Schluck Wasser aus meiner Wasserflasche nehmen wollte, kam eines der Quokkas auf mich zu, krabbelte auf mir herum und versuchte an das Wasser zu kommen. Ich kippte einen kleinen Schluck auf den Boden aus und es stürzte sich beinahe schon darauf.

Mein Herz ey.

Die Delfine, die danach nur wenige Meter vom Strand entfernt an uns vorbeischwammen, brachten uns das nächste ungläubige Staunen ein. An was für einen zauberhaften Ort waren wir hier nur gekommen?!

Der nächste Stopp war an der Salmon Bay – und dort bekamen wir auch nasse Füße beim Versuch, schöne Fotos zu machen. Die Wellen kamen nämlich höher an den Strand als erwartet… einmal mit Profis.

Als wir schließlich am Wadjemub Lighthouse ankamen, war ich nicht nur ein wenig hangry. Ein Umstand, den meine Begleitung von mir glücklicherweise schon kannte. Also wurde mir praktisch eine Rettungsleine im Form von Keksen zugeworfen, das mich über Wasser halten sollte, bis wir zum nächsten Punkt mit Verpflegung kamen. Nach einer halben Packung Butterkekse ging es mir dann auch schon besser 🙂

Beim Ricey Beach hielten wir nochmal an – ein wunderschöner, ewig langer, fast menschenleerer Strand, wo ich es mir nicht nehmen ließ, die Füße ins Wasser zu halten. Es war zwar frisch, aber nicht übermäßig kalt – und noch einmal verfluchte ich mich dafür, dass ich keinen Bikini eingepackt hatte. Aber gut.

Nach dieser kleinen Abkühlung gab es dann schließlich in einem Restaurant Fish & Chips, Chai Latte, Flat White und einen Quokka, der sich reingeschlichen hatte. (Eigentlich hatte das Restaurant einen Zaun um das Gelände, um Quokkas draußen zu halten. Dieser kleine freche Kerl hatte sich allerdings offenbar nicht daran gehalten und lebte jetzt seinen Traum.)

Und dann mussten wir uns schon wieder langsam auf den Weg zur Fähre machen, denn wir mussten rechtzeitig vorher dort sein, um die Fahrräder wieder zurück zu bringen. Und dann passierte etwas, was mein eindeutiges Highlight des Tages werden sollte.

Neben der Straße am RICG Clubhouse entdeckte meine Begleitung zwei Quokkas. Wir hielten an, stiegen ab und schossen ein paar Fotos. Und dann kam eines der beiden Quokkas auf mich zu, kletterte auf meinen Schoß und gab mir sogar einen Nasenstüber. Ich konnte nicht anders und gab ihm ein wenig Wasser, was er aus meiner Hand trank.

Ich war eindeutig verliebt in dieses kleine Tierchen und hätte noch viel, viel länger dort sitzen können, aber leider drängte die Zeit. Und wenn es erlaubt gewesen wäre, hätte ich es direkt mitgenommen.

Das war ein so schönes Erlebnis, an das ich noch ewig denken werde. (Und eventuell habe ich mir selbst den Titel Quokkaqueen verpasst. Sollte meine Visitenkarte ändern lassen.)

Die Abgabe der Fahrräder verlief problemlos, was man von der Rückfahrt mit der Fähre nicht so sagen konnte. Denn es gab ziemlich starken Wellengang und es wirklich ruckelig. So ruckelig, dass mindestens eine Passagierin sich das Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen musste. Das blieb mir glücklicherweise erspart, obwohl ich nicht den festesten aller Mägen habe… Die Crew verteilte noch Eis am Stiel – ich vermute nicht nur aus Nettigkeit, sondern auch zur Ablenkung. Es war auf jeden Fall lecker.

In Fremantle angekommen stiegen wir auf eine andere Fähre um, die uns nach Perth City brachte. Auf diesem Stück erlebten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang – der perfekte Abschluss für diesen magischen Tag. (Na gut, nicht ganz der Abschluss – den hatten wir erneut im Ribs & Burgers, wo wir uns zum Abendessen einfanden.)

Und was weniger magisch war, war der Sonnenbrand, den wir uns eingefangen hatten – und das, obwohl wir uns wirklich ständig eingecremt hatten. Nun ja, ein kleiner Preis für die tollen Quokkabegegnungen.

Der nächste Tag begann mit einem Frühstück bei Gabes Deli, direkt um die Ecke des Hotels. 

Danach wurde wieder einmal gepackt und es ging mit der U-Bahn zum Flughafen. Nun ja, nicht ganz bis zum Flughafen – zwischendrin mussten wir auf den Shuttlebus umsteigen, da unser Terminal nicht mit der U-Bahn zu erreichen war. Aber dank guter Beschilderung schafften wir auch das.

Als wir dann bei den Qantas-Automaten selbst einchecken wollten, ging das nicht. Online einchecken ging zwar, aber dann ging der Druck der Bordkarten nicht. Nach kurzer Verwirrung und einer Nachfrage bei einer sehr netten Mitarbeiterin klärte sie uns auf, dass wir zum Infoschalter mussten. Denn der Flug, den wir nach Melbourne nehmen würden, galt als international, da er aus London losgeflogen war und in Perth nur zwischenlandete.

Deswegen mussten unsere Dokumente nochmal separat geprüft und Vermerke auf unseren Bordkarten gemacht werden. Gesagt, getan – auch das verlief gut.

Da der Flug als internationaler Flug galt, mussten wir auch durch zwei Sicherheitskontrollen – die erste recht entspannt, wo man auch die Elektronik im Rucksack lassen durfte, die zweite dann strenger mit genauerem Check und Scanner – aber schließlich war auch das geschafft. Und irgendwann saßen wir am Gate, unsere Zeit an der Westküste Australiens war damit auch vorbei.

Und es hatte uns weit aus besser gefallen, als wir gedacht hätten – vor allem Perth hatte uns restlos begeistert. Eindeutig eine Stadt, in der man sich sehr gut vorstellen könnte zu leben … wenn sie nicht so verdammt weit weg von zuhause wäre.

Was wir auf unserem Roadtrip an der Ostküste Australiens erlebt haben, gibt es dann im nächsten Beitrag. (Hoffentlich ein wenig schneller als der letzte. Mea Culpa.)

Die Bilder von Rottnest Island trage ich im nächsten Beitrag nach. WordPress will gerade nicht so, wie ich möchte…